Reiseangebote in Supermärkten

Reiseveranstalter kämpfen hart um die Gunst der Reisenden. Derzeit locken Reisekataloge mit attraktiven Preisen, Frühbucherrabatten und Schnäppchenangeboten. Die ÖAMTC-Touristik hat die Angebote für Selbstfahrer von allen Supermärkten und den gängigsten Katalogen der Reisebüros (wie Dertour, Gruber, Interhome, Terra Reisen oder TUI) unter die Lupe genommen. “Bei beiden Anbieterformen gilt, dass man vor der Buchung einige Dinge beachten sollte”, fasst die ÖAMTC-Touristikerin Silvie Bergant zusammen.

Mittlerweile gibt es in fast allen Supermarktketten Reisen im Angebot. “Beratung gibt es aber keine und die Reisen können auch nicht an der Kasse bezahlt werden”, nennt die ÖAMTC-Touristikerin zwei wesentliche Nachteile. Im Supermarkt selber gibt es nur die Prospekte, gebucht wird dann über eine Hotline oder im Internet. Die Lebensmittelhändler treten nicht als Veranstalter, sondern ausschließlich als Vermittler in Erscheinung. Als Preisbeispiel hat die Clubexpertin folgendes parat: Mit fünf Nächten in einem Privatappartement in Kroatien für nur 39 Euro pro Person lockt Lidl. Beim zweiten Blick zeigt sich aber, dass dieses Angebot nur an vier Terminen buchbar ist, und das Ende März, Anfang April oder Mitte/Ende Oktober. “Selbiges Angebot kostet in der Hauptsaison bereits das Vierfache”, informiert die ÖAMTC-Touristikerin. “Ist man also auf der Jagd nach einem Schnäppchen, so sollte man bei Destination und Reisetermin flexibel sein.” Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich Region oder Hotel sind bei den Supermarkt-Angeboten meist rar. Oft sind die Angebote zudem nur monatlich oder kürzer gültig.

Die informationsüberfrachteten Selbstfahrerkataloge sorgen oftmals für mehr Verwirrung als Aufklärung. Das Reisebüro bietet aber im Vergleich zum Supermarkt persönliche Beratung rund um Planung und Buchung der Reise. Nachteil: Es wird häufig als teuer empfunden. Die Beratung der Fachexperten und komplizierte Preisberechnungen sind im Reisebüro dafür gegen Buchungsgebühr inklusive. “Außerdem wird im Reisebüro individuell auf Zeitraum, Reiseland, Region oder sogar auf einen bestimmten Ortsteil eingegangen”, sagt die ÖAMTC-Expertin. Der Frühbucherbonus allerdings – bei den meisten Anbietern noch bis 31.März zu haben – hält nicht immer das, was er vorgibt zu sein. So ist es durchaus üblich, dass weniger Rabatt als erhofft geboten wird oder gar nur ein Konsumationsgutschein im Wert von 20 Euro bzw. eine Touristenermäßigungskarte. “Man sollte also im Reisebüro durchaus nach anderen, günstigeren Angeboten fragen”, empfiehlt die ÖAMTC-Touristikerin.

“Besonders bei Kinderermäßigungen sollte man auf Unterschiede achten”, betont Bergant. So kostet beispielsweise bei Hofer das Hotel Sol Garden Istra in Umag für drei Nächte 139 Euro pro Person. Bei zwei Vollzahlern bekommt ein 13-jähriges Kind 25 Prozent Ermäßigung. Im Katalog von Terra Reisen kostet selbiges Hotel zur gleichen Zeit für drei Nächte 135 Euro pro Person. Kinder unter 14 Jahren nächtigen bei diesem Angebot bei zwei Vollzahlern sogar kostenlos. Weiters sind bei Terra Reiserücktrittsversicherung und – wer rechtzeitig bucht – 15 Prozent Frühbucher-Bonus inkludiert. Die Buchungsgebühr des Reisebüros ist im Preis noch nicht eingerechnet.

Negativ fiel auf, dass keiner der geprüften Reisekataloge bzw. Prospekte nützliche Informationen zur Eigenanreise enthielt. “Um vor allem kostspielige Strafen zu vermeiden, sollten Autofahrer jedoch die örtlichen Straßenverkehrsbestimmungen kennen”, sagt die ÖAMTC-Touristikerin. Umfassende Infos dazu finden Reisende unter www.oeamtc.at/laenderinfo. Für Clubmitglieder gibt es weiters das kostenlose Touring-Set mit umfangreichem Kartenmaterial. Außerdem können mit dem clubeigenen Routenplaner Maut und Vignettenkosten für die gewählte Strecke berechnet werden. Und bei besonders teuren Strecken natürlich auch alternative Routen.

Weitere Tipps zur Reiseplanung bei Selbstfahrer-Angeboten

Achten auf Extrakosten. Häufig sind Strandbenützungsgebühr wie auch Kurtaxe nicht inkludiert. Auch fürs Haustier – sofern erlaubt – kommen meist Gebühren hinzu.

Angebote vergleichen. “Ein maßgeschneidertes Super-Angebot im Vorbeigehen findet man selten”, sagt die ÖAMTC-Expertin.

Im Reisebüro gezielt nach günstigen Angeboten fragen.

Bei guten Supermarkt-Angeboten nicht zu lange zögern, aufgrund des begrenzten Kontingents und der zeitlich eingeschränkten Buchbarkeit.

Das Kleingedruckte lesen. Auch wenn es immer wieder mühsam ist, finden sich hier doch manchmal Zusätze, mit denen man möglicherweise nicht einverstanden ist.

Reisekatalog oder Prospekt aufheben, diese können im Falle eines Reisemangels als Nachweis dienen.

Probleme an Reiseveranstalter melden. Treten bei Supermarkt-Reisen Mängel auf, ist der durchführende Veranstalter der richtige Ansprechpartner. Am besten noch den Reiseleiter oder die Vertretung vor Ort aufsuchen.

Quelle: OTS

Meinung: Ein Tipp ist dabei vergessen worden. Man sollte auch danach fragen, welche Zusatzkosten entstehen, wenn eine Klimaanlage oder Heizung – sofern vorhanden und notwendig – benutzt wird.

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