Neues im Fall der Kornat-Tragödie

Die Zeitung Novi List greift diesen Fall heute noch einmal exklusiv auf, weil erneut staatsanwaltliche Ermittlungen durchgeführt werden.

Am 30. August 2007 ist auf der Insel Kornat in der Nähe der Bucht von Vrulje ein Feuer ausgebrochen. Die erste Meldung darüber war um 11:39 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen. Daraufhin ist ein mit 23 Feuerwehrleuten besetzter Militärhubschrauber  dieses Typs eingesetzt worden. Ein Teil der eingesetzten Männer hatte seine Ausbildung noch nicht beendet, zwei von ihnen waren noch minderjährig. Sechs Feuerwehrleute hat der Hubschrauber um 13:15 Uhr in der Bucht von Vrulje abgesetzt, die restlichen 17 Feuerwehrleute sind auf der Insel in das Gebiet Željkovac gebracht worden.

Danach ist es zu einer der grössten Tragödien in der Geschichte des selbständigen Kroatien gekommen: 12 Feuerwehrleute sind an Ort und Stelle umgekommen bzw. später im Krankenhaus gestorben; nur einer der schwer verletzten Männer hat das Unglück überlebt.

Es hat angeblich zahlreiche Untersuchungen gegeben, wer für dieses Unglück verantwortlich war. Ein vermutlicher Verantwortlicher ist sogar vorübergehend in Untersuchungshaft genommen worden – er soll veranlasst haben, dass diese Leute zum Einsatz gekommen sind. Die eigentliche Ursache des starken Brandes konnte jedoch bis heute nicht geklärt werden, obwohl sogar internationale Experten hinzugezogen worden sind. Die staatlichen Ermittlungen wurden letztendlich eingestellt; der damalige Vorgesetzte der Feuerwehrleute hat in der vorigen Woche wieder einen Posten bei der Feuerwehr antreten können.

Mit der Abwicklung dieser Angelegenheit sind die Hinterbliebenden nicht zufrieden, weswegen sie in der vergangenen Woche durch einen Rechtsanwalt Strafanzeige gegen Unbekannt bei der zuständigen Staatsanwaltschaft erstattet haben. Dabei geht es vor allem um die Frage, aus welchen Grund das Feuer plötzlich so stark geworden ist. Immer wieder wird behauptet, dass ausgelaufenes Benzin die Ursache gewesen sein soll. Desweiteren ist jetzt bekannt geworden, dass die sog. Black Box des Militärhubschraubers manipuliert und das darin befindliche Tonband zerstört worden sein soll. Damit stellt sich für die Hinterbliebenen die Frage, wer dieses wichtige Beweisstück vernichtet hat, und in wessen Interesse dies geschah.

Es bleibt abzuwarten, ob der eigentliche Grund für diese Tragödie jemals aufgeklärt wird.

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