Zahlungen an Religionsgemeinschaften

In der Republik Kroatien müssen die Bürger keine Kirchensteuer zahlen. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften bekommen für die Ausübung ihrer Tätigkeit, direkte Zahlungen aus dem Staatshaushalt.

Dabei erhält die röm.katholische Kirche jährlich 283 Mio. Kuna, die aufgrund eines bestehenden Vertrages zwischen dem Staat und dem Vatikan gezahlt werden. Dieser Vertrag kann nicht ohne Zustimmung der beiden Parteien geändert werden. Zwölf weitere Religionsgemeinschaften erhalten 400 Mio. Kuna jährlich. Alle, überwiegend die röm. katholische Kirche, erhalten aber auch noch Zuschüsse von Gespanschaften, Städten und Gemeinden, mit denen neue Kirchen gebaut oder kirchliche Einrichtungen erneuert werden.

Staatspräsident Stjepan Mesić hat in dieser Woche gefordert, dass dieses System abgeschafft wird.

Er hat verlangt, dass eine Kirchensteuer, ebenso wie in Deutschland, auch in Kroatien eingeführt wird. Über deren Höhe hat er nichts gesagt. Dadurch würde von jedem Steuerzahler selbst bestimmt, an welche Kirche seine Steuern fliessen. Steuerzahler die keiner Kirche angehören, wären nach seiner Meinung, von dieser Kirchensteuer befreit.

Zur Information: Die Bevölkerung von Kroatien teilt sich, nach der Volkszählung von 2001, wie folgt auf: Römische Katholiken 3.897.332 (87,8 %), Agnostiker und Atheisten 230.908 (5,2 %), Orthodoxe 195.969 (4,4 %), Muslime 56.777 (1,3 %), Katholiken des griechischen Ritus 15.566 (0,3 %), Zeugen Jehovas 6.094 (0,1 %), Calvinisten 4.053 (0,1 %), Lutheraner 3.339  (0,01 %),  Adventisten 3.001 (0,1 %), Baptisten 1.981 (0,1 %) und Juden ca. 1.900 (0,1 %) Personen.

Meinung: Von solch einer Änderung würden wahrscheinlich nur die röm. kath. Kirche, die Agnostiker und die Atheisten profitieren.

3 Kommentare zu “Zahlungen an Religionsgemeinschaften”

  1. Mrvica

    Ist doch richtig so,wer nicht ins Kino geht,zahlt auch keinen Eintritt.

  2. lowe

    Da kann man dem Herrn Staatspräsidenten Mesic´ nur zustimmen, denn in Deutschland hat sich dieses System über viele Jahrzehnte bestens bewährt, insbesondere das Staat und Kirche getrennt sind und somit gegenseitige Machtbeeinflussungen unterbunden sind!
    Rom sollte mit Kroatien ein Einsehen haben und in dieser Krisenzeit diese Zahlung vermindert beanspruchen, das wäre ein Akt der Nächsten-Liebe.
    Zumal es Rom finanziell sehr gut geht! Wie sonst kann man erklären, daß vor Weihnachten 2008 der Vatikan eine Tonne Gold auf dem freien Weltmarkt gekauft hat.

  3. Istra

    Es ist Kroatien zu wünschen, dass wie vom Staatspräsidenten vorgeschlagen, Kirchen NICHT mehr von allen Steuerzahlern, sondern nur mehr von den Kirchenmitgliedern selber bezahlt werden.

    Die kroatische Bevölkerung sollte aber genau aufpassen, dass nicht staatliche Zuschüsse über die Hintertüre an die Kirchen fließen, etwa für Bauten und Renovierung, womit im Ausland die Trennung von Kirchen und Staat zum Schaden deren Steuerzahler oftmals hintergangen wird.

    Die Trennung von Kirche und Staat ist gerade in Deutschland völlig ungenügend, weil die Kirschensteuern mit der Lohn- und Einkommensteuer vom Staat eingezogen und den Kirchen ausbezahlt werden und weil die Kirchenrenovierungen zum Großteil vom Staat bezahlt werden. Zusätzlich werden vom Staat sämtliche Löhne und Gehälter vomBischof bis hinunter zur Pfarrhausköchin bezahlt. Außerdem erhält die R/K Kirche zahlreiche Sonderzuwendungen und “Reichnisse” (Nahrungsmittelrechte in Geldwerterstattung) von Gebietskörperschaften (Gemeinden, Städte, Land) aus uralten “Rechten” aus dem Mittelalter. Die Nazis haben mit dem Konkordat mit der R/K Kirche diese hohen Zahlungen vereinbart, und sich dadurch das Stillschweigen der Kirche zu ihren Staatsverbrechen erkauft. Leider hat gegen dieses Nazi-Konkordat noch niemand etwas unternommen, das von skandalöser Unersättlichkeit bestimmter Kirchen zeugt. Die oben erwähnten Kirchensteuern für die R/K Kirche fließen kirchenintern übrigens komplett zum Papst nach Rom-Vatikanstadt ab.
    Kirchliche Religionsausübung und Glauben bzw. Nichtglauben sollte Privatsache bleibenund tolerant begleitet werden. Toleranz ist unteilbar, ist also auch gegenüber Nichtgläubige und Andersgläubige genauso zu üben. Zum inneren Frieden jeder Gesellschaft ist die absolute Neutralität des Staates gegenüber Kirchen eine der wichtigsten Grundsätze.
    Daher: keine Staatsgelder für den “Glauben”.

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