Kommunale Unternehmen in Kroatien

Aufgrund von Forderungen der EU ist man von Seiten der Regierung im Moment sehr stark bemüht, staatliche Unternehmen zu privatisieren. Dafür hat es in der Vergangenheit unzählige Beispiele gegeben. In- und ausländische Investoren und Unternehmen haben Firmen übernommen, von denen sie glaubten, dass sie rentabel arbeiten. Manchmal war es wirtschaftlich erfolgreich, manchmal auch weniger. Bei einigen Betrieben, wie z.B. der Werftindustrie, hat sich das bisher aber als sehr problematisch erwiesen.

Von der Öffentlichkeit ist aber eine Tatsache völlig unbeachtet geblieben. Nachdem sich Kroatien selbständig gemacht hat, sind unzählige kommunale Unternehmen auf d.o.o.-Basis (GmbH) gegründet worden, die sich im Besitz  von Städten und Gemeinden befinden. Grösstes Unternehmen im Lande ist die Firma Zagrebački Holding d.o.o., die sich im Besitz der Stadt Zagreb befindet. Aber selbst ganz kleine Gemeinden haben private Unternehmen gegründet, die Aufgaben auf kommunaler Ebene durchführen. Das betrifft z.B. die Trinkwasserversorgung, Müllabfuhr, Strassenreinigung, öffentliche Verkehrsmittel, Parkraum, Hafenverwaltungen und die Errichtung von örtlichen Infrastrukturmassnahmen. Für einige dieser Unternehmen ein lukratives Geschäft.

Grundsätzlich ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Das Problem liegt aber im Detail. Die führenden Posten in solchen Unternehmen werden überwiegend nicht nach fachlichen, sondern nach politischen Gesichtspunkten vergeben. Eine eigentlich notwendige Ausschreibung solcher Stellen findet meist nicht statt. Wenn doch, werden die Posten trotzdem je nach politischer Gesinnung, vergeben. Das gilt im übrigen auch für die jeweiligen Touristenbüros der Städte und Gemeinden.

Was hat das zur Folge: Es werden politische Seilschaften geknüpft, von denen man nach Überwindung des Kommunismus angenommen hat, dass es sie nicht mehr geben wird. Die Wirklichkeit sieht wie vor 1990 aus. Dazu könnte man unzählige Beispiele aus ganz Kroatien nennen.

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