Das Kap Kamenjak in Istrien

Das Kap Kamenjak in Istrien liegt an der südlichen Spitze der Halbinsel und gehört zu den beliebtesten Reisezielen in diesem Bereich von Kroatien.

Früher war hier ein Naturpark, diesen Status besitzt es aber jetzt nicht mehr. Besucher die mit einem Auto zu ihm fahren wollen müssen pro Fahrzeug eine Gebühr zahlen. Fußgänger können es kostenlos besuchen. Die Gebühr für einen Personenwagen, egal wieviel Insassen er hat, beträgt im Moment 25 Kuna. Dafür bekommt man aber auch eine Mülltüte ausgehändigt, damit man seinen Müll sammeln und nach Verlassen vernünftig entsorgen kann.

Zu den Wegen, die nicht asphaltiert sind, gibt es unterschiedliche Meinungen. Es gibt Leute die meinen es geht noch eben so, andere sind der Meinung, dass sie sehr schlecht sind.

Fest steht aber, dass wenn man am Ziel angelangt ist, man einen der schönsten Strände von Istrien vorfindet. Es sind Infrastrukturanlagen vorhanden. Man findet vier Lokale vor, in denen man essen und trinken kann. Auf dem ganzem Kap sind zwanzig Toiletten verteilt, die täglich mehrfach geleert und gereinigt werden.

Wie die Leiterin der Anlage Mirna Fabris-Rabatic jetzt mitteilte, ist der Besuch in diesem Jahr etwas zurück gegangen. Von Mai bis Mitte August 2009 hat man etwa 290.000 Besucher zählen können, die mit ungefähr 93.000 Fahrzeugen angereist sind. Dadurch konnten Einnahmen von 903.000 Kuna erzielt werden. Von diesem Geld wird das Personal für die Anlage bezahlt und es wird versucht, etwas Geld in die Verbesserung der Wege zu stecken.

Die meisten Besucher verzeichnet man Freitags, Samstags und Sonntags. Die durchschnittliche Besucherzahl hat im Mai 2008 bei 171, im Juni 2008 bei 399, im Juli 2008 bei 1.267 und im August 2008 bei 1.603 Personen täglich gelegen.

Ein freundlicher Leser dieses Blogs (Richy), der sich persönlich dort auskennt, hat zu diesem Kap und zu diesem Thema, noch folgendes geschrieben:

Früher war das Kap militärisches Sperrgebiet/Übungsgebiet. Heute sind noch Überreste davon zu sehen. Die Strassen, sofern man diese “Pisten” so nennen kann sind im schlechten Zustand, auch heute noch. Tiefe Gräben und Rillen und alles ist sandig und furchtbar staubig. Schritttempo wäre hier angesagt. Aber kaum einer hält sich daran, die paar Meter die man gut fahren kann werden dann so zügig gefahren, daß links und rechts neben der Strasse alles weiß ist und die Staubwolke minutenlang in der Luft stehen bleibt.

Die Strassen müssten einmal abgezogen und dann gewalzt werden, beziehungsweise mit groben Schotter aufgefüllt und dann planiert werden.

Auf Grund der Naturschönheit des Kap´s sollte man das Befahren mit dem Auto fast gänzlich verbieten. Es ist eine Schande was dort alles möglich ist.

Die eingenommen Gelder könnten zur Anschaffung von Leihrädern genutzt werden, die für eine geringe Gebühr an die Besucher vermietet werden, damit keiner zu Fuß gehen muß. Das setzt allerdings zwei oder drei zentrale Parkmöglichkeiten am Eigang zum Kap voraus, bzw. die Sperrung der vorhandenen Parkplätze in Richtung Wasser. ( Umfahrung durch Schlupflöcher )

Hier parken die Fahrzeuge und Wohnmobile teils direkt an der Wasserkante. Wo gibt es denn so etwas, daß ich mit einem Auto direkt ans Wasser fahren darf ?

Hier gehören “Parkranger” hin, die mit Mountain-Bike oder Motorroller täglich, mehrfach alles kontrollieren und Verstöße ahnden (Bußgelder und so…).

Dafür, dass hier jeder rein darf, sollten strengere Regeln herrschen. Baden ja, Natur genießen ja, Strände und Klippen nutzen ja, Hunde ja, aber dann sollte auch Schluss sein.

Auf Grund der besonderen Flora und Fauna (endemische Arten) muß dieses Reservat viel besser geschützt und erhalten werden. Der Status Naturreservat muß wieder erlangt werden.

Dieses Kap ist einzigartig. Leider sieht man es als Einahmequelle und naturbelassenen Freizeitpark und nicht als bedrohte Natur. Nach dem die Strassen immer noch so schlecht sind wie vor 5 Jahren, stellt sich die Frage, wo fließen denn die Einnahmen alle hin?

Dass am Abend dort geschlossen wird, ist absolut in Ordnung, sonst wäre eh schon alles vermüllt und vieles zerstört.

Die Bars oder Kioske sind eher einfachster Natur und decken gerade mal das Allernötigste ab, was auch in Ordnung ist.

Man sollte das Kap viel stärker als Naturreservat vermarkten und Führungen anbieten, mit Rädern oder als Wanderlehrpfad, um den Menschen auch diese einzigartige Natur wieder näher zu bringen.

Dass man dort auch baden und seinen Spaß haben kann, darf nicht als selbstverständlich verstanden werden. Und das muß erst mal in die Köpfe der Verantwortlichen und dann in die Köpfe der Besucher hinein. Gewiss, ein langer Weg, aber diese Naturperle hat es verdient.

Teile des Kaps sollte man, so wie auf den Kornaten, gänzlich sperren und in die Obhut einer Vogelschutzwarte und des Naturschutzes geben. Dafür gäbe es bestimmt Zuschüsse von der EU.

Der User Wallbergler war so freundlich, für diesen Bericht diese zwei Bilder zur Verfügung zu stellen, wodurch man einen Eindruck von diesem Kap gewinnen kann.
Photobucket Photobucket

Beiden Helfern danke ich auf diesem Wege.

Ein Kommentar zu “Das Kap Kamenjak in Istrien”

  1. Richy

    Dieser Bericht über das Kap hat im Adria Forum, wo sich Kroatien-Begeisterte online tummeln, eine rege und vielfälltige Meinungsäußerung verursacht. Zeigt es doch, das viele das Kap und dessen Natur lieben, wie ich meine zu Recht. Aber, man sieht auch die unterschiedlichen Meinungen darüber wie mit em Kap umgenagen wird.

    Richy

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