Wohnwagen auf Privatgrundstücken (1)

In der Vergangenheit haben sehr viele Käufer von Grundstücken in Kroatien (In- und Ausländer), egal wo sie sich befanden, einen Wohnwagen auf ihre Parzelle gestellt. Dies war auf den Inseln und in den Küstengebieten überwiegend der Fall.

Nach den bestehenden Gesetzen war und ist das auch nicht verboten. In der Vergangenheit war es aber häufig so, dass auf diesen Grundstücken mit der Zeit häufig Anlagen entstanden, bei denen sofort erkennbar ist, dass sie praktisch wie Ferienhäuser ausgebaut worden sind. Beim An- und Umbau kannte die Phantasie manchmal keine Grenzen.

Im Zuge der Katasterbereinigung sind in den vergangenen Jahren sehr viele Luftaufnahmen gemacht worden, so dass solche Objekte jetzt erst einmal so richtig, auch von den übergeordneten Behörden in Rijeka und Zagreb, entdeckt worden sind.

Das ist auch auf der Insel Krk, ebenso wie an anderen Orten der Fall. Dabei hat man festgestellt, dass es eine wesentlich grössere Zahl von solchen Objekten auf der Insel gibt, als man es jemals angenommen hat. Überall hat man sie gefunden, selbst in Gebieten die in urbanistischen Plänen, als Naturflächen ausgewiesen sind.

Wie die Zeitung »Novi List«  in ihrer heutigen Ausgabe mitteilt (Seite 21), hat das Landesinspektorat in der Stadt Krk (Državnog Inspektorat) gestern angekündigt, dass ab sofort alle solche Objekte und Wohnwagen auf der Insel Krk von ihr, in der Zeit von Mai bis September eines jeden Jahres, mit einem Band versiegelt werden, damit sie nicht als Ferienunterkunft dienen können. Eine Entfernung sei nicht notwendig. Die Eigentümer können gegen die Entrichtung einer  Gebühr beantragen, dass Einrichtungsgegenstände entfernt werden dürfen. In diesen Fällen wird die Versiegelung einmalig für 24 Stunden aufgehoben.

Wie in Kroatien nicht unüblich, gibt es aber auch wieder Ausnahmefälle, die von dem Inspektorat genehmigt werden können.

Es wurde nicht berichtet, ob ein gesondertes Bussgeld verhangen wird. Es ist aber ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass solche Versiegelungen nicht eigenmächtig entfernt werden dürfen. So etwas wäre dann auf jeden Fall strafbar.

Eigentümern von solchen Objekten auf der Insel Krk wird deshalb dringend empfohlen, sich sofort mit dem Landesinspektorat in Krk, in Verbindung zu setzen, damit sie keine Probleme bekommen.

Diese Ankündigung gilt natürlich nur für die Wohnwagen, die nicht auf den dafür ausdrücklich vorgesehenen Campingplätzen stehen.

Meinung: Abschliessend noch ein wichtiger Hinweis: Es handelt sich um einen Artikel, den man hier selber nachlesen kann. Leser die mehr darüber erfahren möchten und ihn nicht verstehen, können sich diesen Artikel selber übersetzen lassen.

Im laufe des heutigen Nachmittags habe ich verschiedene Leute gebeten mir mal mitzuteilen, wie man solche Fälle in Deutschland behandeln würde.


4 Kommentare zu “Wohnwagen auf Privatgrundstücken (1)”

  1. Anonymous

    Meine Meinung:
    Diese Ankündigung richtet sich hauptsächlich gegen Slowenen, die in der Vergangenheit Grundstücke erworben haben hatten, die Wohnwagen darauf gestellt und sie so umgebaut haben, wie man es bei Novi-List auf dem Bild sehen konnte.
    Mal sehen, wie das Ganze weiter geht.

  2. Petrina

    Wir haben gehört, dass auf die Versiegelung verzichtet wird, sofern man belegen kann, dass die Absicht zum Bau besteht. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, dass man den Antrag auf eine Lokaciska dozvola (Bauvoranfrage) vorlegt.
    Meine persönliche Meinung:
    Die Einhaltung von bestimmten Regeln sollte auch auf Privatgrundstücken gelten, z.B. Abwasserbeseitigung, Nutzung (und Mitfinanzierung) von Abfallbeseitigung usw.
    Insbesondere in schützenswerten Gebieten (z.B. in unmittelbarer Küstennähe oder Naturschutzgebieten) kann die Aufstellung und Nutzung nicht gestattet werdet.
    Auf der Insel Krk sind beispielsweise in der Bucht von Murvenica bzw. Veterna ganze Wohnwagensiedlungen entstanden und diese verschandeln die Landschaft erheblich, mal ganz abzusehen von der Umweltverschmutzung, die durch Müllablagerung in der unmittelbaren Umgebung entstanden ist.
    Dabei spielt es keine Rolle, welcher Nationalität die Wohnwagennutzer angehören.
    Allerdings kann ich mir die Schlagzeilen lebhaft vorstellen, sobald die ersten slovenischen Wohnwagen versiegelt werden… Dabei bin ich mir recht sicher, dass solche Siedlungen auch in der Nähe von Portoroz, Pirana usw. nicht geduldet würden.

  3. Mrvica

    Jeder der die Wälder auf Krk ein wenig kennt hat solche Wohnwagen und die entsprechenden Anbauten schon an den unmöglichsten Stellen finden können.Nichts gegen Wohnwagen auf Privatgrundstücken,aber es kann und darf nicht sein das diese mobilen Unterkünfte in landschaftlich besonders zu schützenden Gebieten abgestellt werden ,um eine dort nicht erteilte Baugenehmigung zu umgehen.Ich halte es daher für durchaus legitim das sich die kroatischen Behörden jetzt langsam dieses Problems annehmen und deren Auswüchse bekämpfen.

  4. tomaxx

    Zur Situation in Deutschland :
    Wie immer in Deutschland steckt der Teufel im Detail, prinzipiell ist das Aufstellen
    eines Wohnwagens auf dem eigenen Grundstück kein Problem, allerdings gibt es eine Menge Kann und Muss Bestimmungen die dabei einzuhalten sind, die sich wiederrum regional unterscheiden :

    “Grundsätzlich darf ein Wohnwagen auf dem Privatgrundstück abgestellt werden. Allein die damit verbundene optische Beeinträchtigung reicht in aller Regel nicht aus, um sich erfolgreich zivilrechtlich durchzusetzen. Wer einen Wohnwagen abstellt, muss aber eine Reihe öffentlichrechtlicher Vorschriften beachten. Deshalb sollten Sie sich bei der unteren Bauaufsichtsbehörde erkundigen. In größeren Gemeinden ist dies die Gemeinde selbst, in kleineren Gemeinden das Landratsamt oder die Kreisbehörde. Der Wohnwagen muss einen Stellplatz haben. Ein Stellplatz ist eine zum Abstellen von Kraftfahrzeugen vorgesehene Fläche auf Privatgrund. Einzelheiten sind meist in den Stellplatzverordnungen der jeweiligen Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer geregelt….”

    http://recht.mein-schoener-garten.de/index.html?seite=content/200609/index.html

    Fällt also in den Aufgabenbereich der lokalen und regionalen Behörden, unter Umständen spielt noch Landesrecht in Form von baurechtlichen Bestimmungen mit rein.

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