Profitiert Kroatien-Tourismus von der Situation in Griechenland ?

In den letzten Monaten und Wochen hat sich heraus gestellt, dass in Griechenland der Euro, als Landeswährung nur deshalb eingeführt werden konnte, weil die damalige Regierung bei dessen Einführung, falsche Angaben gemacht hat.

In der Zwischenzeit ist es zu einer erheblichen Überschuldung des Landes gekommen, wodurch die griechische Regierung gezwungen wurde/wird, ganz erhebliche Sparmassnahmen zu beschliessen.

Diese Situation hat dazu geführt, dass es in der Bevölkerung zu Protesten gekommen ist, die in der vergangenen  Woche dazu geführt haben, dass es, durch Auseinandersetzungen mit der Polizei, bereits Tote gegeben hat. Politische Kreise gehen davon aus, dass es im Laufe dieses Sommers zu weiteren Protesten kommt, so dass mit weiteren Unruhen zu rechnen ist, weil noch weitere Sparmassnahmen durchzuführen sind.

Äusserungen griechischer Protestanten über Deutschland und  die deutsche Bundesregierung, welches zu den Hauptunterstützungsländern gehört, haben eine gewisse Verwunderung hervorgerufen.

Tourismusexperten, welche die Mentalität und das Sicherheitsbedürfnis von Touristen kennen, gehen deshalb davon aus, dass sich durch diese Situation viele Reisende dazu entschliessen, ihren Urlaub statt in Griechenland, im ruhigeren Kroatien zu verbringen.

9 Kommentare zu “Profitiert Kroatien-Tourismus von der Situation in Griechenland ?”

  1. Mrvica

    Griechenlandrückehrer haben mir gestern erzählt,das sich Taxifahrer weigern deutsche zu befördern.
    Ich für meinen Teil,konnte und kann auf die Helenen ganz gut verzichten.

  2. istra

    Der Unmut der Griechen gegen die Deutschen wurde ausschließlich von der Kanzlerin der BRD, Frau Angela Merkel, und von der Dt. Boulevardpresse geschürt. Frau Merkel weigerte sich zunächst aus wahltaktischen Gründen (wichtige, aber inzwischen verlorene, Landtagswahl in NRW) mit scharfen Worten den Finanzspritzen für GR zuzustimmen, und die BILD-Zeitung hetzte mit Titelschlagzeilen gegen die Griechen.
    Da jedoch in Griechenland für diese langjährige Fehlentwicklung heute kein Schuldiger mehr gefunden werden kann, “Die Griechen” (meine damit die Masse der Armen Schlucker) am allerwenigsten damit zu tun haben, die Banken in Frankreich und Deutschland vor Verlusten in GR bewahrt werden sollten, und last but not least die EU-Organisation überdeutlich Mitschuld trägt (EUROSTAT, EUR-KONZEPTION), hat Merkel allerdings wieder eingelenkt, und für GR Garantien der BRD in Höhe von über 22 x 1000 Millionen EUR (22,4 Mia EUR) für GR im Parlament beschließen lassen…

    Ich meine die Solidarität innerhalb der EU ist riesig und ist ohne Beispiel in der Geschichte. Die Bürger der EU in den EURO-Ländern Deutschland, Frankreich und Österreich zahlen beinahe klaglos für die Griechen und andere EU-Völker mit Geld und Lebensstandard. Es kann gut sein, dass Kroatien als künftiges EU-Mitglied auch einmal diese Solidarität in Anspruch nehmen muß. Heute schon bezieht Kroatien JÄHRLICH 400 Mio EUR EU-Eingliederungsgeld, EU-Kredit 1000 Mio EUR und ein einmaliges IWF-Zusatz-Darlehen von 2000 Mio EUR in 2010!

    Mich graut daher vor pauschalen abfälligen und ungerechten Äußerungen gegen andere Völker, egal ob gegen Deutsche oder Griechen, wie in einem KOMMENTAR hier in diesem blog zu lesen. Mann-Leute, wann endlich begrabt ihr den Nationalismus und werdet zu Europäern!?

  3. Soline

    @Istra

    Es ist dein gutes Recht, dich über nach deiner Meinung abfällige und ungerechte Äusserungen aufzuregen. Aber auch diese Äusserungen muss man verstehen können. Wenn ein Grieche sagt: Wir haben immer eure BMW`s gekauft und deshalb müssen uns die Deutschen helfen (keine Bild-Zeitung, sondern bei der ARD selbst gehört und gesehen), dann fehlt mir jegliches Verständnis.

    Über die augenblicklichen deutsch-griechischen Verhältnisse möchte ich gar so viel reden/schreiben.

    Ich möchte nur darauf hinweisen dürfen, dass eine EU-Mitgliedschaft von Kroatien, eine Eurowährung und ein Schengen-Abkommen für Kroatien, nicht so einfach sind, wie es von manchen Leuten im In- und Ausland gewünscht wird.

