Besteht in Deutschland eine EU-Erweiterungs-müdigkeit?

Die in Österreich erscheinende Zeitung “Kurier” hat jetzt einen Kommentar von Margaretha Kopeinig veröffentlicht, in dem sie fordert das Serbien in die EU gehört. Dabei geht sie davon aus, dass sich in Deutschland eine EU-Erweiterungsmüdigkeit breitmacht.

Hier der Text dieses Kommentars:

Das Belgrad-Engagement Österreichs lohnt sich politisch und wirtschaftlich.

Wenn Österreich eine aussen- und europapolitische Strategie hat, dann ist es die Integration der Balkan-Länder. Hier zieht die Regierung an einem Strang – dem Ansehen des Landes kann es nur nützen. Auch die Wirtschaft profitiert schon längst davon. In Serbien ist Österreich der  größte ausländische Investor, in der Belgrader City dominieren heimische Banken das Stadtbild, an der Peripherie sind die Niederlassungen unserer Firmen weithin zu  sehen.

Gerade jetzt, wo sich in der EU – vor allem in Deutschland – Erweiterungsmüdigkeit breitmacht, weil innenpolitisch mit EU und neuen Beitritten scheinbar nichts zu gewinnen ist, darf sich Österreich nicht von dieser fatalen Trägheit und falschen Einschätzung anstecken lassen. Nicht Kroatien mit dem Brüssel-Ticket in der Hand ist der Schlüssel für Stabilität und Sicherheit am Balkan, sondern Serbien.

Wenn Österreich die neue, junge Belgrader Politiker-Generation mit ihren hervorragenden Ausbildungen an den Elite-Universitäten dieser Welt unterstützt, wird Wien stets mit der Neuordnung am Balkan – und mit dem Ende von Hass und Nationalismus – in Zusammenhang gebracht werden. Das Engagement für Serbien ist kein Samariter-Einsatz, es lohnt sich für Österreich, für die EU und die Balkan-Region.

Quelle: OTS

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