Informationsverhalten und Auswirkungen auf die Gesellschaft

Beim diesjährigen Forum Alpbach präsentierte die Telekom Austria Group eine aktuelle Mediennutzungsstudie zum Thema “Informationsverhalten und Auswirkungen auf die Gesellschaft” und zieht einen Vergleich zwischen Österreich, Slowenien und Kroatien. Die Online-Befragung wurde im August 2010 bei jeweils 500 Internet-Usern von GfK Austria durchgeführt.

Informations- und Kommunikationstechnologien verändern unsere Gesellschaft deutlich, vor allem durch die sogenannten Digital Natives, also die junge Generation ab Jahrgang 1980, die mit Handy, Computer und digitalen Medien aufgewachsen sind. Mit den damit verbundenen Konsequenzen muss man sich auseinandersetzen – dies war für Dr. Hannes Ametsreiter, Generaldirektor der Telekom Austria Group, der ausschlaggebende Grund für die aktuelle Studie. “Die Telekom Austria Group schafft mit ihren Angeboten die Netzinfrastruktur für Anwendungen der Zukunft. Wir wollen gesamtheitliche Lösungen für die Kommunikationsbedürfnisse unserer Kunden schaffen, dazu müssen wir Trends und Entwicklungen frühzeitig erkennen. Als Markt- und Innovationsführer tragen wir mit unseren Produkten und Dienstleistungen zum Fortschritt bei, und verstehen es als Teil unserer Verantwortung, die Menschen in dieser sich – durch Technologien – wandelnden Gesellschaft Orientierung und Sicherheit zu geben”, erklärte Ametsreiter.

Europas Jugend ist online – die aktuelle Studie bestätigt dies jedenfalls für die untersuchten Länder Österreich, Slowenien und Kroatien, wo bereits Dreiviertel der Befragten großen Wert auf einen Breitband-Internetanschluss legen. 50 Prozent der Österreicher fühlen sich ohne Internetzugang bereits “von der Außenwelt abgeschnitten” und in ihren Kommunikationsmöglichkeiten stark beschränkt. In Slowenien liegt der Anteil derjenigen, die sich ohne Internet nicht wohl fühlen, bei 65 Prozent, in Kroatien sogar bei rund 80 Prozent.

“Das positive Image von Web 2.0 Anwendungen als glaubwürdige Informationsquelle ist bei den Usern sehr hoch. Man kann sagen, Wikipedia ist das neue Fernsehen, die neue Tageszeitung, und das spiegelt sich auch in der abgefragten Glaubwürdigkeit wieder, die immerhin bei über 50 Prozent liegt”, so Prof. Dr. Rudolf Bretschneider, Geschäftsführer GfK Austria. Die Vernetzung über Social Media Plattformen und das mehrmalige tägliche Einloggen auf diesen Internet-Seiten ist für unter 19-jährige User praktisch unerlässlich: 85 Prozent der jungen Internet-User in Österreich besitzen einen Facebook-Account, in Slowenien liegt der Anteil bei 90 Prozent, in Kroatien sogar bei 100 Prozent.

Angesichts der hohen Glaubwürdigkeitswerte, die die aktuelle Mediennutzungsstudie liefert, ist es nicht verwunderlich, dass User in Plattformen, wie Facebook, oft freizügig und ohne Vorbehalte, private Informationen zur Verfügung stellen. Unterschiede zeigen sich bei der Art der Daten, die auf Plattformen wie Facebook ins Netz gestellt werden: Die User in Kroatien gehen besonders freizügig mit Angaben zu ihrem vollständigen Namen (67 Prozent), einem gut erkennbaren Foto (69 Prozent) und ihrer E-Mail-Adresse (63 Prozent) um. Anders in Slowenien: hier geben User lieber Auskunft über ihre Post-Anschrift (29 Prozent) und Telefonnummer (20 Prozent). Ein weiteres spannendes Ergebnis der Studie ist die Einschätzung der Gefahren, die mit dem Online-Stellen persönlicher Informationen einhergehen. Frei nach der Idee “das betrifft nur die Anderen” sehen User die eigene Privatsphäre grundsätzlich weniger gefährdet als jene anderer User. Ein Drittel der Österreicher und Slowenen macht sich überhaupt keine Sorgen über ihre Privatsphäre im Netz (in Kroatien liegt der Anteil sogar bei rund 50 Prozent). Allerdings denken doch zwei Drittel darüber nach, wie persönliche Inhalte aus dem Kontext gerissen werden könnten.

Durch den Zugang zum Internet erhalten User heute eindeutig mehr Informationen in kürzerer Zeit als noch vor fünf Jahren. Damit steigt auch das Interesse an Themen, die früher unbekannt waren und ein Grossteil der User glaubt, dass es dadurch die Möglichkeit von politischen Veränderungen gibt. Zudem wird dem Web 2.0 Potenzial zugesprochen, für oder gegen ein Thema zu mobilisieren. Aktuelles zum Tagesgeschehen wird nun häufiger über die neuen Medien erfahren. Online-Zeitungen und das Internet dienen generell v. a. der Information. Bei der Unterhaltung kommen nach wie vor TV und Radio zum Einsatz. Erfreulich ist, dass sich die sozialen Netzwerke generell positiv auf Beziehungen auswirken, vor allem der Freundeskreis und berufliche Kontakte profitieren davon.

Die Verknüpfung von Internet und Handy ist ebenfalls Thema bei den Usern. Aktuell sind diese beiden die wichtigsten Kommunikationskanäle. Rund 30 Prozent der österreichischen und slowenischen User nutzen Social Media auf ihrem Mobiltelefon. In Kroatien sind es bereits über 40 Prozent, die auch unterwegs Online-Informationen einholen. Während den Österreichern nichts über ein persönliches Gespräch geht, werden in Kroatien und Slowenien bei beruflichen Kontakten E-Mail und Handy bevorzugt.

Quelle: OTS

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