Anklageerhebung wegen Zugunglück bei Split

Am 24.7.2009 ist um 12:07 Uhr, der Neigezug 521 auf dem Weg von Zagreb nach Split, in der Nähe des Dorfes Rudine in Dalmatien entgleist. Dabei sind sechs Personen getötet und 55 verletzt worden. Es handelte sich um das schwerste Unglück in der Geschichte der kroatischen Eisenbahn HŽ.

Heute hat das Bezirksgericht von Split bestätigt, dass es die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft angenommen hat, in der fünf Personen angeklagt werden, die Schuld an diesem Unglück zu tragen.

Ihnen werden Zuwiderhandlungen gegen die öffentliche Sicherheit mit indirekter Vorsätzlichkeit vorgeworfen. Sie sollen chemische Brandschutzmittel, die nicht ausreichend getestet waren, auf der Strecke eingesetzt haben, aufgrund dessen der Zug nicht ordnungsgemäß abgebremst werden konnte.

Ein Termin für die Eröffnung der Hauptverhandlung ist noch nicht genannt worden.

Damit scheint festzustehen, dass es sich nicht um einen Defekt an dem Zug gehandelt hat und auch der Zugführer unschuldig ist.

3 Kommentare zu “Anklageerhebung wegen Zugunglück bei Split”

  1. istra

    Ich weiß nicht um welchen Neigezug es sich hier handelt, glaube aber mich zu erinnern, dass es sich um einen Zug, gekauft in Deutschland, handelt.
    Als Eisenbahnfan weiß ich noch, dass Deutschland alle Neitech-Züge stillgelegt wurden, weil die Software der elektronisch gesteuerten Neigetechnik nicht den Sicherheitsanforderungen des deutschen Eisenbahnbundesamtes entsprachen. Das galt meines Wissens für alle Züge der Gruppen, ICE, IC, Regio. Dieses elektronische System hat sich offensichtlich als zu unsicher erwiesen, da es u.a. auch zu einem Achsbruch und einer Entgleisung kam.
    Diese Informationen sollte der kroatische Staatsanwalt bzw. die Kroatischen Gerichte überprüfen und gegebenfalls in ihre Beurteilung des Falles einfliesen lassen!

  2. Soline

    @Istra

    Der Staatsanwalt und dem Gericht sind die Probleme mit den Neigezügen aus deutscher Fabrikation bekannt und sie sind schon kurz nach dem Unfall auf diese hingewiesen worden. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hat sich aber gezeigt, dass es nicht an dem Zug, sondern an der vorher versprühten Chemikalie aus den USA gelegen hat, dass er nicht gebremst und auf der kurvenreichen und stark abfallenden Strecke entgleisen musste.

  3. istra

    @soline

    Rethorische Frage: warum kaufte Kroatien diesen Mist aus Deutschland denn, wenn es bekannt war?

    Ja, es war sicherlich bekannt und ging oftmals durch die dt. Presse, weil die Deutsche Bahn schon jahrelang Probleme mit der elektronischen Neigetechnik hatte, und der Hersteller das nicht in den Griff bekam!
    Wieso aber bekommen dann diese Züge in Kroatien eine Betriebserlaubnis, wenn ihnen diese in Deutschland letztlich auf Dauer nicht gewährt wurde?

    Auch wenn man es nie ganz ausschließen kann, dass die offizielle Unfallursache bezüglich dieser Chemikalie tatsächlich die Ursache war, bin ich als Ingenieur aus technischen Gründen doch sehr skeptisch, dass so etwas möglich sein soll.

    Vielleicht kann dazu Jemand etwas berichten.

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