Die erste Folge des Tito-Films in HRT

Nachdem es gestern im laufe des Tages noch Irritationen darüber gegeben hat, ob die Ausstrahlung dieser Sendung stattfinden würde, weil es finanzielle Probleme zwischen dem Sender und dem Regisseur gegeben haben soll, wurde gestern Abend im staatlichem Fernsehsender HRT, wie hier angekündigt, die erste Folge eines Films, über den ehemaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Josip Broz Tito gesendet.

Anhand von vorliegendem Dokumentarmaterial wurde zunächst einmal gezeigt, dass er in Ljubljana in einem Krankenhaus gestorben ist und dann mit einem Sonderzug über Zagreb nach Belgrad zur Beisetzung gebracht wurde. Dabei konnte man sehen, welche Menschenmassen sich dort versammelt haben, wo der Zug vorbei gefahren ist. In Zagreb wurde ein Stopp eingelegt und am dortigen Bahnhof haben sich Zigtausende von Menschen versammelt, denen man ihre Trauer ansehen konnten. Manche Leute haben zum Ausdruck gebracht, dass Tito nun gestorben sei, aber in ihren Herzen immer weiter leben wird.

Ausserdem wurden die Trauerfeierlichkeiten in Belgrad gezeigt und es ist darauf hingewiesen worden, dass niemals früher oder später, so viele Trauergäste an der Beisetzung eines Staatsoberhauptes teilgenommen hätten. Zu ihnen gehörten u.a. Jimmy Carter, Leonid Breschnew, Indira Gandhi und auch die deutschen Politker Willy Brandt, Helmut Schmidt und Erich Honecker waren in dem Film zu sehen.

Im zweiten Teil wurde anhand von Originalmaterial gezeigt, wie sich Tito zu seiner Jugendzeit geäussert hat. Dabei hat er auf die ärmlichen Verhältnisse in seinem Elternhaus hingewiesen und erzählt, dass er nur fünf Jahre eine Schule besucht habe. Danach habe er an verschiedenen Stellen als Hilfsarbeiter gearbeitet und sei wie damals üblich von seinem Wohnort aus, durch durch die Gegend gezogen, um einen Arbeitsplatz zu finden. Er habe verschiedene Tätigkeiten ausgeübt. Einmal hat er gemeint er sei Kellner, aber seine Kollegen haben ihn darauf hingewiesen, dass er höchstens Tellerwäscher sei, weil er  den dafür notwendigen schwarzen Anzug nicht besessen habe.

Er berichtete weiter, dass er eines Tages zu Fuss bis in die Stadt Triest gelaufen ist und erstmals so eine grosse Stadt gesehen habe. Nach einiger Zeit wollte er  nach Bremen fahren, um von dort nach Amerika auszuwandern. Sein Lohn sei aber so gering gewesen, dass er sich die Fahrkarte nicht leisten konnte. Deshalb habe er sich entschlossen, in die Hauptstadt des damaligen Kaiserreiches, nach Wien zu gehen. Dort habe er einen guten Arbeitsplatz als angelernter Dreher bei der Firma Daimler bekommen und habe es sich leisten können Privatunterricht im Klavierspiel zu nehmen. Dabei hätte  er sehr schnell gelernt, “die kleine Nachtmusik” zu spielen.

Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges, zu dem er in Wien eingezogen worden ist, endete die erste Folge.

Für mich war bei dem was er gesagt hat auffallend, dass er sich trotz seines hohen Alters noch an seine Jugendzeit und Namen erinnern konnte. Ausserdem hat er  dabei ein Sprachgemisch aus kroatischer, slowenischer und deutscher Sprache gesprochen.

Die nächste Folge dieser Serie, wird am kommenden Freitag gezeigt.

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