Eheschliessungen in Kroatien

Deutsche Staatsangehörige haben die Möglichkeit in Kroatien eine Eheschliessung durchzuführen. Sie ist aber nicht in der deutschen Botschaft in Zagreb möglich. Sie kann nur bei dem zuständigen kroatischen Standesamt vorgenommen werden und ist in Deutschland ohne weitere Anerkennung voll gültig. Eine sich an die standesamtliche anschließende kirchliche Trauung ist fakultiv und für die Wirksamkeit der Eheschließung nicht relevant. Dagegen wird die ausschließlich kirchliche Trauung, die seit dem 01.07.1999 in Kroatien möglich ist, bei Ehegatten mit ausländischer (= nicht kroatischer) Staatsangehörigkeit nicht anerkannt.

Deutsche, die nicht in Kroatien wohnhaft sind, können grundsätzlich bei jedem kroatischen Standesamt miteinander die Ehe schließen. Eine Wohnsitznahme ist nicht erforderlich. Der Termin für die Eheschließung kann frühestens 45 Tage vorher vereinbart werden. Eine Aufgebotsfrist gibt es nicht. Die Anmeldung zur Eheschließung kann nur persönlich, also nicht schriftlich, telefonisch oder durch einen Bevollmächtigten, erfolgen. Bei der Trauung müssen zwei Zeugen zugegen sein. Diese können in der Regel auch kurzfristig vor Ort bestimmt werden. Wenn ein Verlobter nicht kroatisch spricht, muss bei der Eheschließung ein gerichtlich zugelassener Dolmetscher anwesend sein.

Zur Anmeldung der Eheschließung müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

  • gültiger Reisepass;
  • internationale Geburtsurkunde, die nicht älter als 3 Monate ist. Sofern eine Geburtsurkunde auf nationalem Vordruck vorgelegt wird, muss diese von einem vereidigten Übersetzer ins Kroatische übersetzt und vom zuständigen Amtsgericht mit einer Apostille versehen werden;

  • Ehefähigkeitszeugnis, das ebenfalls von einem vereidigten Übersetzer ins Kroatische übersetzt und vom zuständigen Amtsgericht mit einer Apostille versehen ist;

  • in Einzelfällen wird vom Standesbeamten zusätzlich eine konsularische Bescheinigung verlangt. Diese kann unter Vorlage des Ehefähigkeitszeugnisses von der Botschaft ausgestellt werden.

Die Apostille wird nach dem Haager Übereinkommen erteilt von dem für das ausstellende Standesamt zuständigen Amtsgericht in Deutschland.

Das Ehefähigkeitszeugnis wird mit einem Formantrag (erhältlich beim zuständigen deutschen Standesamt oder bei der Botschaft) beantragt. Sofern Sie den Antrag nicht persönlich in Deutschland stellen wollen, ist die Beglaubigung Ihrer Unterschrift durch die Botschaft möglich. Anschließend können Sie den Antrag postalisch an das zuständige Standesamt übermitteln.

Die Ausstellung des Ehefähigkeitszeugnisses ist gebührenpflichtig (derzeit: 55.- Euro). Es ist ab Ausstellung sechs Monate gültig.

Folgende Unterlagen sind dem Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses von beiden Verlobten in der Regel beizufügen:

1. Für den/die deutsche/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Deutschland:

  • Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde mit Angabe des Familienstandes, des Wohnortes und der Staatsangehörigkeit

  • beglaubigte Abschrift oder Auszug aus dem Familienbuch der Eltern oder, falls Sie in einem solchen Familienbuch nicht eingetragen oder als Kind angenommen worden oder im Ausland geboren sind, Ihre Abstammungsurkunde

  • beglaubigte Fotokopie eines amtlichen Ausweises (z.B. Reisepass, Personalausweis)

2. Für den/die deutsche/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Kroatien:

  • beglaubigte Abschrift oder Auszug aus dem Familienbuch der Eltern oder, falls Sie in einem solchen Familienbuch nicht eingetragen oder als Kind angenommen worden oder im Ausland geboren sind, Ihre Abstammungsurkunde

