Gefahr für Flughäfen in Kroatien

Auf dem Gebiet der Republik Kroatien werden mehrere internationale Flughäfen betrieben.

Wie die Zeitung Novi List in ihrer heutigen Ausgabe schreibt, hat die Regierung einen Aktionsplan für die integrierte Verwaltung der kroatischen Grenzen, im Hinblick auf die zukünftige Mitgliedschaft des Landes in der EU und einem Beitritt zu dem Schengen-Abkommen entworfen und beschlossen. Dieser soll Bestandteil der EU-Beitrittsverhandlungen gewesen sein.

Nach diesem Aktionsplan soll es in Zukunft nur noch drei Flughäfen geben, die den Status eines internationalen Flughafens besitzen. Es handelt sich um die Flughäfen Split, Zagreb und Dubrovnik. Bei allen anderen Flughäfen wie z.B. Pula, Rijeka, Zadar und Osijek soll dieser Status wegfallen.

Wie die Zeitung weiter mitteilt, bestehen für diese Flughäfen jetzt schon erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Probleme. Nach Schätzungen von Experten könne in der heutigen Zeit ein internationaler Flughafen nur dann profitabel betrieben werden, wenn er in einem Jahr ein Passagieraufkommen von etwa 400.000 bis 500.000 hat.

Davon könne man z.B. in Rijeka im Moment nur träumen. In diesem Jahr sei man mit 120.000 Fluggästen weit davon entfernt, ohne Subventionen des Staates, der Gespanschaft sowie der Städte und Gemeinden, wirtschaftlich arbeiten zu können.

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Edit: 15.11.2009, 22:16 Uhr

Die Nachricht, dass die Flughäfen Pula, Rijeka und Zadar ihren internationalen Status verlieren sollen ist unterschiedlich aufgenommen worden. Die Proteste in Rijeka waren bisher eher verhalten. Demgegenüber ist man in Pula und Zadar ausserordentlich aufgeregt. In Pula deshalb, weil dem Leiter der Gespanschaft Istrien von dem zuständigem Ministerium bestätigt wurde, dass es keine Änderung geben würde. In Zadar ist die Aufregung deshalb gross, weil in den letzten Jahren grössere Investitionen vorgenommen worden sind.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Regierung letztendlich entscheiden wird. Die genannte Gefahr ist also noch nicht vom Tisch.

Quelle: Slobodna Dalmacija von heute.

Meinung:

  1. Flughäfen können nur dann wirtschaftlich betrieben werden, wenn eine bestimmte Auslastung im laufe eines Jahres erfolgt. Bei den Flughäfen Pula, Rijeka und Zadar ist es so, dass sie nur saisonbedingt einigermassen ausgelastet sind. Aus diesem Grund sollte die Regierung versuchen eine Lösung zu finden, die dem Tourismus in diesen Gebieten gerecht wird.
  2. Sollte eines Tages Kroatien dem Schengen-Abkommen angehören ist es nicht wichtig, ob es sich um einen internationalen Flughafen handelt oder nicht. Bei Flügen aus Schengen-Staaten handelt es dann um “Binnenflüge”. Wann Kroatien diesem Abkommen beitreten kann, steht in den Sternen. Ob das Land zur EU gehört oder nicht, ist in diesem Zusammenhang unwichtig.
  3. Federführend in dieser Angelegenheit ist weder das Ministerium für Tourismus, oder das Ministerium für das Meer, Verkehr und Infrastruktur, sondern das Innenministerium, welches für die Grenzpolizeiaufgaben auf den Flughäfen zuständig ist.
  4. Pläne den Flughafen von Mali Lošinj ausbauen zu wollen, sind in diesem Zusammenhang völlig unverständlich (Quelle: Novi List).

5 Kommentare zu “Gefahr für Flughäfen in Kroatien”

  1. Petrina

    Für den Tourismus der jeweiligen Regionen ist das sicher keine positive Nachricht. Ein Flughafen in unmittelbarer Nähe des Urlaubsortes ist sicher für den ein oder anderen ein Entscheidungskriterium.

  2. jolanda

    Heisst das also es würde dann nur noch Inlandsflüge von/nach Rijeka geben?

  3. Soline

    @jolanda

    Wenn es weitere Flüge geben sollte, könnten es, soweit ich das verstanden habe, nur Inlandsflüge sein.

  4. Daxbauer

    Internationale Flüge im Sinne der EU/Schengen sind Flüge mit Ziel außerhalb der EU/ des Schengenraumes.

    Alles andere sind Binnenflüge

    -

  5. istra

    Das Problem kann ja (bitte) nicht der Flughafen Rijeka sein. Ich kenne ihn. Das Problem ist der unterentwickelte Tourismus im weiten Umkreis um Rijeka. Opatija alleine kann es nicht sein, vor allem da auch dort Geisterhotels stehen. Ein Beispiel bietet der Bereich von Opatija bis Kraj, wo Rohbauten wegen einer völlig überzogener Baubürokratie nicht fertiggestellt werden, oder wo uns nach Jahrzehnten immer noch leere Fensterhöhlen staatlicher Großhotels angrinsen. Es kommt bei diesen leerstehenden stark renovierungsbedürftigen Hotelruinen, der gelernte Kroate weiß warum, nicht zum Verkauf an Investoren. Aber der Staat investiert auch nicht. Ähnlich ist es bei kleinen Privatvermietern, die legal nicht vermieten können, weil die Bürokratie vieles abblockt, und damit Fluggäste verhindert. es fehlt an Genehmigungen, weil zu viele Verhinderungsgesetze (wer von Euch kennt die engen Baugesetze, die für Europa Einmaligkeitswert haben?) alles mit Mehltau überziehen. Die Nachfrage nach Zimmern und nach Erholung aus den nordischen Ländern wäre da. Aber sie, die zahlenden Gäste, können nicht eingeflogen werden, weil alles mit kleinkarierten Vorschriften und mit einer unflexiblen Bürokratie vereist wird. Das sollte das kroatische Volk einmal überlegen zu ändern, statt nur zu kuschen. Ich erlebe fast täglich, wie die Leute unter diesem bürokratischen Irrsinn aus Zagreb leiden müssen.

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