Erfahrung einer deutschen Touristin mit dem ADAC

In diesen Tagen ist einer deutschen Touristin, die Mitglied im ADAC und mit einem Schutzbrief ausgestattet ist, auf der Insel Krk ein Missgeschick passiert, welches grosse Probleme mit sich gebracht hat. Sie ist davon ausgegangen, dass diese kostenlos behoben werden.

Folgendes ist ihr passiert:
Sie wollte etwas aus dem Kofferraum ihres Fahrzeuges (Peugeot) holen. Dabei hat sie den Fahrzeugschlüssel in dem Kofferraum abgelegt. Anschliessend hat sie den Kofferraumdeckel zugeschlagen und vergessen, den Schlüssel wieder an sich zu nehmen. Schnell stellte sie fest, dass der Kofferraum, ohne Schlüssel nicht mehr zu öffnen war. Versuche vom Innenraum des Fahrzeuges an ihn zu kommen waren erfolglos. Der Zweitschlüssel befand sich bei ihr zu Hause in Deutschland.

Sie ist nicht in Panik geraten, dachte sie doch, dass ihr durch ihre Mitgliedschaft und dem Schutzbrief des ADAC geholfen wird. Sie rief also die Notrufnummer in München an und hat den Fall genau geschildert. Dort sagte man ihr zu, einen Fachmann zu schicken, der den Kofferraum wieder öffnen kann. Man rief sogar noch einmal zurück und teilte ihr auch noch die Rufnummer, der zuständigen Werkstatt in der Stadt Krk mit.

Nach einiger Zeit, so gegen 20:00 Uhr am Abend, traf ein Abschleppwagen mit einem Monteur ein. Dieser sprach sehr gut die deutsche Sprache und teilte zunächst einmal mit, dass er von Fahrzeugen der Marke Peugeot keine Ahnung habe. Er wolle aber trotzdem mal versuchen den Kofferraum zu öffnen, oder an den Schlüssel heran zu kommen. Dazu baute er die Rücksitze total aus. Dabei stellte sich aber heraus, dass es trotzdem nicht möglich war, an den Kofferraum zu kommen, weil er durch ein Blech verschlossen war. Danach führte er einige Telefongespräche, wobei er sich wohl bei Peugeotexperten erkundigte, wie das Problem zu lösen sei. Auch der Versuch, die Elektronik zu beeinflussen blieb erfolglos.

Am Ende wusste der Monteur nur eine Lösung. Er wollte mit einer Flex, ein Loch in das Blech vom Innenraum zum Kofferraum schneiden, damit er den Schlüssel mit der Hand herausholen kann. Dadurch wäre das Fahrzeug natürlich beschädigt worden. Nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Ehemann, war die Fahrzeugbesitzerin damit gar nicht einverstanden. Der Monteur hat sich das schriftlich bestätigen lassen und ist danach gegen 22:30 Uhr, wieder nach Hause gefahren.

Mehrere Anrufe am nächsten Tag führten zu dem Ergebnis, dass die Möglichkeit bestand das Fahrzeug zur nächsten Vertragswerkstatt von Peugeot zu bringen, wo man eine Lösung finden kann, ohne Beschädigung des Wagens, den Kofferraum zu öffnen. Dabei hat die Dame vom ADAC aber darauf hingewiesen, dass die entstehenden Kosten, selbst von der Fahrzeugbesitzerin getragen werden müssen, weil die Schutzbriefleistung, durch die Tätigkeit des Monteurs am Vorabend, erbracht worden sei. Für den ADAC sei der Fall damit erledigt.

Wie wurde dieser Fall am Ende, ohne grosse Kosten gelöst? Auf Vorschlag von Einheimischen hat der Ehemann der Touristin den Zweitschlüssel des Fahrzeuges einem Busfahrer mitgegeben, der am nächsten Mittag von Frankfurt nach Rijeka gefahren ist. Dort hat sie ihn dann morgens in aller Frühe, mit freundlicher Hilfe von anderen Touristen, um etwa 3 Uhr bei dem Busfahrer abgeholt. Dadurch sind nur ganz geringe Kosten entstanden.

Aus Verärgerung wird sie nun ihre Mitgliedschaft beim ADAC so schnell wie möglich kündigen, weil sie sich die Pannenhilfe anders vorgestellt hat.