  4. istra

    Es gab immer schon geflüsterte Schwachpunkte beim EURO, nämlich z.B. dass der EURO am Markt insgesamt floatet, aber für die Nationalstaaten entsprechend deren Wirtschafts-Drift NICHT mehr wie früher EINZELN floaten kann.
    Um das wettzumachen, müsste es erstens EINE Regierung für alle EU-Staaten existieren, wie etwa die Vereinigten Staaten Amerika (USA), und zweitens diese Regierung für eine rasche Annäherung der Wirtschaftskraft der einzelnen Länder sorgen und dort eine strikte Kontrolle und Steuerung von Regionalwirtschaft und Verwaltung durchsetzen. Oder man wird die alten nationalen Währungen wieder einführen müssen.
    Man hat in der EU-Politik bisher so getan, als könne die Einheitswährung EURO das schaffen, was eine Lüge war, wie es nun durch den Zusammenbruch Griechenlands bewiesen wurde. Diese Fehler sind auch nicht alleine den diversen Griechischen Regierungen anzulasten, geschweige denn der Griechischen Bevölkerung.
    Man kann Staat und Währung nicht dauerhaft trennen!
    Jetzt versucht die EU Griechenland so streng an die Leine zu nehmen, als wäre es keine selbstständige Republik, sondern ein untergeordnetes Land.
    Es gibt Zweifel, ob das in dieser Form gut gehen wird.
    Ich will damit nur erläutern, dass “DIE GRIECHEN” mit dem Schlamassel wenig zu tun haben, sondern dass das die EU die Verantwortung trägt. Es ist traurig, dass die Leute übereinander schlecht reden, die jeweils auch nichts dazu können, während sich die verantwortlichen Politiker unerkannt mit luxuriösen Pensionen davonmachen.

    Bei allen Fehlern gilt: Europa muß daraus lernen und sich weiterentwickeln.
    Das ist für den Frieden und den Wohlstand ohne Alternative.
    Wer daran nicht glaubt oder dagegen arbeitet, der kann erleben, dass Europa wie einst Yugoslawien auseinanderfliegt. Kroatien fürchtet sich vor den Veränderungen, die eine EU-Mitgliedschaft mitbringt. Mann-Leute, das ist nichts zum Fürchten, das ist Zukunft und Hoffnung!

  5. Mrvica

    Ein Land,das nur durch Regierungsbetrug in die EU aufgenommen wurde,
    das den Euro nur durch gefälschte Bilanzen bekommen hat,ist meiner Meinung nach für das Gebilde EU nicht tragbar.
    Um Griechenland zu stützen,wurden allerdings seitens der EU Mitgliedsstaaten Zugeständnisse gemacht,die, sollte es einmal notwendig werden niemals eingehalten werden können.
    Die EU ist gescheitert ,der Euro wertlos.Nur ist keiner bereit das zuzugeben.

  6. istra

    Nein, der EURO ist natürlich nicht wertlos oder gescheitert.
    Aber wenn das nehmen wir mal an so ist, wie ist dann die Lage der KUNA nach Deiner Meinung lieber Mrvica?

  7. Mrvica

    Der KUNA ist eine regional sehr begrenzte Kunstwährung ,die seit bestehen
    zuerst an der DM ,später am Euro festgemacht wurde.
    Der Kuna spielt doch nur in HR eine Rolle als Zahlungsmittel und wird seitens des kroatischen Staates in seinem Wert ständig neu bestimmt.
    Meiner Meinung nach vollkommen überzogen.
    Fällt der Euro,was an sich wegen der riesigen Verschuldung der Euroländer
    früher oder später der Fall sein wird,geht der Kuna auch den Bach herunter.

  8. Soline

    Der Kuna ist nach m.M. keine richtige Währung, sondern nur ein Zahlungsmittel in Kroatien. Dessen Umrechnungskurs wird täglich von der kroatischen Nationalbank festgelegt.
    Alle relevanten Geschäfte, Verkäufe und Käufe werden auf Euro-Basis abgerechnet. Selbst der Staat traut seiner eigenen Währung nicht, denn sonst würden seine Angebote und Ausschreibungen, auf Kuna-Basis erfolgen.

    Über die Höhe des von der Nationalbank festgelegten Wechselkurses gibt es unterschiedliche Meinungen im Land. Eine Seite meint, dass die jetzigen kleinen Schwankungen keine grossen wirtschaftlichen Auswirkungen haben. Die andere Seite meint, dass eine Kurssenkung automatisch zu einer Erhöhung der Preise und zu einer Inflation führt.

    Ich traue mir nicht zu beurteilen zu können, was für das Land die beste Lösung wäre.

  9. istra

    Ich darf mich diesen Einschätzungen anschließen. Das kroatische Finanzamt allerdings ist ein Kuna-Währungshüter, das genau aufpaßt, dass Immobilienverträge im Mittelkurs des Kuna abgeschlossen werden (der EUR Preis darf im Vertrag genannt werden), und berechnet Steuern nur auf dieser Kuna-Basis.
    Eine relative Abwertung zum Euro würde die kroatischen Exporte ankurbeln, mehr Tourismus (heute 24% der kroatischen Wirtschaft) bei etwa gleichem Ertrag in EUR in das Land bringen, die Importe und einen Teil der Preise verteuern, sowie die Inflation anheben.
    Das wäre für die Armen hart, aber für das Land insgesamt eine Wirtschaftsbelebung. Ich würde es mit begleitenden sozialen Massnahmen für die unteren Einkommensschichten und für die Rentner für sinnvoll erachten.

    Die schlechte Zahlungsbilanz und die Werftenprobleme sowie die steigende Staatsverschuldung Kroatiens sind auf die langjährig verschleppte Abwertung zurückzuführen, weil jede Regierung bisher dazu nicht den Mut hatte. Kroatien könnte ja frei floaten, was Griechenland im Euro-Verbund nicht möglich war.

    Möglich, dass die EU den Kuna bei der Aufnahme oder bei der späteren Euro-Annahme nicht zum heutigen Kurs akzeptiert. Dann würde es erst richtig hart und dann ist die EU der Buhmann, was aber nicht wirklich wahr wäre…! Zagreb könnte dann die Unschuld geben und soziale Maßnahmen einsparen… Aber das ist nur meine Vermutung.

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