Obstanbau in Kroatien

Aus verschiedenen Gründen ist Kroatien ein ideales Obstanbaugebiet. Der Obstanbau und die Vermarktung ist bisher jedoch überwiegend nach den alten und herkömmlichen Methoden vorgenommen worden. Zu Zeiten der Ernte gibt es ein Überangebot auf dem Markt, so dass die Verkaufspreise sehr stark fallen. Dann werden z.B. Äpfel je nach Sorte für nur 5-10 Kuna pro Kilogramm an Endverbraucher verkauft. Eine Weiterverarbeitung hat nur in wenigen Fällen stattgefunden und wurde nur von Grossunternehmen, die das Obst zu noch niedrigeren Preisen aufgekauft haben, durchgeführt. Diese Situation hat in vielen ländlichen Gebieten dazu geführt, dass die Landwirte gar keinen Obstanbau mehr betrieben, oder die vorhandenen Früchte nicht mehr geerntet haben.

In diesen Tagen hat sich ein Landwirtschaftsexperte zu Wort gemeldet und behauptet, dass es in Kroatien beim Obstanbau ein Potenzial für 50.000 neue Arbeitsplätze geben würde. In den nächsten Jahren könnten 60.000 Hektar neue Obstgärten angelegt werden, und mindestens ein Drittel dieser Produktion könne exportiert werden. Er selbst habe mit seinem Familienbetrieb Investitionen im Wert von 2,5 Mio. Kuna (rd. 350.000 Euro)  vorgenommen, um aus dem von ihm geernteten Obst einen 100 % natürlichen Fruchtsaft herzustellen. Die dazu notwendigen Geräte habe er aus Deutschland importiert. Er beabsichtigt, in einem Jahr rd. eine halbe Mio. Liter Apfelsaft in Premium-Qualität herzustellen. Im Moment verhandelt er noch mit Abnehmern aus dem In- und Ausland, u.a. mit einem Abnehmer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Er ist davon überzeugt, dass man anhand seines Beispiels sehen kann, dass es für den Obstanbau in Kroatien noch ein riesiges Pontential gibt, wenn man die Ernte weiter verarbeitet und nicht zu ungünstigen Preisen auf den Markt bringt.

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob er mit diesem Konzept erfolgreich ist und sich andere Landwirte seinem Beispiel anschliessen.

Einen Kommentar schreiben: