Donau-Konferenz in Wien

Die Donau, der zweitlängste Fluss in Europa, bildet auf einer Länge von 137 km, die natürliche Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Die Stadt Vukovar ist auf kroatischer Seite die grösste Stadt.

Die Dunav, wie sie in Kroatien genannt wird, ist nicht nur eine Schiffahrtsstrasse, sondern in ihren Auen befinden sich ausgedehnte Gebiete, die im Interesse des Naturschutzes erhalten bleiben müssen.

In Wien findet heute eine Konferenz der Vertragsstaaten des Donau-Schutz-Übereinkommens statt, das von der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD) veranstaltet wird.

Hier ein Bericht dazu:

Zahlreiche MinisterInnen und hochrangige VertreterInnen der Donau-Anrainerstaaten werden daran teilnehmen, für Österreich wird Umweltminster Niki Berlakovich mit dabei sein. Die Konferenz soll den Bewirtschaftungsplan für das Einzugsgebiet der Donau verabschieden, der konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbedingungen skizziert. Ein wichtiges Kernthema wird dabei der Interessenausgleich zwischen Schifffahrt und Umwelt- und Naturschutz sein.

“Wir hoffen, dass der Umweltminister die Ausarbeitung eines ökologischen Alternativprojektes zum völlig überzogenen, anachronistischen und geldverschwenderischen Niederwasserregulierungsprojekt der staatlichen via donau unterstützt”, erklärt Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.

“Wir appellieren an Umweltminister Niki Berlakovich, sich im Rahmen der Tagung klipp und klar gegen das derzeitige Flussbauliche Gesamtprojekt Donau östlich von Wien auszusprechen”, so Heilingbrunner. Dieses größte heimische die Donau betreffende Projekt der republikseigenen via donau und des Verkehrsministeriums soll den Donaustrom zwischen Hainburg und Bratislava zu einer Schifffahrtsautobahn ausbauen. Geplant ist eine Erhöhung der Fahrwassertiefe auf 2,80 Meter, um das Transportaufkommen wenige Prozentpunkte zu erhöhen. “Würde der geplante Maximalausbau der Schifffahrtsrinne im heimischen Nationalparkabschnitt durchgezogen, würde sich Österreich auf künstliche hergestellte Fahrwassertiefen, die auf veralteten Empfehlungen beruhen und nicht notwendig sind, festlegen. Zudem würde der Ausbaudruck auf die restlichen 2.000 km Donaustrecke bis zum Schwarzen Meer steigen, was fatale Folgen für die Gewässerstrecken in den Unter- und Oberlieger-Ländern der Donau hätte, da dann auch dort diese Fahrwassertiefen hergestellt werden müssten. Wertvolle Lebensräume von Bayern über die Wachau bis zum Donau-Delta in Rumänien wären in Gefahr. Drei Nationalparke, zwei Weltkulturerbestätten, elf Ramsar-Schutzgebiete wären betroffen. Fast zwei Drittel der sensiblen Gebiete sind deklarierte oder potenzielle Natura 2000-Gebiete”, betont Heilingbrunner.

Der Umweltdachverband appelliert an BM Berlakovich: Helfen Sie jetzt entscheidend mit, die gesamte Vielfalt und den Reichtum des Lebens in der Donau und ihren Auen zu schützen, zu erhalten und zu fördern! Treten Sie für eine verträgliche Nutzung des Flusses ein. Die Schiffe müssen dem Fluss angepasst werden und nicht der Fluss den Schiffen. Die österreichische Position muss Vorbild für die anderen Donau-Anrainerstaaten sein. “Wie brauchen auch in Österreich eine Diskussion um die Donauraumstrategie unter Einbeziehung von Schifffahrt, Regionalwirtschaft, Fremdenverkehr, Naturschutz, Ökologie, Gewässer- und Hochwasserschutz und Sicherung der Trinkwasserreserven. Der Umweltdachverband und seine Mitgliedsorganisationen werden ein wichtiger Partner bei der Ausarbeitung der Donauraumstrategie sein”, so Heilingbrunner abschließend.

Quelle OTS

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