Neuer Schwung für die deutsch-kroatischen Wirtschaftsbeziehungen

Gestern überreichten der Vorsitzende des Ost- Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Klaus Mangold und der Präsident der Deutsch-Kroatischen Handelskammer Ralf Blomberg in Zagreb eine Liste mit 15 Projektvorschlägen deutscher Unternehmen an die kroatische Premierministerin Jadranka Kosor.

Die Projektliste ist ein Ergebnis des Deutsch-Kroatischen Wirtschaftsforums, an dem am 15. und 16. Juni in Zagreb über 350 Firmenvertreter aus beiden Ländern teilgenommen hatten. Die Firmen hatten während und nach der Konferenz die Gelegenheit, Projektvorschläge zu benennen, für die um politische Unterstützung geworben werden soll. Aus diesen Vorschlägen wurden die erfolg-versprechendsten Projekte ausgewählt.

Ministerpräsidentin Kosor, die im Juni gemeinsam mit mehreren Ministern ihres Kabinetts am Wirtschaftsforum teilgenommen hatte, signalisierte bereits damals großes Interesse an der Liste und nahm sie gestern in ihrem Amtssitz in Zagreb in Empfang.

„Die Realisierung dieser Projekte wird dazu beitragen, den deutsch-kroatischen Wirtschaftsbeziehungen wieder eine positive Dynamik zu verleihen“, sagte der Ost- Ausschuss-Vorsitzende Mangold. „Alle Projekte haben Hand und Fuß und verdienen unsere entschiedene Unterstützung.“ Im ersten Halbjahr 2010 war der deutschkroatische Handel infolge der Wirtschaftskrise im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent gesunken. Entgegen dem allgemeinen Trend waren dabei die deutschen Exporte nach Kroatien um 16 Prozent zurückgegangen. „Wir sind nun zuversichtlich, dass wir diese Entwicklung in den nächsten Monaten umkehren können“, sagte Mangold. “Kroatien hat beste Aussichten bis 2012 Mitglied der EU zu werden und entwickelt sich zur Drehscheibe für den westlichen Balkan. Die deutsche Wirtschaft tut gut daran, sich hier entschieden zu engagieren.“ Die Projektvorhaben beziehen sich in erster Linie auf die Bereiche Infrastruktur, Energie, Landwirtschaft oder Tourismus. Unter anderem geht es um die Einrichtung eines regelmäßigen Flugbetriebs zwischen dem Festland und den kroatischen Inseln, um Projekte zur Gewinnung von Strom aus Wind- und Wasserkraft sowie um die Modernisierung der kroatischen Landwirtschaft.

„An den meisten aufgeführten Projekten wird schon seit längerer Zeit gearbeitet, einige davon sind bereits komplett durchfinanziert und könnten sehr schnell begonnen werden. Sie würden Arbeitsplätze und Aufträge für die kroatische Wirtschaft generieren und hätten damit die Wirkung eines privatwirtschaftlich finanzierten Konjunkturprogramms. Auch deshalb engagieren wir uns als bilaterale Kammer hier besonders“, sagte der Präsident der Deutsch-Kroatischen Handelskammer Ralf Blomberg.

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kroatien Dr. Bernd Fischer versicherte der Ministerpräsidentin die entschiedene Unterstützung der Bundesrepublik für die kroatischen Beitrittsbemühungen zur EU. Was beim Forum im Juni angekündigt worden sei, werde nun auch konkretisiert, erklärte Fischer. Er betonte, die Übergabe der Liste der bilateralen Wirtschaftsprojekte gebe der deutsch-kroatischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit einen weiteren, richtungweisenden Impuls.

Das Deutsch-Kroatische Wirtschaftsforum im Juni war das größte Treffen von Unternehmen beider Länder seit der Unabhängigkeit Kroatiens. Die Veranstaltung wurde auf Initiative des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der Deutsch-Kroatischen Industrie- und Handelskammer und mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in Zagreb organisiert.

Quelle: Deutsche Botschaft, Zagreb

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