Die »Boravišnu Pristojbu« (Kurtaxe) in Kroatien

In- und ausländische Touristen in Kroatien, die in einem der Ferienorte ihren Urlaub verbringen sind verpflichtet, für jeden Tag ihres Aufenthaltes, eine “Boravišnu pristojbu”  zu zahlen. Sie wird landläufig auch als Kurtaxe bezeichnet. Dabei handelt es sich um keinen Sonderfall, denn auch während eines Aufenthalts in einer französischen Gemeinde, müssenTouristen eine Kurtaxe oder eine Kurpauschale entrichten.

In Kroatien wird ihre Höhe, ausser bei Bootsfahrern die in ihrem Boot übernachten, nach dem Statut der jeweiligen Gemeinde erhoben, in der die Touristen ihren Urlaub verbringen. Sie kann, je nach Entfernung zum Meer, in verschiedene Klassen eingeteilt sein.

Verschiedentlich wird diese Gebühr von Touristen kritisiert, weil ihnen nicht bekannt ist, zu welchem Zweck sie erhoben wird.

Ada Damjanac, die Leiterin der Gemeinde Fažana in Istrien hat jetzt öffentlich darauf hingewiesen, dass diese Einnahmen benötigt werden, um die verschiedenen Veranstaltungen, die in dem Ort durchgeführt werden, finanzieren zu können. Der Rest wird dazu benutzt, die weitere Verschönerung der Gemeinde mitzufinanzieren.

Meinung:

Man kann davon ausgehen, dass diese Einnahmen, auch in den anderen Städten und Gemeinden Kroatiens, zu diesem Zweck ausgegeben werden.

14 Kommentare zu “Die »Boravišnu Pristojbu« (Kurtaxe) in Kroatien”

  1. ivo

    soweit ich weiss, muss eine solche “Kurtaxe” nur in der Saison bezahlt werden. Auch gibt es da billigere Pauschalregelungen für Familien und Angehörige. Wenigstens gab es das bisher.
    Ärgerlich ist sie aber allemal, weil viele Orte überhaupt nicht in den Genuss dieser Kurtaxe kommen, weil diese in einem anderen Ort zu bezahlen ist (zum Beispiel Ferienhäuschen in Jablanac, Kurtaxe zu bezahlen in Senj) und im Zweifel dort auch “verbraten” wird.
    Nach meiner Erfahrung wird die Kurtaxe zumindest für Senj auch erst seit kurzem erhoben und nach weiterer persönlicher Kenntnis auch fast nur von ausländischen Immobilienbesitzern entrichtet obwohl sie formal von allen zu zahlen wäre. Offensichtlich sind die meisten Ausländer etwas zahlungsbereiter oder haben mehr Respekt vor der Obrigkeit.
    Und dass die Kurtaxe für Veranstaltungen vor Ort ausgegeben wird bzw. zur Verschönerung des Ortes trifft zumindest für den Ort, in dem ich wohne, nicht zu. Solche Dinge macht bei uns ein privater Verein der “Freunde des Ortes” aus privaten Spenden.

  2. istra

    sehe das so wie ivo, weil die Kurtaxe zum weit überwiegenden Anteil NICHT örtlich investiert wird und keine Erhebungsgerechtigkeit besteht. Bezahlt wird sie von pauschalierten Hotels und Zimmervermietern, die zahlen müssen, ob sie das Bett vermietet haben oder nicht. Bei Campingplätzen kann ich dazu nichts sagen. Bei Marinas wurde sie zwar den Mietern in Rechnung gestellt, aber ich glaube nicht, dass sie weitergegeben wurde. Deshalb gab es ja offenbar die Änderung, dass der Hafenkapitän nun bei der Einhebung nicht eingeflaggter Boote zuständig wurde.

    Nach Aussage meines Vermieters gehen von diesen “Kurtaxen” 50% nach Zagreb für Auslandswerbung. Die Gespannschaften erhalten 40% für allgemeine Aufgaben, und nur 10% (!) können von den Kommunen für den zahlenden Touristen, für Kur-Strukturen wieder ausgegeben werden, wobei zu fragen wäre, was davon in Gehälter fließt und wieviel dann noch für Investition übrigbleibt – nämlich fast nichts. Der gelernte Kroate weiß das auch und hat keinen Bock auf diese Sondersteuer. Der ausländ. Tourist ist da blauäugig, und denkt, es handle sich um eine “Kurtaxe” wie zuhause. Dem ist aber nicht so.
    Der Gesetzgeber (Sabor) müßte sich hier einschalten, und für Gerechtigkeit sorgen.

    Ich sehe das als Hauptursache, dass es im Vergleich zu ausl. Urlaubsorten in Kroatien viel zu oft zu schäbig aussieht, wie es eben aussieht.

  3. Soline

    @istra

    Zitat: “Bezahlt wird sie von pauschalierten Hotels und Zimmervermietern, die zahlen müssen, ob sie das Bett vermietet haben oder nicht.”

    Kann es möglich sein, dass da eine Verwechselung vorliegt?

  4. istra

    Ich meinte, die Hotels und Zimmervermieter zahlen die “Kurtaxe” pauschal (gestaffelt nach Lage), unabhängig von der tatsächlichen Zimmerbelegung.
    Damit gebe ich weiter, so wie ich von kroatischer Seite informiert wurde.
    Sollte diese Information unrichtig sein?

  5. Soline

    @istra
    Wie es bei Hotels und Zimmervermietern gehandhabt wird ist mir nicht genau bekannt.

    Bekannt ist mir aber, dass bei der Vermietung von Ferienwohnungen und Häusern, die »Boravišnu Pristojbu« (Kurtaxe) jeweils pro erschienenem Gast und Tag gezahlt wird. Könnte es möglich sein, dass der Informant da etwas mit der zusätzlich zu zahlenden Steuer verwechselt hat?

  6. istra

    Ich glaube es liegt daran, dass mein Vermieter nicht nur EIN Privatzimmer vermietet, sondern ein mittelgroßer gewerblicher Vermieter mit 10 Zimmer ist, ähnlich einer Pension, aber ohne Bewirtung. Damals kassierte er von mir die “Kurtaxe” und erledigte die Anmeldung. Ich musste nicht zum Touristbüro. Er ist absolut glaubhaft, und wenn ich ihn treffe, werde ich ihn genauer fragen, und es hier berichten.

  7. hr

    Die privaten Vermieter können wählen ob sie vor der Saison pro Bett eine pauschale Kurtaxe zahlen, ich glaube sie beträgt 300 kuna oder aber nach Belegung abrechnen. Die Pflicht zur Zahlung der Kurtaxe liegt beim Vermieter! Wie und in welcher Höhe er sie an seinen Gast weitergibt liegt in seinem Ermessen. Sie kann im Preis für das Zimmer/Appartment bereits enthalten sein, oder eben separat verlangt werden. Die privaten Vermieter werden diese naturgemäß separat ausweisen. Anmelden muss er den Gast aber trotzdem und zwar innerhalb ein paar Stunden nach Einreise. Kurtaxe ist das ganze Jahr fällig.
    Wie das bei den Hotels gehandhabt wird weiß ich nicht.
    Ist man als Ausländer bei Freunden untergebracht d.h. kostenlos, dann ist man selbst verpflichtet sich innerhalb 24 Stunden nach der Einreise polizeilich zu melden (geschieht in den meisten Orten über das Fremdenverkehrsamt/Tourist Büro) und ist selbst zur Zahlung der Kurtaxe verpflichtet.
    Ausländische Immobilienbesitzer sind seit letztem Jahr den kroatischen gleichgestellt. Die ausländischen Immob.bes. mussten zwar bisher auch immer nur während der Saison vom 15.6. bis 15.9. Kurtaxe zahlen, aber wie gesagt jetzt nicht mehr den vollen, sondern nur noch einen verminderten Betrag. Bei einer vollen Kurtaxe von z.B. 7 kuna sind es jetzt nur noch 2,13 kuna. Dies gilt auch für Familienangehörige (Kinder, Eltern, Großelter, Enkel). Außerdem besteht die Möglichkeit ebenfalls eine pauschal Kurtaxe zu zahlen. Das wäre für den Immobilienbesitzer und dessen Ehepartner jeweils 60 kuna, und für Familienangehörige 20 oder 30 kuna. Kinder zw. 12 und 18 Jahre nur die Hälfte. Diese muss aber bis spätestens 14.06. bezahlt sein. Entscheidet sich der Immobilienbesitzer für diese Variation entfällt für ihn für die Aufenthalte in der Saison die An und Abmeldung.

