Hinweise der UN-Agentur für Kroatien

Der ständige Vertreter der UN-Agentur für die Entwicklung in Kroatien, Juri Afanasiev hat in einem Interview mit der Zeitung Slobodna Dalmacija auf zwei grosse Gefahren für die Zukunft von Kroatien hingewiesen. Es handele sich um die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Situation in diesem Land und um die Auswirkungen des Klimawandels, von denen auch Kroatien erfasst werden kann.

Aktuelle Studien zeigten einen wachsenden Unterschied zwischen Arm und Reich in Kroatien. Es habe sich gezeigt, dass die Situation schlimmer sei als das, was offiziell behauptet wird. Wenn man über die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Kroatien spricht, müsse betont werden, dass man in Kroatien nicht von einer absoluten Armut wie in Asien und Afrika reden kann. Zu dieser Kategorie gehörten aber 3 bis 4 Prozent der kroatischen Bevölkerung, immerhin über 170.000 Menschen. Man müsse auch über das Problem der relativen Armut reden, von der 11 bis 12 % der Bevölkerung betroffen sei, was an die ca. 600.000 Personen ausmache. Eine weitere Million Einwohner stünden vor dem Risiko der Armut und der sozialen Ausgrenzung. Wegen der aktuellen globalen internationalen Finanzkrise hätten 45 Prozent der Bürger Schwierigkeiten, die notwendigen Lebenshaltungskosten aufbringen zu können. Darüber hinaus bestünde die Gefahr einer grösseren Arbeitslosigkeit. Die Prognosen für die Zukunft von Kroatien müssten vorsichtig betrachtet werden – die Kluft zwischen den reichsten und den ärmsten Menschen in Kroatien sei noch nicht in dem Masse vorhanden,  wie es in anderen Ländern in Mittel-und Südosteuropa der Fall sei. Die Situation sei noch besser als im Durchschnitt.

Was den Klimawandel betrifft, würden die Analysen zeigen, dass die Temperatur weiter steigen und das Problem der Verfügbarkeit von Trinkwasser zunehmen wird. Der Meeresspiegel würde ansteigen und die Flüsse würden nicht mehr über ausreichend Wasser verfügen, was zu Problemen bei der Stromversorgung führen werde. Dalmatien habe die größten Probleme mit der Erhöhung des Meeresspiegels und er rechnet bis zum Ende dieses Jahrhunderts mit einer Erhöhung von 10 bis sogar 80 Zentimetern. Dies würde sich auf den kroatischen Tourismus an der Küste, die Landwirtschaft und andere wesentliche Zweige der Wirtschaft auswirken.

Es gäbe auch andere schwerwiegende Folgen des Klimawandels. Die letzte Hitzewelle des Jahres 2003 habe einen Anstieg der Sterblichkeit von 4 Prozent verursacht. Besonders anfällig seien die Alten und die Kranken.

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