Abriss von Montagehäusern auf der Insel Pag

Zwischen den Orten Šimuni und Mandre auf der Insel Pag, sind in den letzten Jahren an einer attraktiven Stelle, etwa 200 Montagehäuser gebaut worden, für die keine Baugenehmigung vorgelegen hat.

Die Besitzer waren aufgefordert worden, diese zu demontieren und zu entfernen. Die meisten von ihnen sind dieser Aufforderung nicht nachgekommen und deshalb sind heute Morgen um 8:30 Uhr die Polizei, Inspektoren des Ministeriums für Umweltschutz und ein Abrissunternehmen an Ort und Stelle eingetroffen, um auf Kosten der Besitzer, diese Häuser abzureissen.

6 Kommentare zu “Abriss von Montagehäusern auf der Insel Pag”

  1. istra

    Eine merkwürdige offensichtlich sehr reiche Gesellschaft, oder sollte man besser sagen Regierung, die es sich leisten will große Werte (Häuser) zu vernichten, wozu ja auch noch die Kosten der Vernichtung zählen.

    Ich fühle das als unmenschlich und abstoßend, und es passt überhaupt nicht in das Werbebild eines sonnigen Ferienlandes.

    Wäre es nicht für ALLE vorteilhafter, mit den Beteiligten nach Lösungen zu suchen und je nach schwere des Falls abgestufte saftige Strafzahlungen dem Staat zuzuführen?

  2. Mrvica

    Im Grunde genommen,werden hier beträchtliche Werte geschrottet,keine Frage.
    Gerade an der kroatischen Küste und auf den Inseln,wurde im großen Stiel
    schwarz gebaut,darauf hoffend, das eine nachträgliche Genehmigung erteilt wird.Nur eine Geldstrafe,würde gewisse Spekulanten nicht davon abhalten weitere Objekte ohne die erforderlichen Genehmigunge zu errichten.Was,soll der kroatische Staat dagegen machen?Diese Zustände des wilden unkontrollierten bauens dulden?Eine logische Konsequens
    ist es diese Häuser einfach abzureißen.
    Das wirklich traurige daran ist aber,das durch diese Abrißaktionen meist unschuldige ,blauäugige Käufer getroffen werden.
    Hier muß sich etwas ändern.Den Spekulanten,und lokalen Behördenvertretern, die das alles meist stillschweigend geduldet haben,
    sollte der finanzielle Gewinn entzogen werden und sie müßten für die imensen Schäden aufkommen.Nur dann wird das illegale bauen ein Ende haben.

  3. Werner

    Es handelt sich hier ja nicht um Häuser im wörtlichen Sinne, sondern um Kontainer und in dieser Zahl verschandeln sie wirklich die Landschaft. Die Kosten für die Vernichtung müssen, soviel ich weiß, die Besitzer dieser Objekte selber bezahlen. Ich kann hier in Deutschland auch nicht einfach so etwas machen, selbst für die Holzhütte in meinem Garten brauche ich ab einer bestimmten Größe eine offizielle Genehmigung.

  4. Soline

    @istra

    Der Abriss und das Entfernen von Häusern, Kontainern und Wohnwagen, die ungenehmigt gebaut, aufgestellt und benutzt werden, ist in jedem Staat in Europa normal und warum soll es in Kroatien anders sein?

    Auf der einen Seite verlangt man, dass Kroatien die EU-Normen erfüllt, auf der anderen Seite wird solch ein Vorgehen von dir als unmenschlich und abstossend bezeichnet. Kannst du bitte einmal diesen Wiederspruch erklären?

    Dazu noch ein Hinweis: In Karlovac soll in den nächsten Tagen ein Neubau stillgelegt werden, der mit Hilfe eines Staatssekretärs im kroatischem Verteidigungsministerium, in seiner Heimatgemeinde gebaut werden soll. Daraus kann man erkennen, dass nicht nur Ausländer sondern auch Inländer, von solchen Massnahmen betroffen sind.

    Ein weiterer Hinweis: Die Gesetze sehen vor, dass niemand als neuer Besitzer in das Grundbuch eingetragen wird, wenn er keine Baugenehmigung und keinen Bauabnahmeschein für die erworbene Immobilie vorweisen kann.

    Letzer Hinweis: Auf der Insel Krk bekommt niemand einen Anschluss zur öffentlichen Trinkwasserleitung, der für sein Haus keine Baugenehmigung und keinen Bauabnahmeschein vorweisen kann. Aussnahmen gibt es nur für Häuser, die zu jugoslawischen Zeiten gebaut wurden, als noch keine Baugenehmigung notwendig war.

  5. istra

    @soline
    …”Kannst du bitte einmal diesen Wiederspruch erklären?”
    Antwort:
    Ich meine und meinte keine Wohnwagen und keine Container.
    Ich nehme an, dass Montage-Häuser nicht mobil sind und einen erhöhten Wert darstellen. Ich meine auch Holzhäuser, Fertighäuser und gemauerte Häuser, nur zur Klarstellung, worüber ich sprach. Ich gebe @Werner zu, dass so etwas häßlich wirken kann. Das kann man aber bei gutem Willen mit Geld und Bepflanzung verbessern.

    Die EU-Normen richten sich nicht an den Bürger von Kroatien, sondern nur an den Staat HR. Der wird erst im Falle seines Beitritts Gesetze erlassen, soweit er vertraglich verpflichtet ist. Das Baurecht ist davon meines Wissens nicht betroffen. Die EU verlangt auch nicht den Abriss oder die nachträgliche Legalisierung von “Schwarzbauten”. Das steht allein in Verantwortung vom Sabor/Regierung und der Baubehörde, wobei letztere legalisieren darf, soweit es im Einklang mit den Gesetzen irgendwie möglich oder durch Umbau machbar ist. Ich will klarstellen, dass sich hier niemand auf die EU zeigen kann, denn dafür ist allein Kroatien verantwortlich.

    In meiner Nachbarschaft, soweit es die Opcina Opatija anbelangt, wurde meines Wissens noch nie ein Wohnhaus oder Ferienhaus abgerissen, was zeigt, dass es auch anders geht. Baustopp gibt es hier manchmal schon, wenn sich die Besitzer, oft Kroaten im Ausland, nicht um einen Konsens kümmern.
    Es gibt noch einen Unterschied: man wird hier auch ohne Bauabnahmeschein (uporabna dozvola) in das Grundbuch als neuer Besitzer eingetragen. Dieses Gesetz scheitert wohl in Praxis an seinen Widersprüchlichkeiten.
    In der Frage des Trinkwasseranschlusses würde ich Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte empfehlen, da freier Zugang zum Wasser ein allgemeines Grundrecht darstellt – jedenfalls nach EU-Auffassung, das man nicht so “mir-nix-dir-nix” wegbeschliessen kann!
    Zudem sind viele davon betroffen, die seit dem Ende Yugoslawiens und 2007 gebaut oder gekauft haben, und von den NACHTRÄGLICH beschlossenen verschärften Baugesetzen überrascht wurden, die keine Übergangsfristen, Milde, oder Rückwirkungsverbot kennen. Das nenne ich brutale Gesetzgebung! In D z.B. gibt es das Rückwirkungsverbot, d.h. kein Gesetz kann auf einen Fall VOR der Gültigkeit des Gesetzes angewandt werden.

    Wie es in der EU zugeht, vermag ich nicht umfassend zu sagen. Ich kenne einen Fall in Deutschland, wo ein Schwarzbau in einem Naturschutzgebiet wieder abgerissen werden musste. Die Nachbarn dieses Hauses bekamen aber anschliessend nach großen Protesten Bestandsschutz. Diese Häuser wurden in den ersten Jahren nach Ende vom II. Weltkrieg von Flüchtlingen erbaut, weil es keine andere Möglichkeit gab.
    Seither gibt es sehr sehr selten einen Schwarzbau, weil die Behörden überwachen.
    Wenn auf Vir oder auf Pag beispielsweise massenweise Schwarzbauten hochgezogen werden konnten, ohne dass Baubehörden einschreiten, sehe ich persönlich eine Mithaftung und ein Versagen. Das sollte beachtet werden, bevor geistig oder vom Behördenvertreter praktisch der Caterpillar bestellt wird!”

    Es handelt sich also um ein hausgemachtes Problem, das aus den geschilderten Problematiken menschlich und mit Augenmaß gelöst werden sollte. Nicht zuletzt haben Gesetze dem Bürger zu dienen und nicht ihn zu bedrängen! Wir wollen nach Europa und nicht nach China.

    Ich bitte nach reiflichem nochmals-überlegen mir meine Meinung zu lassen: “Ich fühle das (Abriss) als unmenschlich und abstoßend, und es passt überhaupt nicht in das Werbebild eines sonnigen Ferienlandes.”

  6. Mrvica

    Ergänzend zu Solines Beitrag
    Auf der Insel KrK werden auch keine Häuser an das Stromnetz angeschlossen ,die,ohne Baugenehmigung errichtet wurden.

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