  8. hr

    Nachtrag:

    Dauercamper und Dauerlieger in einer Marina zahlen ebenfalls eine Pauschale.
    Ansonsten müssen Campingplätze und Marinas genauso abrechnen wie andere sogenannte Beherbergungsbetriebe (Hotels und auch private Vermieter).

  9. Petrina

    Nur als Ergänzung zur Erläuterung von hr:

    …Entscheidet sich der Immobilienbesitzer für diese Variation entfällt für ihn für die Aufenthalte in der Saison die An und Abmeldung…

    Es entfällt zwar die An- und Abmeldung in Bezug auf die Kurtaxe, eine polizeiliche Meldung muss jedoch nach wie vor erfolgen. Die kann mittels eines Formulars direkt bei der Polizei erledigt werden oder aber in den Büros der zuständigen Touristvereinigung bzw. dessen benannte Vertretung.

    LG

  10. hr

    hallo petrina,

    lt. mehrmaligem Anfragen bei unserem Fremdenverkehrsbüro (Insel Rab) wurde uns versichert, dass man sich bei Entscheidung für die pauschalen Kurtaxenzahlung während der Saison nicht mehr extra polizeilich anmelden muss. Ist mir zwar auch etwas schleierhaft, aber sowohl letztes wie auch dieses Jahr wird dies so gehandhabt. Meines Wissens hat es aber über die Handhabung diesbezüglich (Aufenthalt ausländische Immobilienbesitzer) eine Änderung im kroatischen Aufenthaltsgesetz gegeben.
    lg

  11. Soline

    Ein Bekannter aus Deutschland, der Hausbesitzer ist, war in diesen Tagen hier auf der Insel Krk und hat sich ordnungsgemäss in Šilo, in einem Touristbüro angemeldet und hat einen Pauschalbetrag für die ganze Saison gezahlt.

    Er wurde dabei darauf hingewiesen, dass er sich aus polizeilichen Gründen, vor Ausreise wieder abmelden soll, damit es im laufe der Saison, nicht zu Problemen, wegen der 90-Tagefrist (Aufenthaltserlaubnis) kommt.

  12. Petrina

    Auch ich wurde beim Touristverband in Šilo ausdrücklich auf die polizeiliche Anmeldepflicht hingewiesen, trotz der pauschalen Kurtaxenzahlung, was auch meinem Kenntnisstand der Gesetzeslage entspricht. Vermutlich wird man nicht klären können, warum dies von Insel zu Insel unterschiedlich gehandhabt wird. Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass die Gesetzeslage unterschiedlich interpretiert wird.

  13. hr

    Auch für uns ist diese Handhabung nicht ganz nachvollziehbar. Aber so wurde es uns mehrfach bestätigt. Wir führen aber seit Jahren Aufzeichnungen unsere Aufenthalte mit entsprechenden Nachweisen, so dass wir hier für uns keine Schwierigkeiten sehen. Trotzdem werden wir Pfingsten nochmals nachhaken.

  14. Norbert

    So wie ich informiert bin,wird die Kurtaxe mir in Rechnung gestellt und die Vermieter geben es dann weiter an die Tuoristenbüros wo ich auch gleichzeitig gemeldet werde.

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