Milde Strafe für Raser

Gestern hat ein Gericht in Solin in Dalmatien, einen 34-jährigen einheimischen Gebrauchtwagenhändler, zu einer Geldstrafe von 6.800 Kuna und einem Führerscheinentzug von einem Jahr verurteilt.

Nach polizeilichen Feststellungen ist er am 29.10.2009 mit seinem Mercedes C63 AMG, mit einer Geschwindigkeit von 249 km in der Stunde, über die Autobahn Zagreb-Split gerast.

Auf kroatischen Autobahnen dürfen bekanntlich nur 130 km in der Stunde gefahren werden.

6 Kommentare zu “Milde Strafe für Raser”

  1. Klaus

    Finde die Strafe im europäischen Vergleich sehr hoch. In Österreich würden cirka. €200-300 und 2 Wochen Führerscheinentzug bei erstmaligen Entzugsverfahren wegen Schnellfahren anfallen.
    Vergleiche dazu http://www.oeamtc.at/netautor/download/document/recht/strafenkatalog.pdf siehe speziell Zusatz: Anhang 2b

    Kroatien prüft weniger auf den Autobahnen, straft aber sehr hart. Gibts in HR ähnlich viele Unfalltote wie bei uns auf den Autobahnen?

  2. Soline

    In Kroatien wurde diese Strafe als zu milde bezeichnet, weil der Fahrer schon häufiger wegen einer Geschwindigkeitsbegrenzung bestraft worden ist.

    Die Annahme, dass es in Kroatien auf Autobahnen weniger Geschwindigkeitskontrollen gibt, hat früher evtl. mal gegolten. Das ist heutzutage anders geworden.

    Die Zahl der Unfalltoten auf kroatischen Autobahnen ist mir nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass die Ministerpräsidentin Jadranka Kosor, erst vor wenigen Tagen darauf hingewiesen hat, dass in Kroatien, umgerechnet auf die Einwohnerzahl, die doppelte Zahl von Verkehrstoten, gegenüber anderen entwickelten Ländern in Europa, zu beklagen sind.

    Siehe dazu auch hier: http://kroatien-news.net/2009/11/internationaler-tag-des-gedenkens-fur-die-opfer-von-verkehrsunfallen/

    Dabei hat sie auch angekündigt, dass mehr Verkehrskontrollen durchgeführt werden. Ich gehe mal davon aus, dass die Autobahnen davon nicht ausgenommen sind.

  3. Klaus

    Ich bewerte diese Entwicklung als sehr positiv, immerhin steht hinter jedem Todesopfer das persönliche Leid der Familie und Angehörigen, aber auch ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden.

    Die doppelte Todesopferzahl ist sicherlich mit vorsicht zu interpretieren. Einerseits fehlt z.B. die Helmtragepflicht (meines wissens muss der Helm in HR ja nur mitgeführt werden) und hinsichtlich der kroatischen Straßen wissen wir auch, dass topographisch (Küste, harte Granitwände direkt am Strassenrand, Salzionen am Aspahlt) eben weniger Sturzraum bleibt und Unfälle daher schlimmer enden als eben in D oder A.

  4. Werner

    Dass es keine Helmpflicht in Kroatien gibt, kann so nicht stimmen. Bekannte von uns wurden im in Kroatien Sommer zu je 1000 Kuna verdonnert (2 Personen waren auf dem Motorrad), weil sie den Helm nur mitgeführt haben, aber ihn nicht aufgesetzt hatten. Sie haben sich auch fürchterlich darüber aufgeregt. (Aber in Deutschland würde es ihnen nicht einfallen, ohne Helm auch nur einen Schritt zu fahren.)

  5. Soline

    Es stimmt in der Tat nicht, dass keine Helmpflicht für Motorradfahrer besteht. Das Mitführen reicht nicht aus.

    Trotzdem muss/kann man sehr häufig sehen, dass diese Pflicht nicht immer eingehalten wird. Tatsache ist aber auch, dass es auf den jeweiligen Polizeibeamten ankommt, ob man eine Strafe bezahlen muss oder nicht.

    Ganz allgemein zu diesem Thema:
    In diesem Blog wurde bereits mehrfach auf die teilweise mangelnde Verkehrsdisziplin in Kroatien hingewiesen. Deshalb ist immer eine defensive Fahrweise angebracht.

  6. Klaus

    Muss zugeben ich wußte nur dem hören und sagen nach von dieser Regel, dass allerdings ein Verbot besteht nimmt man nicht an wenn man unzählige Einheimische sieht die mit schlechtem Vorbild vorangehen. Gesetzlich dürfte es sich hier unter “Članak 114″ um diesen Phasus handeln oder?

    http://www.hrvatskiprijevoznik.hr/index.php/Cestovni-prijevoz/Sigurnost-prometa/Prometna-pravila.html

    Wer Köpfchen hat, der schützt ihn auch. In dem Sinne “Scretan put”

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