Neues vom Flughafen Rijeka

Wie bereits mehrfach berichtet, befindet sich der Flughafen Rijeka in sehr grossen finanziellen Schwierigkeiten.

Eigentümer ist der kroatische Staat mit 55 % Anteil, die Gespanschaft Primorsko-Goranska mit 20 %, die Stadt  Rijeka mit 10 %, die Städte Crikvenica, Krk und Opatija mit jeweils 4 % und die Gemeinde Omišalj mit 3 % Anteil.

Auf Antrag von Zlatko Komadina, dem Leiter der Gespanschaft Primorsko-Goranska hat in diesen Tagen, eine Sondersitzung der Gesellschafter-versammlung stattgefunden.

In dieser Sitzung hat er darauf hingewiesen, dass die Probleme aus Gleichgültigkeit des Staates entstanden sind, der als Hauptgesellschafter nichts unternommen habe, um auf eine schnelle und effektive Art und Weise, den Weg aus der Finanzkrise zu finden. Aufgrund dieser Tatsache hätten auch die Minderheitsgesellschafter nichts unternommen und wegen Geldmangel in ihren eigenen Haushalten, andere Prioritäten gesetzt.

Anschliessend sind mehrere Modelle besprochen worden, die alle auf Basis einer öffentlich-privaten Partnerschaft beruhen. Dabei ist man zu der Überzeugung gelangt, dass man strategische Partner aus dem In- und Ausland suchen und finden müsse, mit deren Hilfe die bestehenden Probleme gelöst werden. Dieser könnte neue Ideen und Aktivitäten in dieses Projekt einbringen und für einen privaten Kapitalgeber gäbe es nur ein Ziel – ein gutes Ergebnis.

Die öffentlich-private Partnerschaft müsse durch Erteilung einer langfristigen Konzession erfolgen, in der die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssten, was bedeuten würde, dass von dem privaten Investor nur die kommerziellen Aktivitäten ausgeübt werden können.

Die Aktivitäten im Bereich der Sicherheit des Luftverkehrs, sowie der Ordnung und Sicherheit auf dem Flughafen, müssten weiterhin durch den Staat durchgeführt werden.

In diesem Zusammenhang ist darauf hingewiesen worden, dass es in der Welt zahlreiche Beispiele dafür gibt, wo privates Kapital dazu eingesetzt wurde, sich an einem staatlichen Flugplatz erfolgreich zu beteiligen. Eines davon sei gar nicht so weit entfernt. In Tirana, der Hauptstadt von Albanien habe sich vor einigen Jahren die deutsche HOCHTIEF-Gruppe beteiligt und in nur vier Jahren, sei die Passagierzahl verdoppelt worden.

Eine Entscheidung ist jetzt noch nicht getroffen worden und die Regierung als Mehrheitsgesellschafter muss jetzt entscheiden, ob das besprochene Verfahren in Form einer weltweiten öffentlichen Ausschreibung durchgeführt wird, damit die Arbeitsplätze erhalten werden und die Touristen auch in Zukunft, diesen Flugplatz in Anspruch nehmen können.

Quelle: Novi List

Eigentlich ist diese Idee gar nichts Neues. Bereits 1994 ist der Vertreter einer Finanzgruppe aus Deutschland nach Kroatien gereist, weil sie grundsätzlich bereit war, innerhalb einer öffentlich-privaten Partnerschaft, den Flughafen Rijeka zu übernehmen. Die Verhandlungen darüber sind über Vorgespräche nicht hinaus gekommen, weil für ihn schnell erkennbar war, dass seine kroatischen Gesprächspartner Vorstellungen und Wünsche hatten, die von der Gruppe nicht erfüllt werden konnten.

13 Kommentare zu “Neues vom Flughafen Rijeka”

  1. Mrvica

    Die Realität,holt alle ein,die einen früher,die anderen später
    Sollte der Flughafen geschlossen werden müssen ,hätte das mittel-und langfristige Folgen, die heute noch nicht absehbar sind für die Region.

  2. marc

    genau so sehe ich das auch. denke das der tourismus ebenso betroffen sein wird wie die vielen arbeitsplätze auf der insel

  3. istra

    weise nochmals darauf hin, dass nach meiner bescheidenen Meinung nach nicht der Flughafen Rijeka das Problem ist, sondern dass der unfreie staatlich-bürokratisch GEBREMSTE Tourismus (frei ist nichts, alles ist von schwer erhältlichen Genehmigungen abhängig, rigorose Strafen auch für Touristen, totale Parkraumabzocke und Autoabschleppe, zu wenig Umlenkung der “Kurtaxe” für lokale Investitionen, zu wenige staatliche Investitionen – vieles verkommt, verschleppte Privatisierung, künstlich überhöhter Kuna-Wechselkurs um nur wenige mir aufgefallene Fehler zu erwähnen) auch die Anzahl der Flugpassagiere senkt.
    Natürlich wäre es ein weiterer unguter Schlag gegen das Tourismuseinkommen, wenn man infolge dieser und anderer Fehler den Flughafen Rijeka nicht renoviert oder gar schlösse!

