Der Fall von Brela (1)

Meinung:

Im In- und Ausland wird im Moment über diesen Fall berichtet und diskutiert.

Das Verhalten von dem Gastwirt Mladen Šošić und seinen Zwillingssöhnen, sowie von weiteren Helfern, ist durch nichts zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Sie müssen ihrer verdienten Strafe zugeführt werden. Darüber wird ein Gericht in Split entscheiden, sobald die Unterlagen der Polizei und Staatsanwaltschaft vorliegen.

In dieser Gemeinde, mit ihren 1.618 Einwohnern war jedermann bekannt, dass es sich um eine gewaltbereite Familie handelt. So ist z.B. vor zwei Jahren einer der Söhne von der Polizei erwischt worden, weil er ohne Führerschein und mit einem nicht angemeldetem Auto durch die Gegend gefahren ist. Der Vater Mladen Šošić, der damals hinzugerufen wurde, hat mehrfach angedroht den Polizeibeamten zu erschiessen. Er habe im Krieg soviel erlebt, da käme es auf ein weiteres Leben nicht an. Das Verfahren ist damals eingestellt worden, weil man ihm ein Kriegstrauma zugebilligt hat.

Tatsache ist also, dass die Einwohner von Brela mit dieser Familie so wenig Kontakt wie möglich haben will. Der Grund ist einfach: Man hat Angst vor ihnen. Das fängt bei dem Bürgermeister an und hört bei dem normalem Bürger auf.

Die Familie Schmidt, die nach eigenen Angaben schon dreissig Jahre ihren Urlaub in Brela verbracht hat, hätte von dieser Situation etwas mitbekommen können, möchte ich einmal vorsichtig ausdrücken. Wer so lange Urlaub immer in dem gleichem Ort macht, könnte sich auch ein bischen mit den internen Verhältnissen auskennen.

Auch ich hätte mich an Stelle von Frau Schmidt darüber geärgert, dass er diesen Weg, auf dem das Autofahren verboten ist, ständig befahren hat. Was hätte ich aber an ihrer Stelle anders gemacht? Ich hätte geschwiegen und gar nichts gesagt. Bei passender Gelegenheit, hätte ich dieses Fehlverhalten woanders vorgebracht.

Das bedeutet jetzt ausdrücklich nicht, dass ich ihr eine Mitschuld an dem Vorfall geben möchte. Das bedeutet, dass es, wie überall auf der Welt und nicht nur in Kroatien, manchmal besser ist, wenn man in solchen Fällen die Faust in der Tasche macht und einfach schweigt. Solche Idioten lassen sich nicht gerne etwas sagen und von einem Ausländer schon gar nicht.

In diesem Zusammenhang ist auch noch darauf hinzuweisen, dass in diesem Jahr 2009 etwa 8-9 Mio. Touristen nach Kroatien gekommen sind. 99,99 % von ihnen ist so etwas, wie der Familie Schmidt passiert ist, nicht passiert.

Evtl. überlegt sie sich es doch noch und fährt im nächstem Jahr, an einen anderen Ort der schönen kroatischen Adriaküste. Der Touristikminister hat sie dazu eingeladen.

Zusatz: Leute wie dieser Šošić haben meisst folgende Einstellung: Ich bin im Krieg gewesen und habe das Land verteidigt. Ich war dabei, als dafür gesorgt wurde, dass die Menschen in Brela und anderen Orten jetzt nicht unter serbischer Herrschaft leben müssen. Mir ist zu verdanken, dass jetzt die Touristen wieder zu uns kommen können. Ich lasse mir doch von denen nicht vorschreiben, welche Strasse ich befahren darf und welche nicht.

10 Kommentare zu “Der Fall von Brela (1)”

  1. Daniel K.

    Es tut mir leid, aber ich finde den Handlungsvorschlag fuer Frau Schmidt sowie die Interpretation der Handlungen von Familie Šošić als Anmassung.
    Damit ist niemandem gedient.

  2. lowe

    Dieses Land ist von vielen im Krieg verteidigt worden! Viele haben es mit dem eigenen Leben bezhalt! Aber bis jetzt kenne ich nicht einen Kroaten, der sich deshalb gegenüber B e s u c h e r n im Land so herrschsüchtig und unbeherrscht benommen hätte.
    Dieses Verhalten ist mit nichts zu rechtfertigen und ich hoffe, daß die kroatische Justiz dieses Verhalten angemessen zu betrafen weiß!
    Wehret den Anfängen!

