Grundstücksprobleme in Kroatien

Weil in den vergangenen Jahrzehnten vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen in den Grund- und Katasterbüchern nicht ordnungsgemäss eingetragen worden sind, kommt es jetzt, wo die vermeintlichen Besitzer ordnungsgemässe Unterlagen haben wollen zu Problemen, die unübersehbar und aussergewöhnlich gross sind.

In der Vergangenheit war es nämlich so, dass der Besitzwechsel von Grundstücken nicht ordnungsgemäss beurkundet und eingetragen wurde, weil Käufer und Verkäufer nicht die vorgeschriebene Grunderwerbssteuer zahlen wollten oder gar nicht konnten. Deshalb hat man auf die Umschreibung in den Grund- und Katasterbüchern sehr häufig verzichtet. Ebenso war es, wenn Grundstücke vererbt worden sind. Auch in solchen Fällen hat man häufig versäumt, eine Umschreibung vorzunehmen. In der täglichen Praxis spielte das bisher keine Rolle, denn es hat ungeschriebene Gesetze gegeben, wonach die Eigentumsrechte beachtet worden sind.

In der Zwischenzeit hat man aber erkannt, dass die Grundstücke einen grösseren Wert haben als bisher angenommen, oder man geht davon aus, dass in der Zukunft eine Wertsteigerung erfolgen wird. Deswegen wollen die Besitzer jetzt Ordnung schaffen.

Deshalb kommt es sehr häufig vor, dass diese für die Eintragung in das Kataster- und Grundbuch einen Gerichtsbeschluss benötigen um zu beweisen, dass ihnen ein bestimmtes Grundstück gehört, damit sie jetzt nachträglich, als rechtmässige Grundstücksinhaber ins Grundbuch eingetragen werden können.

Dies ist in den meisten Fällen ausserordentlich schwierig und die Gerichte sind dadurch ungewöhnlich belastet. Der Besitzer muss nämlich nachweisen, dass er es auch tatsächlich ist. Dieser Nachweis ist in vielen Fällen nur sehr schwer zu erbringen, weil in den bestehenden Grund- und Katasterbüchern je nach Grundstücksgrösse meist eine Vielzahl von Eigentümern eingetragen ist, die gar nicht mehr leben. Deren Erben müssen jetzt herausgefunden werden, die dann ihre Zustimmung für die Eintragung geben müssen. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es in den Büchern Eigentumseintragungen von Personen gibt, die schon vor Jahrzehnten ausgewandert und im Ausland verstorben sind.

Aufgrund dieser Situation muss davon ausgegangen werden, dass sich die kroatischen Gerichte in den kommenden Jahrzehnten sehr häufig mit solchen Fällen werden beschäftigen müssen.

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