Die Minderheit der Roma in Kroatien

Jeder kroatische Staatsbürger hat neben der Staatsbürgerschaft, auch noch eine eigene Nationalität. Dazu gehören auch die Roma, von denen nach statistischen Angaben etwa 9.500 Personen diesen Status besitzen und legal im Land leben.

Bei Parlamentswahlen können sie in der Gruppe der nationalen Minderheiten ihren eigenen Abgeordneten in das Parlament (Sabor) wählen. Aktueller Abgeordneter ist Memedi Nazif, der dort die nationalen Minderheiten aus Österreich, Bulgarien, Deutschland, Polen, Rumänien, Russen, Türken, Ukrainer, Walachen, Juden und eben der Roma vertritt.

Man geht davon aus, dass neben den 9.500 legal im Land lebenden Roma noch eine grosse Zahl von ihnen in Kroatien lebt, die sich illegal aufhält, weil sie keinerlei Papiere besitzen. Ein Problem sind auch die fehlenden Sprachkenntnisse.

Sind schon die legal im Land lebenden Personen ein grosses politsches und gesellschaftliches Problem, so sind es die Illegalen noch um so mehr. Von ihnen sind einige gar nicht in der Lage, einen legalen Status erreichen zu können, weil es ihnen nicht möglich ist, die dafür notwendigen Dokumente bei den Behörden vorlegen zu können (Geburtsurkunden usw.)

Diese Personen befinden sich praktisch in einem Vakuum. Sie werden aus historischen Gründen zwar nicht von den Behörden verfolgt und auch nicht vertrieben, leben aber unter Lebensumständen, die manchmal unvorstellbar sind. Das kann man am deutlichstem in den sog. “Romsko Naselje”, in denen legale und illegale von ihnen leben erkennen. Das Grösste davon befindet sich in Zagreb, man kann sie aber auch in anderen Orten in Kroatien, z.B. auf der Insel Krk am Ortsrand von Omišalj vorfinden.

Versuche, einzelne Personen zu unterstützen, waren in der Vergangenheit aus zweierlei Gründen wenig hilfreich. Es hat den Neid derjenigen Roma hervorgerufen, die keine unmittelbare Unterstützung erhalten haben, aber auch den Neid bei Kroaten geweckt, die ebenfalls unter sozial schwierigen Bedingungen leben mussten.

Die kroatische Regierung hat die ganze Problematik erkannt, als es im benachbarten Slowenien zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen ist, weil sie angeblich die Roma stärker unterstützt hat, als die einheimische Bevölkerung. Sie hat auch aus diesem Grund am 21.2.2008 eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich dieser Probleme annehmen soll. Diese soll einen Aktionsplan ausarbeiten, der dann bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden soll.

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