Milliardenklage gegen US-Unternehmen

Im Herbst des Jahres 1994 ist zwischen der kroatischen Regierung und dem Unternehmen Military Professional Resources Incorporated (MPRI), aus Alexandria in Virginia, ein Vertrag abgeschlossen worden, dessen Inhalt bis heute geheim geblieben ist. Er wurde, mit Billigung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton, mit den ehemaligen US-Generälen Carl Vuono und Butch Saint vereinbart.

Bis jetzt ist nur bekannt geworden, dass dieses Unternehmen durch den Vertrag beauftragt wurde, die kroatischen Streitkräfte, auf die im August 2005 durchgeführte Aktion “Oluja” in der Krajina vorzubereiten. Welche Rolle die Amerikaner letztendlich bei der Aktion tatsächlich gespielt haben, wird in der Öffentlichkeit unterschiedlich beurteilt. Dazu gibt es allerlei veröffentlichte Untersuchungen. Eine davon stammt von Peter W. Singer, vom “The Brookings Institution” in Washington D.C, die nur von Fachleuten, aber kaum in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Er weist darin nach, dass der Einfluss amerikanischer Militärexperten bei der Aktion Oluja viel grösser war, als teilweise behauptet wurde und behauptet wird.

Es ist durchaus möglich, dass diese Angelegenheit jetzt öffentlich geklärt wird. Eine von Serben in den Vereinigten Staaten gegründete Organisation mit dem Namen »Žrtve genocida u Krajini«, hat bei einem Gericht in Chicago, in diesen Tagen eine Schadensersatzklage in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar eingereicht.

Es ist noch nicht bekannt, ob das Gericht die Klage annimmt. Sollte es aber zu einer Verhandlung kommen, wird man bei dieser Gelegenheit erfahren, welche Rolle die Amerikaner damals wirklich gespielt haben.

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