2.000 Hypo-Geschäfte werden untersucht

Wie die Tageszeitung “Österreich” in ihrer Montagsausgabe berichtet, laufen die Ermittlungen in der Causa Hypo nach dem Verhör von Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer auf Hochtouren. Bernhard Gaber, Chef der Soko Hypo erzählte der Zeitung: “Wir kommen kontinuierlich weiter. Aber die Ermittlungen sind schwierig und hochkomplex. In Summe nehmen wir derzeit fast 2.000 Geschäftsverbindungen der Hypo zu Firmen und Personen unter die Lupe.”

Die Einvernahme von Kulterer war “sehr intensiv und sehr lange”. Sie dauerte am Freitag von etwa 8 Uhr früh bis am späten Abend, dann weiter von 7 Uhr am Samstag bis um kurz vor Mitternacht. Alles zusammengerechnet, musste Kulterer rund 32 Stunden Rede und Antwort stehen.

Im Verhör hätten sich “Anzeichen für systematische Misswirtschaft” erhärtet. “So dürften Kredite, oft sogar trotz Hinweisen, dass es Probleme geben könnte, einfach vergeben worden sein. Als Grundlage haben wir jetzt die Kredite an Detektiv Guggenbichler und die Styrian Airways herangezogen”, so Gaber.

Privatdetekiv Dietmar Guggenbichler, der wegen seines Hypo-Kredits von der Staatsanwaltschaft selbst als “Bestimmungstäter” geführt wird, hat indessen Anzeige gegen Kulterer sowie dessen Ex-Hypo-Vorstandskollegen Josef Kircher wegen Verdachts auf schweren Betrug erstattet. Die Hypo hätte ihm sein 250.000 Euro-Honorar, das über “Auslandskonten” via Liechtenstein überwiesen werden sollte, nicht gezahlt, so Guggenbichler.

Laut einem “Österreich” vorliegenden Arbeitsbericht habe er Kulterer ausserdem schon am 11.9.2006 bei einem Treffen am Flughafen Klagenfurt vor faulen Kroatien-Geschäften gewarnt. “Ich warnte Kulterer auch vor dem Skipper Projekt, mit dem Hinweis darauf, dass die 200 bis 300 Millionen Euro bereits reif zum Abschreiben seien”, heißt es in dem Guggenbichler-Bericht wörtlich. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: OTS

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