Erster Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in Kroatien im Jahr 2003

Das kroatische Parlament (Sabor), welches 1990 erstmals in freien und demokratischen Wahlen gewählt worden war, hat am 8.10.1991 einstimmig beschlossen sofort alle staatsrechtlichen Verbindungen zur Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien abzubrechen. Damit ist ein neuer selbstständiger Staat auf der europäischen Landkarte entstanden. Er wurde unter der Federführung von Deutschland am Anfang des Jahres 1992 von den Ländern der EU und anderen Ländern diplomatisch anerkannt.

In der Folgezeit waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien überwiegend gut.

Aus diesem Grund ist es verwunderlich, dass erst am 30.10.2003, also heute vor sieben Jahren, erstmals ein Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu einem Besuch in Kroatien eingetroffen ist. Es handelte sich um Bundeskanzler Gerhard Schröder. Er führte Gespräche mit Staatspräsident Stjepan Mesić, mit Ministerpräsident Ivica Račan und anderen Regierungsmitgliedern.

Bei seinem Besuch wies Schröder damals darauf hin, dass der Beginn der EU-Beitrittsgespräche mit Kroatien nicht von der Auslieferung des angeklagten mutmaßlichen kroatischen Kriegsverbrechers, General Ante Gotovina, an das ICTY abhängen sollte. Gleichzeitig unterstützte er die Ansicht der kroatischen Regierung darüber, dass Kroatien deshalb nicht in der Lage sei ihn auszuliefern, weil er sich außerhalb Kroatiens aufhalte.

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