  • beglaubigte Fotokopie eines amtlichen Ausweises (z.B. Reisepass, Personalausweis)

  • Wohnsitzbescheinigung („uvjerenje o prebivalištu“) mit beglaubigter deutscher Übersetzung

  • bei früherem Wohnsitz in Deutschland: Aufenthaltsbescheinigung der letzten Meldebehörde

  • zusätzliche Unterlagen – ggf. mit beglaubigter deutscher Übersetzung – bei Verlobten, die verheiratet gewesen sind, z.B. Sterbeurkunde früherer Ehegatten, rechtskräftiges Scheidungsurteil (bei im Ausland ausgesprochener Scheidung zusätzlich Bescheinigung über deren Anerkennung)

3. Für den/die kroatische/n Verlobte/n mit Wohnsitz in Kroatien:

  • internationale Geburtsurkunde; sofern eine Geburtsurkunde auf nationalem Vordruck vorgelegt wird, muss diese von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt und vom zuständigen Gemeindegericht (općinski sud) mit einer Apostille versehen werden;

  • Wohnsitzbescheinigung mit beglaubigter deutscher Übersetzung

  • beglaubigte Fotokopie des Reisepasses (putovnica) oder Personalausweises (osobna iskaznica)

  • zusätzliche Unterlagen bei Verlobten, die verheiratet gewesen sind (s.o.)

4. Sonstige Unterlagen:

  • Geburtsnachweis (in der Regel eine vollständige Abschrift aus dem Geburtenregister = izvadak iz matice rođenih) für ein gemeinsames Kind der Verlobten, dessen Geburt nicht in Deutschland beurkundet worden ist. Die Vaterschaft muss jedoch auch nach deutschem Recht wirksam sein.

Die angegebenen Erfordernisse ergeben sich aus Erfahrungswerten der Botschaft. Es steht jedem Standesbeamten frei, sich weitere Unterlagen vorlegen zu lassen. Das zuständige Standesamt entscheidet allein und in eigener Zuständigkeit über die zur Eheschließung vorzulegenden Unterlagen.

Um die spätere Urkundenbeschaffung zu vermeiden, sollte bereits bei Anmeldung der Eheschließung das Familienbuch resp. eine internationale Heiratsurkunde bestellt und auf die Aushändigung unmittelbar nach der Trauzeremonie Wert gelegt werden. Die nachträgliche Ausstellung der Urkunden kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die von den kroatischen Standesämtern zu gegebener Zeit an die Botschaft übersandte Heiratsurkunde ist für amtliche Zwecke bestimmt und kann den Eheleuten nicht übersandt werden.

Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass die von den kroatischen Standesämtern erteilten internationalen Heiratsurkunden zur Vorlage bei deutschen Behörden keiner Legalisation und sonstiger Vermerke über die Echtheit bedürfen. Jedoch ist die Anbringung einer Apostille erforderlich, wenn es sich um eine nationale, d.h. in ausschließlich kroatischer Sprache ausgestellte Urkunde handelt.

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Alle Angaben beruhen auf Erkenntnissen und Einschätzungen der Botschaft im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Angaben, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann keine Gewähr übernommen werden. Bei weiteren Fragen wird empfohlen, sich direkt an die jeweils zuständigen Stellen zu wenden bzw. einen Rechtsbeistand zu konsultieren.

Quelle: Deutsche Botschaft, Zagreb

Ein Kommentar zu “Eheschliessungen in Kroatien”

  1. Gastarbeiter

    Ich vermute, dass für eine so abgeschlossen Ehe Kroatische Gesetze gelten. In Kroatien, nach meinem Wissen, gibt nicht Gleichberechtigungsgesetz
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichberechtigungsgesetz). So wird, z.B. beim kauf eine Immobilie, vertrag anders gestalten abhängig davon wo die Ehe abgeschlossen ist. Ein „Deutsche Ehepaar“ kauf ein Wohnung „zum Miteigentum je zur Hälfte“. „Kroatische Ehepaar“ aber „zum Gesamtgut der Errungenschaftsgemeinschaft“.

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