  4. Petrina

    @istra

    Deiner Kritik über den unfreien staatlich-bürokratisch gebremsten Tourismus möchte ich in Teilen widersprechen.
    Ich finde es durchaus im Sinne der Touristen, wenn Genehmigungen gefordert und bei Verstößen die Vermieter bestraft werden. Es dient letztlich der Qualitätssicherung, dass beispielsweise vor der Vermietungsgenehmigung nachgewiesen werden muss, dass die Elektroinstallation fachmännisch vorgenommen wurde, das bereitgestellte (Trink-)Wasser einwandfrei ist und auch die Abwasserentsorgung vorgenommen wird. Hier sollte meines Erachtens noch deutlich mehr auf die Einhaltung der Bestimmungen Wert gelegt werden. Aus meiner Sicht ist das für die Touristen durchaus vorteilhaft.
    Auch der Aussage “totale Parkraumabzocke” kann ich mich (in Bezug auf die Insel Krk) nicht anschließen. Die erhobenen Parkgebühren sind – aus meiner Sicht – nicht überzogen und es wurde in den letzten Jahren und Monaten zumindest hier viel neuer Parkraum geschaffen. Dieser ist dringend nötig und bezahlt sich schließlich auch nicht von selbst.

    Auch in Bezug auf andere Infrastrukturmaßnahmen ist auf der Insel Krk in den letzten Jahren sehr viel geschehen. Inwieweit es hierbei einem Staat und / oder den Gemeinden möglich ist, zur Finanzierung beizutragen, entzieht sich meiner Kenntnis. In Deutschland sind die Gemeinden mittlerweile so klamm, dass sogar Büchereien, Museen usw. geschlossen werden müssen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Kroatien mit der finanziellen Ausstattung von Kommunen und Staat so viel besser aussieht.

    LG

  5. Soline

    @Istra

    Jetzt übertreib mal nicht.

    Von einer “totalen Parkraumabzocke” habe ich noch nichts in Kroatien bemerkt.

    Im Fernsehen kann man aber schon mal sehen, wie so etwas in Städten wie München, Frankfurt, Köln, Hamburg usw. gehandhabt wird. 5 Minuten im absoluten Halteverbot – und schon ist der Abschleppwagen da.

  6. istra

    ich habe einen Stein ins Wasser geworfen und er schlägt Wellen, wie man liest.
    Erstmal Zustimmung meinerseits, dass in Sachen Infrastruktur etwas geschieht. Der Umbau der alten Buckelstrassen ist in Arbeit. Die Abwasserkanalisierung im unmittelbaren Küstenbereich ist begonnen. Die Trinkwasserversorgung wird ausgebaut. Es gibt einige weitere positive Infrastruktur-Beispiele, auch allerorten, ist wahr.

    Es ist nach meiner Meinung aber Abzocke, wenn NUR zur Gästesaison die Abschleppadler kreisen und die Autos meist ausländischer Erholungssuchender abschleppt werden, die zwar einschließlich Kurtaxe an den Staat und an die Wirtschaft alles bezahlen, aber zuwenige Parkplätze bekommen! Ich beobachte, dass außerhalb der Gästesaison die Abschlepper NICHT herumsuchen, obwohl die Anzahl der zwangsweisen Parkverstösse in dieser Zeit NICHT wesentlich geringer ist. Wer das sehen möchte, den führe ich hin. Es fehlt überall an Parkplätzen, damit die Gäste ihr Auto außerhalb der Pension parken können, während die Abschleppfirmen mehrere grosse abgezäunte Parkplätze angemietet haben, um dort die “Parksünder” abzustellen. Das ist eine paradoxe Vorgangsweise, die Methode hat, weshalb ich das als Abzocke empfinde.
    In Pula und anderswo werden Parksünder sogar unter Verstoß gegen die Verfassung abgestraft, habe ich gelesen. Auch aus Opatija ist mir ein zweifelhafter Vorgang bekannt. Wenn man das Geld der Touristen möchte, muß man ihnen aber dann auch fair entgegentreten, oder man muß die Anzahl der Touristen dem Parkraum anpassen. Also, was will man!?
    Man soll sich doch nichts vormachen, dass jeder abgeschleppte Tourist nicht mehr wiederkommt. Will man dass!?
    Die Touristen sind nicht so blöd, wie man eventuell glaubt: die merken schnell was gespielt wird und bleiben weg. Jedes Jahr mehr.

    Aus Rücksicht auf Kroaten, die von der Rückständigkeit nichts hören wollen (nehme an sie wissen es allerdings auch genau), verzichte ich auf weitere Beispiele, auch fehlender Positiva, die dem Tourismus schaden.

