Die Pevec-Gruppe, Bjelovar

Die Pevec-Gruppe, Bjelovar ist in Kroatien in den letzten Wochen ins Gerede gekommen, weil sie erhebliche Zahlungsschwierigkeiten hat. Die kroatischen Medien berichten täglich darüber.

Hier ein paar Angaben zu diesem Unternehmen:

Die Firma Pevec d.o.o. ist im Jahr 1990 in Bjelovar gegründet worden. Es handelte sich um ein Familienunternehmen, welches in einer kleinen Halle, die neben dem Wohnhaus der Familie Pevec stand und vorher als Garage benutzt wurde, ein Geschäft für den Verkauf von Werkzeugen, Landwirtschaftsmaschinen und Ersatzteile eröffnet hat.

Damit war die Familie offensichtlich sehr erfolgreich, denn schon vier Jahre später, hat man im Zentrum von Bjelovar ein Kaufhaus eröffnet und das Sortiment vergrössert.

Das erste Kaufhaus ausserhalb von Bjelovar ist 1995 in Sesvete, nahe Zagreb eröffnet worden. Es folgten Kaufhäuser in Zagreb, Split, Osijek, Koprivnica, Kutina, Varaždin, Zadar, Vrbovec, usw.

Im Zuge dieser Expansion hat es Geschäftskontakte ins In- und Ausland gegeben. Neben Partnern aus Kroatien sind Verbindungen zu Unternehmen aus Italien, Deutschland, Österreich, USA und dem fernen Osten geknüpft worden.

Ausserdem hat man sich mit der Zeit nicht nur auf das Geschäftsfeld, dem Einzelhandel beschränkt, sondern auch eine Transportfirma, Hochbaufirma und ein Hotel in Đurđevac eröffnet. Zusätzlich ist die Firma Instalotehna d.o.o., welche als Gross- und Einzelhandel bereits bestand, aufgekauft worden. Im Moment betreibt die Pevec-Gruppe insgesamt zehn verschiedene Unternehmen und man verfügt sogar über einen eigenen Radiosender.

Die grösste Aufmerksamkeit hat man durch den Betrieb der Einzelhandelsgeschäfte erreicht. Es handelte sich nicht um reine Baumärkte, wie vielfach behauptet wurde, sondern um Geschäfte mit einer sehr grossen Verkaufsfläche, in denen neben baumarkttypischen Waren auch Elektrogeräte, Elektronikgeräte wie z.B. Computer, Lebensmittel und sogar Artikel für den Bedarf von Jägern verkauft werden.

In den letzten Jahren sind sogar Eizelhandelsgeschäfte in Makedonien, Bosnien-Herzegowina und Serbien eröffnet worden.

Durch seine Preispolitik und die Auswahlmöglichkeiten, konnte das Unternehmen sehr viele Kunden gewinnen, obwohl die fachliche Beratung durch das Verkaufspersonal häufig mangelhaft war. Kenner gehen davon aus, dass dies an der niedrigen Bezahlung und der schlechten Schulung des Personals gelegen hat.

Im Moment betreibt man in Kroatien 14 Verkaufszentren mit einer Fläche von 450.000 m². Es werden etwa 4.000 Arbeitnehmer beschäftigt, die wegen der langen Öffnungszeiten meist im Zweischichtbetrieb arbeiten. Unterstellt, dass davon 500 Arbeitnehmer in der Verwaltung beschäftigt sind, werden in jeder Filiale durchschnittlich 250 Personen als Verkaufspersonal beschäftigt.

Der Gesamtumsatz der Gruppe hat im Jahr 2008 nach eigenen Angaben 450 Mio. Euro betragen.

Wie sich jetzt herausgestellt hat, war die Expansion nur möglich, weil es Banken gegeben hat, die dieses Projekt durch die Gewährung von Krediten begleitet haben. Welche Sicherheiten dafür vorgelegen haben, ist nicht bekannt.

Gestern hat der neue Generaldirektor Vladimir Šelebaj mitgeteilt, dass er immer noch hofft, das Unternehmen vor dem Konkurs retten zu können. Nach seinen Angaben bestehen im Moment bei den Banken noch Schulden in Höhe von 1,2 Milliarden Kuna. Bei Lieferanten in Höhe von 900 Mio. Kuna und bei den Steuerbehörden von 150 Mio. Kuna. Dem ständen Vermögenswerte in Höhe von etwa 500 Mio. Kuna in Form von Immobilien gegenüber.

Durch Verhandlungen mit den Banken und den Lieferanten wolle er versuchen, sein Ziel trotzdem noch erreichen zu können.

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