Fernsehtip zur Geschichte von Kroatien

In der mehr als tausendjährigen Geschichte von Kroatien, stellt die Zeit von 1941 bis 1945 einen kurzen, aber wichtigen Zeitabschnitt dar.

Unter dem Titel: “Hitlers Verbündete” zeigt der Fernsehsender EinsExtra am Sonntag, den 24.1.2010 um 21:02 Uhr eine Sendung, in der die Zeit von 1941 bis 1945 in Kroatien beschrieben wird.

Wer sich für die Geschichte von Kroatien interessiert, welche bis in die heutige Zeit hineinreicht, sollte sich diese Sendung auf keinen Fall entgehen lassen, weil sich die Opferzahlen, die dort genannt werden, ganz erheblich von den Zahlen unterscheiden, die von anderer Seite immer wieder behauptet werden.

Mehr dazu hier.

10 Kommentare zu “Fernsehtip zur Geschichte von Kroatien”

  1. istra

    danke Soline für den Tip!

    Die Sendereihe ist wirklich gut und bisher historisch korrekt gemacht.
    Bin schon auf die Ausstrahlung neugierig…

  2. Soline

    Wer hat diese Sendung gestern Abend gesehen?

    Mich würde interessieren, was Sie dazu zu sagen/schreiben haben.

    MfG Soline

  3. Michael

    Hallo Soline,

    habe mir nach deinen Tip die Sendung angesehen, und da ich mich doch ein wenige in der Geschichte auskenne, war ich über die Inhalte der Sendung doch ein wenig überrascht. Mir war es nie so bewusst, dass die Staaten des ehemaligen Jugoslawien sich so feindsellig gegenüber standen.

    MfG Michael

  4. Soline

    @ Michael

    Wenn du dich für die Geschichte von Kroatien im allgemeinen und dich darüber informieren möchtest, wie der Konflikt im ehemaligem Jugoslawien entstanden ist, dann schau mal hier:

    http://www.kroatien-lexikon.de/index.php/Kroatische_Geschichte

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf folgenden Artikel besonders hinweisen:

    http://www.kroatien-lexikon.de/index.php/Der_Konflikt_zwischen_den_Kroaten_und_den_Serben%2C_ab_dem_Ende_des_18._Jahrhunderts

  5. ivo

    ich habe mir die Sendung auf Grund Deines Tips auch angeschaut, und zwar gleich alle drei Folgen. Besonders hat mich die Folge über Kroatien interessiert. Ich bin kein historischer Fachmann aber mir schien es so, als ob sich die Macher der Sendung um Objektivität bemüht hätten. Einiges wusste ich auch noch nicht. So die enge und frühe Verbindung mit dem faschistischen Italien unter Mussolini. Gleiches gilt für die erwähnten tiefen Wurzeln einer Feindschaft zu anderen Völkern im ehemaligen Jugoslawien sowie der “übertreuen” Erfüllung des Völkermordauftrags der deutschen Nazis (Mit der Inbesitznahme von Grundstücken durch die Roma in Istrien scheint mir nach dieser Sendung übrigens einiges noch schleierhafter).
    Ich habe mir die Sendung aufgenommen und werde sicher noch ein paar Mal sozusagen in Ruhe “nach schauen”.
    Nochmals ein ganz dickes Lob für den Tip
    und einen schönen Gruss
    Ivo

  6. Soline

    Es freut mich sehr, wenn sich Leser aufgrund meines Hinweises, diese Sendung angeschaut haben.

    Nach meinen Untersuchungen hat er in etwa gezeigt, wie die vier Jahre kroatischer Geschichte abgelaufen sind, dessen Auswirkungen bis in die heutige Zeit hineinreichen.

    Eine Anmerkungen möchte ich dazu aber noch machen:

    Der Einfluss von Italien und Mussolini in diesem Krieg war viel grösser, als es in dem Film dargestellt worden ist. Ohne dessen Hilfe hätte es keinen Ante Pavelić und keine Ustaša-Bewegung in Kroaten gegeben. Sie waren froh, dass sie ihn und seine Leute, die vorher jahrelang in Italien im Exil lebten, wieder los waren.

