Die Minderheit der Schokatzen in Ungarn

In und in der Umbebung der ungarischen Stadt Mohács, lebt die Minderheit der Šokci -deutsch: Schokatzen-, die teilweise auch aus Kroaten (Südslawen) besteht. Sie veranstalten in der Karnevalszeit die sog. Buscho-Umzüge.

Diese Umzüge wurden im November 2009 auf die UNESCO Weltkulturerbeliste als immaterielles Erbe aufgenommen.

Die 900 Jahre alte, 20.000 Einwohner zählende Stadt Mohács liegt an der Donau in Südungarn, etwa eine halbe Autostunde von der diesjährigen Kulturhauptstadt Pécs entfernt und ist für seinen fröhlichen, alten Brauch, den Buscho-Umzug bekannt. Die Buschoumzüge dauern 6 Tage und  finden dieses Jahr vom 11.-16. Februar statt.

Die Bekleidung der Buschos hat sich seit den Ursprüngen im 18. Jahrhundert wenig verändert. Sie tragen ein nach außen gekehrtes Schafsfell, eine Hose mit Strohfüllung und bunte, gestrickte Strümpfe. Das Fell ist mit einem Viehseil zusammengehalten, daran ist  eine Viehglocke befestigt. In den Händen halten die Buschos Ratschen oder Holzkeulen. Die von den Buschos getragene, mit Tierblut rot gefärbte Holzmaske ist mit einer Schafsfellkapuze versehen.

Die furchterregenden, lärmenden Buschos beerdigen den Winter bei Anbruch der Nacht mit einem Feuer und begrüßen den Frühling. Dieses einzigartige Faschingsfest zieht jedes Jahr etwa 30.000 Besucher an.

Das Brauchtum basiert auf Überlieferungen der hiesigen kroatischen Minderheit und reicht in heidnische Zeiten zurück. Was die Bedeutung des Brauchs anbelangt, gibt es zwei Versionen: die eine spricht von kultischen Handlungen, die so wie bei anderen Faschingsbräuchen, der Austreibung des Winters dienen. Die andere Theorie geht auf die Angst vor den Osmanen zurück. Bei Mohács hat Ungarn einen  der größten Schicksalsschläge seiner Geschichte erlitten: die Niederlage gegen die Türken auf dem Schlachtfeld von Mohács im Jahre 1526. Nach dieser verlorenen Schlacht begann in Ungarn die 150 Jahre währende Türkenherrschaft.

Quelle: OTS

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