Bär in Dorf auf der Insel Krk erschossen

Im kroatischem Küstengebiet, dem Gebiet des Gorski Kotar, in der Gegend von Novi-Vinodolski, in der Lika und im Velebit-Gebirge gibt es eine ungewöhnlich grosse Anzahl von Braunbären – mindestens einmal in der Woche berichten die Medien darüber, dass sich ein Bär menschlichen Anwesen genähert hat. Auch Angriffe auf Menschen hat es in der Vergangenheit bereits gegeben und häufig ist es vorgekommen, dass ein Bär von einem Kraftfahrzeug angefahren worden ist und dabei verletzt oder getötet wurde. Nach den gesetzlichen Vorschriften ist der Abschuss von Bären verboten und nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Behörden erlaubt.

Schon vor einigen Jahren ist in der Bevölkerung der Insel Krk darüber gesprochen worden, dass es selbst auf der Insel einen oder gar mehrere Bären gäbe. Es wurde darüber berichtet, dass diese Tiere vom Festland gekommen und durch den Velebit-Kanal geschwommen sein sollen, um auf die Insel zu kommen. Die einen taten das als Gerücht ab, andere hingegen waren fest davon überzeugt. Vor allem die Besitzer von Schafherden klagten häufig darüber, dass Tiere von ihnen von einem Bären gerissen worden seien. In dieser Situation haben die Behörden erlaubt, dass zumindest ein Bär, der auf der Insel tatsächlich gesichtet wird, getötet werden muss. Deshalb hat sich gestern bereits in den Nachmittagsstunden eine Gruppe von professionellen Jägern aufgemacht, um den Bären zu suchen. Sie wurden tatsächlich fündig, mußten ihn jedoch verfolgen. Kurz nach Mitternacht ist er dann heute am frühen Morgen ganz in der Nähe der Ortschaft Čižići und in der Nähe von Wohnhäusern gestellt und erschossen worden.

Wie fast jede Sache der Welt, hat auch dieser Vorgang zwei Seiten: auf der einen steht der Schutz dieser Tiere, und es gibt Menschen die meinen, dass solch ein Abschuss nicht notwendig sei. Auf der anderen gibt es die Meinung, dass man die Menschen und anderen Tiere, vor solch einem Tier schützen und es töten muss.

Meine Meinung: Die Insel Krk ist aufgrund ihrer Besiedelung kein natürliches Gebiet mehr, wo sich solche Braunbären aufhalten können. Er hat für Menschen und Tiere mit Sicherheit eine Gefahr dargestellt. Es bleibt jedoch die Frage offen, warum man ihn gleich töten mußte, und zusätzliche Betäubungsmethoden gar nicht erst auf die Jagd mitgenommen wurden, um ihn dann doch ggf. an passender Stelle auf dem Festland wieder aussetzen zu können.

Update 3.10.: Inzwischen hat auch die Zeitung Novi List über diesen Fall berichtet (auf Kroatisch, aber mit Foto).

3 Kommentare zu “Bär in Dorf auf der Insel Krk erschossen”

  1. Mrvica

    Vor ca.5Jahren mußte eine Bärin die Zwei Junge führte erlegt werden.Dieses Tier hatte jegliche Scheu vor Menschen verloren und wurde dadurch zu einer nicht unerheblichen Gefahr für Menschen und Haustiere.
    Der Abschuß der Bärin erfolgte auf Anweisung der Behörden

  2. Anita

    Das immer wieder Bären auf Krk auftauchen, ist ganz sicher kein Gerücht. Von dem Durchschwimmen des Meeres in Höhe der Krk-Brücke wurde in diesem Jahr sogar ein Video im kroatischen Fernsehn gezeigt. Auch in der Nähe unseres Hauses zwischen Silo und Risika wurden bereits gerissene Schaafe gefunden.
    Wir selbst wurden vorletztes Weihnachten von Freunden über die Erlegung von einer Bärin mit ihrem Jungtier informiert und mein Mann war im Haus des Jagdvereins Dobrinj, in dem das “Ereignis gefeiert” wurde.
    Auch wenn man dem Schutz der Natur verbunden ist, schließe ich mich der Meinung an, dass die Insel Krk sicher nicht mehr als natürliches Gebiet bezeichnet werden kann. Die Schaafherden bilden für einige Einwohner die Lebensgrundlage und eine Gefahr für menschliches Leben kann natürlich auch nicht ausgeschlossen werden.
    Ein Aussetzen auf dem Festland dürfte meines Erachtens nach ebenfalls schwierig werden, da den dortigen Bären keine natürlichen Feinde gegenüber stehen und erst die Überpopulation dazu führt, dass vermehrt trächtige Bärinen sich auf den Weg nach Krk machen, um nicht zuletzt vor ihren Artgenossen sicher zu sein.

  3. Soline

    Danke für deinen Kommentar, Anita. Vor einigen Jahren, es kann 10-12 Jahre her sein, haben wir auch mal einen Bär, auf dem Weg nach Rudine gesehen, in einer Entfernung von 300-400 Metern. Ich gebe zu, wir waren uns nicht ganz sicher, weil wir es eigentlich nicht für möglich gehalten haben. Trotzdem habe ich am nächsten Tag Herrn Prof. Huber in Zagreb angerufen, der in Kroatien für die Bärenpopulation zuständig ist. Er ist dann mit einem Expertenteam angereist und tatsächlich hat man an der von mir beschriebenen Stelle Ausscheidungen eines Bären gefunden. Er hatte damals den Plan, den Bären zu betäuben und ihm ein Funkgerät umzubinden, damit man ihn jederzeit orten konnte. Damit hätte man den Schafsbesitzern die ungerechtfertigt Schadensersatzansprüche gestellt haben nachweisen können, dass der Bär gar nicht in der Gegend gewesen sein konnte, wo angeblich Schafe gerissen worden sind. Leider ist dieser Plan damals nicht zustande gekommen.
    Im aktuellen Fall war lief es teilweise wohl doch etwas anders, als hier und in den Medien berichtet worden ist. Mangels Beweisen legen wir aber besser den Mantel des Schweigens darüber.

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