Die Donau als europäische Entwicklungsachse

Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurde in Niederösterreich die Arbeitsgemeinschaft der Donauländer gegründet, der heute etwa 40 Regionen aus den Anrainerstaaten Deutschland, Österreich, der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine und die Republik Moldau angehören. Da Wien erneut nach 1996 und 2005 die Präsidentschaft innehat, wurde dieses Jubiläum vorgestern in feierlichem Rahmen im Festsaal des Wiener Rathauses gefeiert.

Die Arbeitsgemeinschaft Donauländer wurde unmittelbar nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zur friedlichen Entwicklung des Donauraumes zu leisten. Das Generalsekretariat befindet sich in St. Pölten. In zahlreich Arbeitskreisen werden Strategien zur wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinweg erarbeitet und umgesetzt. So konnte die Donau in den beiden Jahrzehnten erheblich als europäischer Transportsweg an Bedeutung gewinnen. Der Wiener Hafen, als sogenannter trimodaler Verkehrsknotenpunkt mit Anbindung an den Schiffs-, Bahn- und LKW-Transport, zählt mittlerweile zu den bedeutendsten in Europa. Für einen Binnenhafen besonders herausragend ist die große Zahl von verschifften PKW`s.

Auch als einigender Kulturraum hat die Donau die Menschen in den angrenzenden Regionen näher zueinander rücken lassen. Jugendcamps, wie z.B. im Wiener Nationalpark Lobau, haben Brücken zu Menschen geschlagen und eine verbindende Identität entstehen lassen. Touristische Konzepte werden mittlerweile zwischen den Donauanrainer-Regionen abgestimmt und ermöglichen ein Kennenlernen der Naturschönheiten dieses europäischen Stroms entlang seines gesamten Verlaufs. Sogar die lukullische Verbundenheit entlang der Donau wird erlebbar. Das im Residenz-Verlag erschienene Kochbuch “Daheim in Nachbars Küche” lädt zu einer kulinarischen Entdeckungsreise durch Mittel- und Osteuropa ein.

Landeshauptmann Dr. Michael Häupl nannte in seiner Festrede als wichtigste Herausforderungen für die Donauregionen Umwelt und Hochwasserschutz, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Innovation sowie Tourismus und Freizeit. Der nachmittäglichen Regierungskonferenz saß der Amtsführende Stadtrat Dr. Rudolf Schicker vor, der über die EU-Strategie für den Donauraum sprach und die von den TeilnehmerInnen angenommene ARGE Donauländer Resolution zum Donauraum als gemeinsamen europäischen Zukunftsraum präsentierte. Die Resolution fordert die Einbindung von Gemeinden, Städten und Regionen in die EU-Donauraumstrategie.

Quelle: OTS

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