30.000 Kroaten sind zahlungsunfähig

Zu Zeiten Jugoslawiens war es für viele Bürger Kroatiens, ebenso wie für die Bürger der anderen Republiken leicht, bei den staatlichen Banken ein Darlehen aufnehmen zu können.

Mit diesen Krediten, die auf Dinarbasis gewährt worden sind, haben sie Häuser gebaut und sonstige Konsumgüter kaufen können. Die Rückzahlung der Raten war aus zwei Gründen nicht sehr schwer. Sie erhielten verhältnismässig hohe Löhne, die gar nicht ihrer Produktionskraft entsprochen haben und durch die ständige Dinarentwertung war es ihnen leicht möglich, die Kredite zurück zahlen zu können.

Daraus hat sich eine besondere Mentalität in der Bevölkerung entwickelt, die dazu geführt hat, dass eine gewisse Kreditfreudigkeit entstanden ist. Diese Mentalität ist bis heute erhalten geblieben.

Für den Kauf von Autos werden jetzt sehr gerne Kredite von privaten Banken in Anspruche genommen. Diese waren in der Vergangenheit mit der Bonitätsprüfung ihrer Kunden recht grosszügig. Ein Einkommensnachweis und ein Bürge reichte meist aus, einen Kredit bei den Banken zu bekommen. Welches Einkommen der Bürge hatte, wurde in der Regel gar nicht geprüft.

Gleichzeitig ist das Kreditkartensystem in Kroatien eingeführt worden. Die entsprechenden Unternehmen haben selber reichlich Reklame dafür gemacht. Bankkunden ist vielfach über die Geschäftsbanken ein Angebot gemacht worden, dass durch ein Vertrag mit einem Kreditkartenunternehmen, eine schnellere Kleinkreditgewährung möglich ist. Das hat dazu geführt, dass ein normaler Bürger des Landes meist 1,2 oder noch mehr Kreditkarten besitzt. Einzelhändler werben immer noch mit Ratenkäufen, die über Kreditkarten abgewickelt werden können.

Wie die Zeitung Glas Istre mitteilt ist jetzt festgestellt worden, dass 30.000 Bürger von Kroatien gegenüber ihren Gläubigern, zahlungsunfähig und eigentlich bankrott sind.

Diese Situation hat die Gewerkschaften bereits im vorigem Jahr veranlasst, bei dem zuständigem Ministerium zu beantragen in Kroatien Gesetze einzuführen, dass auch für Privatpersonen ein Konkursverfahren durchgeführt werden kann, wie es in anderen Ländern bereits üblich ist, sagte Ozren Matijašević von der Gewerkschaft.

Siehe dazu auch hier.

3 Kommentare zu “30.000 Kroaten sind zahlungsunfähig”

  1. EU-Berater

    Darum schnell noch in die EU, damit der EU Bürger für das Minus in Kroatien aufkommen…kann….muss.

    Das Geld ist weg, einfach weg.

  2. Soline

    Einen Zusammenhang zwischen der Zahlungsunfähigkeit von Privatpersonen in Kroatien und der EU-Mitgliedschaft von Kroatien, kann ich nicht erkennen.

    Werden die Leute bei einem EU-Beitritt alle schuldenfrei?

  3. Bänker

    Fehlt das Geld auch nicht den Banken?
    Wir kennen ja das Lied aus den USA und in Deutschland oder sonst wo.

    Da die Bänker ohne Sicherheiten (siehe USA) Geld zum Fenster rausgeschmissen haben, an Bürger die keine Sicherheiten haben, somit bleiben die Banken bei Privatinsolvenz auf ihre Kosten sitzen.

    Wie kommt es? Der Staat muss die Banken retten.
    Wäre da kein schneller Beitritt in die EU, damit noch mehr an Hilfsmittel fließen nicht zu empfehlen?
    Oder ist Kroatien so reich, das sie das so aus der Portokasse zahlen können?

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