8 Kommentare zu “Erfahrung einer deutschen Touristin mit dem ADAC”

  1. Mrvica

    Auch die Sraßenwachtler vom ADAC kochen nur mit Wasser.Die Vertragswerkstatt in Krk ist mir bekannt,wenn der Mann deutsch sprach war es der Chef selbst.
    Die elektronischen Zentralverriegelungen bei den heutigen Autos auszutricksen ist nicht einfach,aber auch nicht unmöglich.Aus verständlichen Gründen werde ich hier nicht beschreiben wie das geht.
    Der ADACler auf Krk hat sein Möglichstes getan und wollte nur helfen um an den Schlüssel zu kommen.Das hätte sofort zum Erfolg geführt.
    Sich den Reserveschlüssel von Deutschlan schicken zu lassen ist aber nicht jedem möglich,wenn auch die beste Lösung.Ich zum Beispiel habe einen Reserveschlüssel so am Auto plaziert ,das es mir mit etwas Aufwand möglich ist an den Ersatzschlüssel zu kommen.

  2. Soline

    @Wenn dir bekannt ist, wie man die Zentralverriegelung austricksen kann müsste es der Mann von der Autowerkstatt doch eigentlich auch wissen oder jemanden kennen, der ihm sagt wie es geht.

    Es war übrigens nicht der Chef, der vor Ort war. Es war ein junger Monteur, der früher mal in Bayern gearbeitet hat.

  3. Jürgen (jojo40)

    also … tut mir leid …

    habe das Gefühl hier will wieder mal eine(r) eine Märchenstunde abhalten.

    Selbst beim neuen 206 CC der keine Innenentriegelung mehr hat ist am Steuergerät die ZV zu öffnen. Es muss nur die Zahlen/Buchstabenkombination der Kablen bekannt sein die für diesen Mechanismus zuständig sind. Und diese kann jede Peugeot Fa. weiter geben. Es geht hier ja nicht um das Überlisten der Wegfahrsperre sondern um ein einfaches entriegeln der Heckklappe.

    Wenn aber wie hier, nur der Schlüssel im Kofferaum war und der Inneraum noch geöffnet … Türverkleidung Fahreseite ab – Stecker vom Stellmotor der ZV ab – was nun gemacht werden muss weis jeder halbwegs findige Mechaniker …

  4. Soline

    Wie es der Zufall so will, ist gerade ein Kfz-Meister aus Deutschland hier, der dies gelesen hat. Er bat mich, folgendes zu schreiben:
    1. Die Frau hat den Fehler begangen, nicht beim ADAC anzurufen, als der Monteur gesagt hat, er habe keine Ahnung von Fahrzeugen der Marke Peugeot.
    2. Das was Jürgen schreibt stimmt in etwa, aber nicht ganz, weil die Ansteuerung des Heckklappenschliessmotors bei den heutigen Fahrzeugen nur über das CAN-Bus Signal entriegelt.
    3. Was Mrvica geschrieben hat, stimmte früher einmal, vor 20 Jahren
    4. Ohne grosse Fachkenntnisse und Hilfmittel hätte er das Rücklicht mit einem Hämmerchen zerstört und wäre dadurch an den Schlüssel gekommen.
    5. Das Verstecken des Zweitschlüssels am Auto hält er übrigens auch für eine gute Lösung.

  5. Mrvica

    Ich habe mir auf dein Posting hin mal den Spass erlaubt meine Variante an einem neuwertigen BMW zu testen.
    Es funktioniert so wie ich es dir beschrieben habe.Das Signal wurde angenommen und die Türen ließen sich öffnen.Wichtig ist bei der Sache allerdings, daß das Fahrzeug mit einer elektronischen Verriegelung ausgestattet ist.In diesem Fall löst ein Sensor das Signal zum öffnen aus und nicht der Schlüsselkontakt.

  6. Soline

    @Jürgen
    Der Mrvica ist mit Sicherheit kein Märchenerzähler. Dafür kenne ich ihn aus dem Internet zu gut, als das er sich wichtig machen will. Es ist seine Erfahrung, die er hier wiedergeben wollte.

    @Mrvica
    Eine Sache steht ab sofort für mich fest. Der Ersatzschlüssel bleibt nicht mehr zu Hause, sondern wird am Auto versteckt.
    Der Kfz.Meister meinte übrigens, dass man das was du an dem BMW geschafft hast, an ganz neuen Fahrzeugen nicht mehr möglich ist. Der bleibt bei seiner Rücklichtmethode.

  7. Claudia

    Die Touristin hat den ADAC deshalb nicht gleich benachrichigt, weil der KFZ Mechaniker versicherte, er hätte bisher jeden Kofferraum geöffnet. Auch wenn er bisher keine Erfahrung mit dem Peugeot hatte. Übrigens, es stimmt, der junge KFZ- Mechaniker, hat früher in Bayern gearbeitet. Er hat sich sehr bemüht und hat alles versucht den Kofferaum zu öffnen.

  8. Soline

    @Claudia

    Du scheinst ja ein richtiges Insiderwissen zu haben.
    Wenn du diejenige bist, die ich vermute, sende ich dir herzliche Grüsse von der Insel Krk.

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