    Der musste dann bereits einen Monat, nach Ausrufung seines Staates, die Zeche für seinen Aufenthalt in Italien an Mussolini zahlen. Durch die römischen Protokolle vom 18.5.1941 sind von Pavelić, weitere grosse Teile von Kroatien an Italien abgetreten worden. Istrien, Rijeka, Gebiete von Zadar und einige Inseln (z.B.Cres) gehörten früher schon zu Italien, weil es 1920 von dem jugoslawischen König abgetreten worden war.

    Am Einmarsch nach Jugoslawien waren etwa 85.000 deutsche, 333.700 italienische und 15.000 Soldaten aus anderen Ländern beteiligt. (Quelle: “Zbornik Narodnih Heroja Jugoslavije” – herausgegeben 1947 in Belgrad).

    Bei der Beurteilung der Italiener in diesem Krieg ist darauf hinzuweisen, dass auch sie auf ihrem Gebiet in Kroatien Konzentrationslager betrieben haben. Eines davon auf der Insel Rab. Positiv ist bei ihnen aber zu vermerken, dass sie keine systematische Verfolgung von Serben, Juden und Roma durchgeführt haben. Im Gegenteil, nicht wenige Personen haben bei ihnen Schutz gefunden.

  7. istra

    Mich interessiert an der Geschichte wie verblüffend einfach sich ein ganzes Volk von einer ganz kleinen Gruppe zunächst gegen ihre Nachbarn vom In- und Ausland aufhetzen, dann selber terrorisieren, und schlussendlich an die Schlachtbank führen läßt.
    In allen faschistischen Staaten, nicht nur in Kroatien, lief es nach diesem Muster.
    In allen diesen Ländern waren viele, ja manchmal sogar eine Mehrheit, gegen diese Entwicklung, konnten aber wegen des inneren Terrors gegen die Machthaber nichts ausrichten, ja wurden zum Mitmachen gepresst.

    Frankreich und Deutschland haben es seit Napoleon nach schwersten Kriegen geschafft sich wieder zu versöhnen. Mit der Tschechei und mit Polen (unter anderen) ist dieser Prozess auch begonnen.
    Man hat die Spirale aus Hass und Gewalt entschlossen unterbrochen, und sogar eine Union aufgebaut.

    Kann man sich in Kroatien nicht vorstellen, dass mit Serbien unter dem Dach der EU auch eine echte Versöhnung möglich wäre?

  8. Soline

    @ Istra

    Du stellst die Frage:

    “Kann man sich in Kroatien nicht vorstellen, dass mit Serbien unter dem Dach der EU auch eine echte Versöhnung möglich wäre?”

    Das ist nach m.M. durchaus möglich. Einen Schritt in diese Richtung, haben die kroatischen Wähler erst vor 16 Tagen unternommen.

    Wenn jetzt auch noch die beiden christlichen Kirchen ein paar Schritte in diese Richtung vollziehen könnten, wäre schon sehr viel in dieser Hinsicht erreicht.

  9. Mrvica

    Politisch wäre eine Versöhnung mit Serbien eventuell möglich.
    Auf der zwischenmenschlichen Ebene eher nicht.
    Besonders die in den ehemaligen Frontgebieten lebenden Menschen ,sind eher dazu geneigt allem serbischen zu mißtrauen.

  10. istra

    Dass in den betroffenen Gebieten lt. Mrvica die Leute so fühlen/denken ist angesichts der mörderischen Ereignisse mehr als verständlich.
    Wird wohl eine Generation oder mehr dauern, bis man dort wieder Normalität geniessen kann.
    Da die beiden christlichen Kirchen seit dem Schisma von 1054 n.Chr. zwischen “Konstantinopel” und “Rom” verfeindet sind, und von Analysten auch als Teil der Balkan-Differenzen gesehen werden, sind sie eher Teil des Problems als Teil der Lösung.
    Würde mir trotzdem auch wie Soline wünschen, dass die Kirchen zur Lösung beitragen.

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