Das Kriegsverbrechertribunal in den Haag – und kein Ende ist in Sicht

Am 7.12.2005 ist der ehemalige kroatische General Ante Gotovina auf der spanischen Insel Teneriffa festgenommen und danach in Untersuchungshaft gebracht worden. Danach hat am 10.3.2008 vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, der Prozess gegen ihn und die ehemaligen kroatischen Generäle Ivan Cermak und Mladen Markač begonnen. Über den Prozessauftakt ist in nationalen und internatinalen Medien ausführlich berichtet worden.

Über den weiteren Ablauf wurde wenig berichtet und wenn doch, dann nur in Zusammenhang mit der Beschwerde des Chefanklägers Serge Brammertz, dass Kroatien nicht ausreichend mit dem Tribunal zusammenarbeitet. Er verlangt, dass angeblich vorhandene Schiessprotokolle, als Beweismittel an das Gericht ausgehändigt werden. Dabei geht er davon aus, dass solche schriftlichen Unterlagen bei der Operation Oluja angefertigt worden sind.

Die Frage, wie es überhaupt zu einer Prozesseröffnung kommen konnte, ohne das wichtige Beweismittel vorhanden sind, ist bis heute nicht beantwortet worden.

Verteidiger der Angeklagten sind die US-Amerikaner Greg Kehoe und Luka Mišetić, die ihre Aufgabe aufgrund der amerikanischen Rechtsanwalts-honorarordnung ausüben. Dadurch entstehen ganz erhebliche Kosten. Diese werden zum Teil von der kroatischen Regierung, die selbst in Finanznöten steckt, getragen.

Um die weitere Bezahlung der Verteidigung sicherzustellen, hat gestern in Split ein Galakonzert stattgefunden. Teilnehmer waren u.a. die Künstler Tereza Kesovija, Oliver Dragojević, Tedi Spalato und Jasna Zlokić und eine grosse Anzahl von Politikern und Geschäftsleuten. Nach Angaben der Zeitung Slobodna Dalmacija, konnten dabei 1,9 Mio. Kuna aufgebracht werden.

Einen Kommentar schreiben: