Mesić fordert Krisensteuer auch für Diaspora-Kroaten

Die Wirtschafts- und Finanzlage in Kroatien ist sehr ernst und die politische Situation anscheinend auch.

Gestern wurde von der Zeitung Vecernji list aufgedeckt, dass ca. 100.000 gut betuchte Anwälte, Notare, Ärzte und Berufssportler, die vor ein paar Tagen vom Parlament beschlossene Krisensteuer nicht bezahlen müssen.

Die Zeitung Glas Istre berichtete, dass die Arbeitslosigkeit in Istrien noch nie so hoch war, wie im Moment.

Zum Thema Krisensteuergesetz hat sich heute die Ministerpräsidentin Jadranka Kosor geäussert und mitgeteilt, dass innerhalb von zehn Tagen eine Änderung des Gesetzes erfolgt, so dass auch die Reichen diese Steuer zahlen müssen.

In diesem Zusammenhang muss die Frage erlaubt sein, wie es möglich war, dass solch ein unsinniges Gesetz überhaupt in das Parlament eingebracht worden ist. War es Absicht, oder hat man einfach nicht aufgepasst? Der Text dieses Gesetzes ist von hochbezahlten Beamten entworfen und von Abgeordneten beschlossen worden, die ebenfalls hochbezahlt werden.

Heute hat sich anlässlich der Entgegennahme von Beglaubigungsschreiben verschiedener neuer Botschafter auch Staatspräsident Stjepan Mesić, der gegen dieses Krisensteuergesetz ist, wieder einmal zu Wort gemeldet und dabei die Frage aufgeworfen, warum die in der Diaspora lebenden Kroaten keine Krisensteuern in Kroatien zahlen sollten. Nach seiner Meinung müssten sie sich auch daran beteiligen, selbst wenn sie in Australien oder Alaska leben.

Mehr dazu hier.

2 Kommentare zu “Mesić fordert Krisensteuer auch für Diaspora-Kroaten”

  1. Soline

    Der Frau Kosor würde ich gerne mal eine Frage stellen:
    Warum führen sie keine Zinsertragssteuer, die in anderen Ländern längst eingeführt worden ist, nicht auch in Kroatien ein? Kroatien ist im Moment eine Steueroase wie Lichtenstein.

    Wer profitiert davon? Doch nur die Banken, die sich längst in ausländischer Hand befinden. Über deren Gewinne kann man täglich etwas lesen.

    Mit solch einer Steuer müsste sie keine Krisensteuer erheben.

    Dem Herrn Mesić würde ich auch gerne mal eine Frage stellen:
    Wie wollen sie praktisch durchführen, dass Kroaten die in Alaska leben, die Krisensteuer in Kroatien bezahlen?

    Beide würde ich fragen, ob es nicht besser wäre, ihre politischen Ämter sofort solchen Leuten zu überlassen, die in der Lage sind, dieses Land aus der grössten Krise heraus zu führen, die es seit seinem Bestehen zu bewältigen hat.

  2. dino

    Bankensteuer:
    Banken sind die Basis unseres Wirtschaftssystems. Ohne gesunde Banken geht nichts. Daher werden die Banken – nicht nur in HR – geschont und verschont. Die Banken nützen das natürlich aus. Doch wird sich jede Regierung hüten, hier während der Wirtschaftskrise einzuschreiten.

    Du würdest Mesic und Kosor die sog. “Vertrauensfrage” stellen?!
    :-)
    Nicht schlecht, aber wer glaubt denn ernsthaft, dass estwas besseres nachkommen würde …
    Gibt es in HR überhaupt Politiker, die nicht korrupt sind, keinen Dreck am Stecken haben und nicht als erstes auf sich und die seinen schauen?

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