  3. Martha M

    Ich kenne aber viele B e s u c h e r des Landes, die meinen, nur weil sie seit Jahren dort urlauben, es müsse alles nach ihren Vorstellungen ablaufen.

  4. ciovolo

    das sind leute die irgendwo aus dem hinterland von kroatien aus einem kleinen dorf kommen, wo noch das recht des stärkeren gilt!
    die sind doch tatsächlich der meinung das wenn sie ein “dickes” auto fahren, das wahrscheinlich auch noch aus deutschland stammt, machen können was sie wollen, außerdem glaube ich auch nicht das seine zwei söhne die ebenfalls an dem vorfall beteiligt waren ebenfalls im krieg gewesen sind!
    außerdem sollen die doch froh sein das touristen kommen, denn es gibt in der welt noch viele andere schöne orte, kroatien ist nicht der nabel der welt! wenn so etwas publik wird kann sich kroatien warm anziehen!

  5. Michael

    Was geschieht wenn man immer Schweigt haben wir ja vor kurzen in München gesehen!!! Hier haben auch ein Dutzend Menschen geschwiegen, was einen anderen das Leben gekostet hat.

  6. roevernhole

    na gut ein wirt der vom tourismus lebt ist ausgerastet. er wird hoffentlich die verdiente strafe bekommen. zum führen eines lokals ist er wohl völlig ungeeignet und es sollte ihm daher die lizenz entzogen werden. sein angebliches kriegtrauma kann er ja dann zuhause mit haschisch kurieren.

  7. ivb

    Um weiteren Falschinformationen vorzubeugen:

    Die Sippe der Angreifer kommt aus Brela, es gibt hier sogar einen Ortsteil der so heisst wie sie. Brela IST mit etwa 1600 EW ein kleines Dorf.
    Die “Luxuskarosse” ist ein ueber 10 Jahre alter 3er Bmw. Vor einem Jahr war es noch ein 20 Jahre alter Daimler.

    Selbst unter den Einheimischen ist man generell mit Gemecker vorsichtig, weil fast jeder irgenwie mit jedem verwandt ist. Ich selbst kenne Deutsche Urlauber, die seit ueber 30 Jahren und inzwischen mehrere Monate im Jahr sich hier aufhalten und immer noch nicht kapiert haben, wie die Einheimischen leben und ticken.

    Dies ist fuer mich in keinster Weise eine Rechtfertigung fuer den Angriff, zeigt aber m.E., um was es hier geht. Kroatien und seine Einwohner haben viel hinter sich, von dem manches immer noch nicht (gut) geloest ist. Otto Normalurlauber braucht das nicht zu interessieren. Aber wenn jemand jahrzehntelang wiederkommt und dann nicht weiss, wer von den bekannteren Einheimischen (Gastwirt) mit Vorsicht zu “behandeln” ist, dem ist meiner Meinung nach auch nicht zu helfen.

  8. ich halte mich raus

    Zitat:
    Was geschieht wenn man immer Schweigt haben wir ja vor kurzen in München gesehen!!! Hier haben auch ein Dutzend Menschen geschwiegen, was einen anderen das Leben gekostet hat.
    ZitatEnde:

    Solche Leute gibt es nicht nur in Brela, sie gibt es an der ganzen Küste.

    Die ganze Wahrheit sollte ans Licht.

    Laden zumachen, und ab ins Hinterland, von wo sie herkommen.

  9. ich halte mich raus

    Zitat:
    Tatsache ist also, dass die Einwohner von Brela mit dieser Familie so wenig Kontakt wie möglich haben will. Der Grund ist einfach: Man hat Angst vor ihnen. Das fängt bei dem Bürgermeister an und hört bei dem normalem Bürger auf.
    Ende:

    Aus diesem Grunde sollte die Gemeinde schnell handeln.

  10. Jo

    Den Bericht eines Familienmitglieds der Betroffenen sollte mal jeder interessierte lesen > http://www.forum-kroatien.de/t530442f11734833-Deutsche-Urlauber-wurden-in-Brela-verpruegelt-5.html

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