Heftige Kritik von Präsident Mesić

Wie HRT meldet, hat der Präsident der Republik, Stjepan Mesić bei einem Besuch in Sisak verschiedene Institutionen des Landes und ausländische Banken scharf kritisiert.

Unter Hinweis auf das Bankgeheimnis hätten Banken aus Zypern, Ungarn und aus anderen Ländern keine Auskünfte erteilt, welche finanziellen Transfers getätigt worden seien, nachdem sich Kroatien selbständig gemacht hatte. Banken aus Lichtenstein, Österreich und Deutschland hätten auch keine Auskünfte erteilt, welche Geldanlagen in dieser Zeit von Kroaten dort vorgenommen worden seien. Er habe zwar Verständnis für die Banken, sei aber der Meinung, dass es für die Beziehungen mit diesen Ländern wichtig wäre, wenn alle Fälle aufgeklärt würden, bei denen es sich um eine kriminelle Angelegenheit handele – dieses Geld müsse wieder in das Land zurückgebracht werden.

Die einheimischen Institutionen müssten untersuchen, wie es möglich sein konnte, “dass diejenigen die vor dem Krieg nicht einmal ein Fahrrad besessen hatten”, nun Hunderte von Millionen von Euro besässen, die sie durch ihren Einfallsreichtum und ihre Arbeit niemals hätten erwirtschaften können. Auf die konkrete Frage, wie er die Affäre mit der Werft Brodosplit (damals noch d.d.) aus Split beurteilt antwortete er, dass er sich auch frage, warum das damals eingeleitete Strafverfahren noch immer nicht abgeschlossen sei. Für ihn sei “klar wie das ablaufe” und man “könne sogar aus einem Flugzeug sehen, wie so etwas funktioniere”. In diesem Zusammenhang kritisierte er auch, dass es in Kroatien bisher nur zwei Gerichtsurteile im Zusammenhang mit Geldwäsche gegeben habe. Im Lande seien ausreichend Institutionen und professionelle Fachleute vorhanden, die sich mit dem Problem der Geldwäsche, den Kriegsprofiteuren sowie mit denjenigen Personen befassen könnten, die sich durch die Privatisierung von Unternehmen bereichert hätten.

Die Männer und Frauen, welche ihr Land verteidigt haben, hätten einen Anspruch darauf, dass diese Machenschaften alle aufgeklärt würden, sagte er zum Schluss.

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