    Zu den von mir angesprochenen Tourismusbremsen durch die staatliche (gesetzliche) Bürokratie möchte ich noch soline antworten und ergänzen, dass die z.B. in Österreich und Deutschland für Privat-Zimmervermieter dort keine Genehmigungen verlangt werden, während meine kroatische Rentnerin und der kroatische Tourismus um die bitter benötigten Zusatzeinnahmen gebracht werden. Die Nachfrage nach Betten wäre da! Das Argument mit der Qualität ist ein oft vorgebrachtes Scheinargument, das auch hier gutgläubig wiederholt wurde. Aber jedes Quartier hat seinen angemessenen Preis. Der Gast und der Vermieter regeln das unter sich. Das wird auch im Wohnungsmarkt in Kroatien heute so gehandhabt. Da muss der Staat nicht bremsend ran. Wenn fehlende Standarts genannt werden, auf deren Einhaltung der Staat zu wachen hätte, dann ist zu fragen, wieso man gleichzeitig in diesen Gebäuden kroatische Bürger unbehelligt wohnen läßt: sind Kroaten Menschen zweiter Klasse?
    Man verschließt hier gerne die Augen (was auch eine nette Eigenschaft sein kann), aber man wundere sich nicht, wenn der Flughafen schlisst und so manches Andere auch, wobei ich aber gewiss nur sehr sehr ungern zusehe!

  7. jolanda

    Ich kann jetzt nur für Rab sprechen, dort sieht man den Abschlepper ganzjährig tagtäglich kreisen, es ist also kein durchaus saisonbedingtes Verhalten.
    Desweitern gibt es auf Rab etwa 30.000 Gäste-Betten (bei ca. 9000 Einwohnern), in den Monaten Juli und August könnten sicher noch weitere Betten mit Gästen belegt werden aber was nützt das wenn die Insel so schon aus allen Nähten platzt. Dann doch besser eine Reglementierung als reiner Wildwuchs (meine Meinung).

  8. istra

    Ok, die Insel Rab ist voll! Keine Hilfe mehr für den Airport Rijeka.
    Fürchte das denken auch andere Einwohner der anderen Inseln und Strandgebiete hier.
    Also was solls. Rolladen runter, Airport zu!

    Wenn man sich da einig ist, dann bleibt es dabei.

  9. jolanda

    Was ist eigentlich dein Problem? niemand hat hier das Problem mit dem Airport abgestritten, da du aber einen pauschalen Rundumschlag bezüglich Tourismus gestartet hast, haben eben einige Leser darauf ihrerseits reagiert.

  10. istra

    ich habe kein Problem mit den Reaktionen der Leser. Wie kommst Du darauf?
    Was meine Kritik an den Ursachen der Probleme des Flughafens angeht, so ist die Verkettung mit der Wirkung ja wohl nicht zu leugnen.
    Im Übrigen mag es auch andere weitere Ursachen geben.
    Ich verstehe meine Kritik positiv und konstruktiv.

  11. Mrvica

    istra
    Ich bin jetzt seit 1978 auf Krk.Niemals bin ich abgeschleppt worden,noch wurde ich von den Behörden abgezogen.
    Wer nicht zu faul ist,ein paar Schritte zu gehen,findet auch in der Hauptsaison genügend Parkraum für seinen fahrbaren Untersatz.
    Das es in den ersten Jahren nach dem Krieg,etwas rustikaler zuging,möchte ich nicht bestreiten,aber in den letzten zehn Jahren hat sich gerade was die Infrastruktur auf Krk angeht,gewaltig was verändert.
    Was das vermieten und die Taxe betrifft,so kann ich da nicht mitreden,
    da ich nicht vermiete und von der Taxe nicht betroffen bin.

  12. jolanda

    du weisst aber schon noch was du am 25.02. um 22:00 Uhr geschrieben hast?

    ich habe nicht behauptet, das eine Unterstützung des Flughafens nicht mehr nötig ist, es ging lediglich um deine Anmerkungen bezüglich der Vermietung und der Parksünder, auf die ich reagiert habe
    deshalb hatte mich deine Reaktion darauf verwundert, denn ich habe in meinem vorhergehenden Kommentar keinerlei Bezug auf die Flughafen-Problematik genommen

    nun es ist doch einfach so, das die Passagierzahlen für die Wirtschaftlichkeit des Flughafens nicht ausreichen, wenn nur 2-3 Maschinen am Tag starten/landen
    aber es rechnet sich eben nicht für jeden wenn man vielleicht in D schon zum Flughafen ein Bahnticket benötigt und dann in HR nochmals einen Transfer zahlt, schnell wird da lieber aufs Auto zurück gegriffen

  13. Soline

    Hallo Zusammen,

    kommen wir bitte auf das Thema Flughafen, Rijeka zurück. Probleme mit der angebl. Parkabzocke in Kroatien, können gerne hier weiter kommentiert werden:

    http://kroatien-news.net/2010/02/parksunder-in-der-stadt-pula/

    Auf das Thema Flughafen, Rijeka und seine Bedeutung für den Tourismus in Kroatien, komme ich in den nächsten Tagen, in einem seperaten Bericht zurück.

    Ich danke für das Verständnis.

Einen Kommentar schreiben: