Die Hypo Alpe-Adria-Bank d.d., Zagreb

Die Muttergesellschaft der  kroatischen Hypo Alpe-Adria-Bank d.d., Zagreb, ist die Bank Hypo Group Alpe Adria AG, aus Klagenfurt in Österreich. Eigentümer dieses Geldinstitutes sind die Bayerische Landesbank, München (67 Prozent), die Grazer Wechselseitige Versicherung (20 Prozent) und das Bundesland Kärnten (12 Prozent).

Die Bank hat im Moment einen kurzfristigen Finanzierungsbedarf von etwa 1,5 Milliarden Euro. Die Bayerische Landesbank, im Eigentum des Freistaates Bayern, die Grazer Versicherung und das Bundesland Kärnten wollen so wenig Geld wie möglich, in die unter Schwierigkeiten leidende Bank stecken.

Deshalb findet an diesem Wochenende ein Spitzengespräch zwischen dem Finanzminister Josef Pröll aus Österreich und seinem bayerischem Amtskollegen Georg Fahrenschon statt, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Vom Ausgang dieser Verhandlungen ist die Hypo Alpe-Adria-Bank d.d., Zagreb unmittelbar betroffen.

Die Hypo Bank, Klagenfurt war ursprünglich eine kleine Regionalbank, die sich auf das Bundesland Kärnten beschränkt hat. Sie ist 1991 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, an der das Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige Versicherung beteiligt waren. Im Jahr 2007 hat die Bayerische Landesbank AG die Aktienmehrheit von Kärnten übernommen.

Nachdem sich Kroatien im Jahr 1991 selbständig gemacht hatte, hat sich die Hypo Bank, Klagenfurt an verschiedenen Banken in Slawonien beteiligt. Es ist kein Geheimnis, dass der damalige Landeshauptmann Jörg Haider und Branimir Glavaš, der Leiter der Gespanschaft von Osijek-Baranja, ein ausserordentlich gutes Verhältnis untereinander gepflegt haben. Dem Landeshauptmann sind auch Kontakte zu anderen rechtsgerichteten Politikern in Kroatien nachgesagt worden, die sich geschäftlich betätigt haben.

Welche Rolle die Bank in der damaligen Zeit bei der illegalen Geldanlage von Kroaten in Österreich gespielt hat, ist noch nicht vollständig geklärt worden. In Kroatien geht man aber davon aus, dass diese Beträge nicht unerheblich waren und dadurch auch für die spätere Zeit, gute Kontakte geknüpft worden sind.

Ein operatives Bankengeschäft hat es von ihr in Kroatien zunächst nicht gegeben. Im Jahr 1994 wurde vielmehr die Hypo-Leasing Kroatien d.o.o. in Zagreb gegründet. 1998 folgte das Unternehmen Alpe-Adria-Vrijednosnice d.o.o., Zagreb, 2002 das Unternehmen Hypo Alpe-Adria-Invest d.d., Zagreb und 2003 das Unternehmen Hypo Alpe-Adria-Nekretnine d.o.o., Zagreb.

Erst vor einigen Jahren sind die ersten eigenen Bankfilialen unter dem Namen Hypo Alpe-Adria-Bank eröffnet worden, weil man davon ausgegangen ist, mit dem operativem Geschäft ebenso gute Gewinne erzielen zu können, wie andere Banken, die sich im ausländischem Besitz befinden. Dabei hat man aber übersehen, dass der “normale” kroatische Geldanleger bzw. Bankkunde sehr traditionell ist und bei der Bank bleibt, bei der er mal mit einer Geldanlage begonnen hat.

Das Geldinstitut hat im Moment etwa 1.150 Mitarbeiter in Kroatien und einen Vorstand, der aus vier Personen besteht. Vorsitzender ist Markus Ferstl, ein 35-jähriger Bankier, der in Österreich geboren worden ist. Weitere Mitglieder sind Krešimir Starčević, Ivan Mihaljević und Tadija Vrdoljak, alle aus Kroatien.

Meinung: Dieser Vorstand hat jetzt ein sehr schwieriges Amt auszuüben. In der Vergangenheit sollen z.B. Leasinggeschäfte abgeschlossen worden sein, für die keine ausreichende Sicherheit vorhanden ist. In Kroatien wird offen darüber geredet, dass die jetzt in Schwierigkeiten gekommene Pevec-Gruppe, ihre Lastwagenflotte von 500 Fahrzeugen, über Leasingverträge der Hypo-Leasing Kroatien d.o.o. zur Verfügung gestellt bekommen hat. Noch schwieriger dürfte die Situation bei Krediten sein, die an Investoren herausgegeben wurden, um damit Ferienwohnungen zu bauen. Dadurch hat in den letzten Jahren ein regelrechter Bauboom stattgefunden der dazu geführt hat, dass an der kroatischen Adriaküste tausende von Ferienwohnungen leer stehen, weil es für die verlangten Preise keine Käufer mehr gibt. Werden diese Kredite “faul”, kommen auf die Bank noch grössere Probleme zu als die, die jetzt schon bekannt sind.

Update 21:47 Uhr. Hier ein aktueller Bericht dazu.

Ein Kommentar zu “Die Hypo Alpe-Adria-Bank d.d., Zagreb”

  1. Kapitän

    Eines hat Du vergessen, die ganzen Yachten die in den Marinas liegen.

Einen Kommentar schreiben: