Sondersitzung der kroatischen Regierung

Heute, am 1.4.2009 gegen 8:00 Uhr, hat sich die kroatische Regierung unter Leitung des Ministerpräsidenten Dr. Ivo Sanader zu einer Sondersitzung in Zagreb getroffen. Vor wenigen Minuten wurde eine Presseerklärung veröffentlicht.

Einziger Tagesordnungspunkt war die Tatsache, dass in Kroatien offensichtlich keine Fachleute vorhanden sind, welche in der Lage sind, in den Städten und Gemeinden, die Kanaldeckel auf den Strassen richtig zu bauen und zu montieren. Deshalb kommt es in weiten Teilen des Landes zu einer erheblichen Lärmbelästigung der Anwohner, denen das ständige Klack, Klack, beim Überfahren der Kanaldeckel durch Kraftfahrzeuge auf die Nerven geht. Selbst Touristen leiden erheblich darunter. In der Hafenstadt Rijeka hat sich vor Monaten sogar schon eine Udruga (Gemeinschaft) gebildet, die gerichtlich dagegen vorgehen will.

Als Sofortmaßnahme hat die Regierung nun beschlossen, das Gesetz über die Geschäfts- und Arbeitserlaubnis für Ausländer zu ändern. Dem Parlament (Sabor) soll vorgeschlagen werden, mit Mehrheit zu beschließen, dass ausländische Kanalbauer und Fachkräfte, die in der Lage sind, einen geräuschfreien Kanaldeckel zu bauen, sofort eine Ausnahmegenehmigung bekommen, um in Kroatien ihre Arbeit aufnehmen zu können.

Diese soll dann endgültig erteilt werden, wenn der Antragsteller einer besonderen Kommission nachgewiesen hat, dass er dazu in der Lage ist. Kenntnisse der kroatischen Sprache müssen in diesen Fällen nicht nachgewiesen werden.

Damit dieses Gesetz im Ausland nicht als zu bürokratisch kritisiert wird und auch von den Bürokroaten in Brüssel akzeptiert wird, sollen bei der Abfassung Experten aus Österreich hinzu gezogen werden, die bei ihren häufigen Aufenthalten in Kroatien schlechte Erfahrungen in dieser Hinsicht machen mussten.

In diesem Zusammenhang besteht die Hoffnung, dass die Kanaldeckel bei der Dorfdurchfahrt von Soline auf der Insel Krk auch endlich mal richtig befestigt und geräuschlos gemacht werden.

Einen Kommentar schreiben: