Die Opferzahlen von Jasenovac

Das Konzentrationslager Jasenovac gilt als das größte Vernichtungslager des zweiten Weltkriegs in Südosteuropa. Nachdem im April 1941, mit Hilfe der Italiener und Deutschen der faschistische Ustašastaat Kroatien ausgerufen worden ist, wurde es im Sommer 1941 von dem damaligem Regime, rund 120 Kilometer südöstlich von Zagreb aufgebaut. Heute erinnert ein riesiges Denkmal an dieses Lager.

Die Opferzahlen sind nach dem Sieg der jugoslawischen Volksarmee und dem Sieg der Kommunisten, im laufe der Jahre mehrfach geändert und manipuliert worden. Es wurde praktisch der Mythos von Jasenovac geschaffen. Dieses Lager hat denjenigen, welche die Freiheitsrechte der Kroaten unterdrücken wollten dazu gedient, alle Kroaten als Ustašas zu bezeichnen.

Als der Historiker und spätere erste kroatische Staatspräsident Dr. Franjo Tuđman in seinem 1989 erschienenen Buch “Bespuća Povjesne Zbiljnosti-Irrwege der Geschichtswirklichkeit”, welches nachweislich falsch in die englische Sprache übersetzt worden ist, darauf hingewiesen hat, dass die Opferzahlen wesentlich geringer als angegeben waren, ist er von serbischer Seite und später weltweit, als kroatischer Nationalist bezeichnet worden.

In diesem Zusammenhang ist aktuell interessant, mit welcher Schlagzeile die Zeitung Novi-List, die unverdächtig ist nationalistisch zu sein, heute heraus gekommen ist. Sie lautet: ” Lažne žrtve Jasenovaca”, das bedeutet soviel wie: Die Lüge über die Toten von Jasenovac. In dem Artikel kommt man zusammenfassend zu dem Schluss, dass die Anzahl der Toten von Jasenovac von Serben nach dem 2. Weltkrieg dazu benutzt worden ist, ihre Propaganda gegen Kroaten durchführen zu können.

Meinung: Dieses Beispiel zeigt, dass die Geschichte der Zeit von 1941 bis 1945 in Kroatien, von unabhängigen, möglichst ausländischen Historikern aufgearbeitet werden sollte. Wichtig dabei ist, dass eigene Untersuchungen durchgeführt werden und man sich nicht auf Angaben verlässt, die von interessierter Seite verbreitet worden sind. Der Satz: Jeder Historiker beschreibt die Geschichte so, wie er sie selber sehen möchte hat  durch das, was jetzt bekannt geworden ist, seine Richtigkeit bewiesen.

6 Kommentare zu “Die Opferzahlen von Jasenovac”

  1. Nikola Jelovac

    Korrekt geschrieben. Man könnte vielleicht noch etwas hinzufügen.
    Erstens, eine unheimlich große Lüge. Nämlich, das s.g. Jasenovac Research Institute (JRI) aus New York (www.jasenovac.org) verbreitet über Internet eine Liste von cca 633.000 angeblich in Jasenovac ermordeten Leute. Es ist von vielen darauf hingewiesen worden, dass die Liste Namen der überall im ehem. Jugoslawien Gefallenen und Ermordeten enthält. Da sind sogar von den Partisanen ermordete und z.B. 79 Opfer der allierten Bombardierung von Kaštel Sućurac (am 5. Dezember 1943),
    266 gestorbene im Flüchtlingslager El Shatt und in Süditalien, 75 Opfer der Tschetniks in Gata bei Omis, 63 Opfer der Nazis in Žeževica u.s.w. Da ist auch mein Onkel (Nenad Jelovac, geb 1920), der als Partisan im Kampf gegen Tschetniks gefallen ist und viele andere.
    Zweitens, nach dem 2. Weltkrieg wurde das Lager von Partisanen benutzt, die dort für weitere 2 Jahre gefoltert und getötet haben. Dies sollte auch bei Ausgrabungen berücksichtigt werden.
    Gruß
    Nikola

  2. Soline

    Zu:
    Zweitens, nach dem 2. Weltkrieg wurde das Lager von Partisanen benutzt, die dort für weitere 2 Jahre gefoltert und getötet haben. Dies sollte auch bei Ausgrabungen berücksichtigt werden.

    Natürlich sollte man nicht nur, sondern es muss bei der notwendigen Aufarbeitung, auf diese Tatsache hingewiesen werden. Bei den Benutzern handelte sich im übrigem nicht um Partisanen, sondern um Angehörige der kommunistischen jugoslawischen Volksarmee, die eigentlich schon lange vorher, den Status von Partisanen verloren hatten.

    Sie haben sich gerne so nennen lassen, waren es aber ab 1943 schon nicht mehr, oder hat es jemals in der Geschichte der Völker, einen Partisanenmarschall gegeben?

  3. Soline

    Nachtrag dazu:
    Gestern ist eine weitere Geschichtslüge der Kommunisten bekannt geworden. Nach dem 2. Weltkrieg haben sie den Bischof von Zagreb Alojzije Stepinac bezichtigt und verurteilt, mit dem Ustaša-Regime zusammen gearbeitet zu haben und man hat ihn ins Gefängnis gesteckt und später unter Hausarrest gestellt.

    Gestern sind in Split erstmals original Filmaufnahmen aus der damaligen Zeit der Öffentlichkeit gezeigt worden, die bisher der Zensur zum Opfer gefallen sind und die den Kommunisten Tito und den Bischof Stepinac, auf einer gemeinsamen Veranstaltung während des Krieges in der Nähe von Triest zeigen. (Siehe Artikel in der Slobodna Dalmacija)

    Eine Person die mit dem Ustaša-Regime zusammen gearbeitet hat, hat damals bei den Kommunisten (sog. Partisanen) eine Überlebenszeit von wenigen Minuten gehabt.

  4. Soline

    Ein weiterer Nachtrag dazu:
    Das angesehene deutsche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL hat in früheren Jahren, in seinen Berichten häufig, bei seiner Berichterstattung über Kroatien, von dem kroatischem Partisanengeneral Franjo Tuđman geschrieben. Erst nachdem ich die Redaktion darauf hingewiesen habe, dass diese Bezeichnung in sich unlogisch ist und er erst viel später nach dem 2. Weltkrieg zum General ernannt worden ist, hat man in diesem Magazin darauf verzichtet, ihn so zu bezeichnen.

    Damit es klar und deutlich ist: Ein besonderer Anhänger des ersten kroatischen Präsidenten bin ich nicht. In meinen Augen hat er Fehler begangen. Man sollte aber über ihn schreiben, was die Wahrheit ist und keine Propaganda betreiben, die sich gegen Kroatien und das kroatische Volk richtet.

  5. Mrvica

    Diese Lager sind absolut pervertierten Gehirnen zuzuschreiben,darüber sind wir uns wohl alle einig.
    Das die Zahlen der Opfer nicht mit den der wirklich zu tode gekommenen übereinstimmt ist auch wohl jedem klar.
    Das Ungeheuerliche kann keiner, egal welcher politischen Richtung er angehört ,gegeneinander aufrechnen.
    Schuldig haben sich alle gemacht,die faschistischen Lagerbetreiber,die Mitwisser,so wie diejenigen die diese Stätten des Grauens später weitergeführt haben.
    Es ist meiner Meinung nach müßig nach über 60 Jahren zu versuchen die genauen Opferzahlen feststellen zu wollen.Egal ob in Jasenovac,Bergen Belsen ,Dachau usw.Laßt uns lieber eine Welt schaffen die solche Grausamkeiten ein für alle Mal verhindert.

  6. Soline

    Zu:
    Es ist meiner Meinung nach müßig nach über 60 Jahren zu versuchen die genauen Opferzahlen feststellen zu wollen.

    Unter der Voraussetzung, dass den Kroaten nicht mehr Opfer in die Schuhe geschoben werden, als es wirklich gegeben hat, schliesse ich mich dieser Meinung ausdrücklich an.

    Folgende Formulierung würde ich wählen: Das kroatische Volk ist jahrhundertelang von fremden Mächten beherrscht worden, die mehr Unglück, als Glück in das Land getragen haben. Erst ab 1991 kann es mehr, oder weniger selbst bestimmen, welchen Weg es in der Zukunft gehen will. Dabei kommt es teilweise zu paradoxen Situationen.

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