Der Radio- und Fernsehsender HRT

Der kroatische Radio- und Fernsehsender HRT ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes. Mit Gesetz vom 13.2.2003 ist dessen Organisation genau festgelegt worden.

Er besteht nach § 16 dieses Gesetzes aus dem Programmbeirat (Programsko Vijeće), der Leitung des Senders (Ravnateljstvo) und dem Chefredakteur (Glavni Ravnatelj). Der Programmbeirat wählt den Leiter und den Chefredakteur. Er besteht aus Personen des öffentlichen Lebens und hat nach § 17 insgesamt 11 Mitglieder. Sie werden vom Parlament dem Sabor, in dieses Amt berufen. Damit ist sichergestellt, dass die Mehrheit, auch aus der Mehrheit im Parlament besteht.

Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang davon, dass es sich um einen staatlichen Regierungssender handelt und um keinen Sender, nach dem Vorbild der deutschen Sender ARD und ZDF oder dem österreichischem Sender ORF. Die politischen Einflüsse von aussen sollen viel stärker sein als in diesen Ländern.

In den letzten Wochen und Monaten sind von der Leitung  und deren Chefredakteurin verschiedene Journalisten abgesetzt oder ihnen die Moderation entzogen worden. Darüber wurde hier mehrfach berichtet. In diesem Zusammenhang ist von einer gewissen Zensur die Rede gewesen.

In der vergangenen Woche wurde zusätzlich bekannt, dass es selbst bei der Geschäftsführung des Senders zu Streitigkeiten gekommen ist, die dazu geführt haben, dass dessen Mitglied Blago Markot ohne Rechtsgrundlage abgesetzt worden ist.

Hauptakteure sind in diesem Zusammenhang der oberste Leiter des Senders Vanja Sutlić und die Chefredakteurin Hloverka Novak-Srzić.

Kroatische Medien berichten heute Abend, dass an diesem ­Wochenende in politischen Zirkeln über die Zukunft der beiden gesprochen werden soll. Für kommenden Montag wird eine Entscheidung erwartet.

Ein Kommentar zu “Der Radio- und Fernsehsender HRT”

  1. Soline

    Wie man hört, scheint die politische Einflussnahme auf öffentlich rechtliche Fernsehsender, nicht nur auf Kroatien beschränkt zu sein.

    In diesen Tagen ist der Vertrag mit dem Chefredakteur des ZDF Nikolaus Brender nicht verlängert worden, weil es der CDU-Ministerpräsident Roland Koch von Hessen so wollte.

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