Bekämpfung der organisierten Kriminalität und Korruption

Die Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. veranstaltet vom 23. bis 26. November 2010 im Hotel Excelsior in Dubrovnik eine multilaterale Konferenz zu dem Thema „Effektive Bekämpfung der organisierten Kriminalität und Korruption“. Bereits zum neunten Mal ist damit Dubrovnik Ort eines solchen regionalen Wissens- und Erfahrungsaustausches, der auch einen Beitrag zur Verbesserung der Kooperation und Stabilisierung in der Region Südosteuropa und den angrenzenden Ländern leisten soll.

Die diesjährige Konferenz behandelt zwei Themen – die Bekämpfung der organisierten Kriminalität und die Bekämpfung der Korruption -, die nicht nur in den hier vertretenen Ländern nach wie vor hohe Aktualität besitzen, sondern auch in nahezu allen Ländern der Welt. Man hat sich bemüht, die Referate so auszurichten, dass möglichst umfassend sowohl in thematischer Hinsicht als auch in Bezug auf die vertretenen Staaten ein für alle interessantes Angebot präsentiert werden kann. Wichtig ist aber vor allem, dass allen Anwesenden Gelegenheit zu einem Meinungs-, Erfahrungs- und Wissensaustausch geboten wird und sich hieraus auch verstärkt Ansätze für eine intensivere zwischenstaatliche Kooperation ergeben.

Die Konferenz wird am Mittwoch, den 24. November 2010 um 09.00 Uhr vom Geschäftsführer der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit, Matthias Weckerling, eröffnet. Grußworte werden von dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kroatien, Dr. Bernd Fischer, der Staatssekretärin im kroatischen Justizministerium, Tatijana Vučetić, dem ersten Stellvertreter des kroatischen Generalstaatsanwalts, Dragan Novosel, und dem Bürgermeister der Stadt Dubrovnik, Andro Vlahušić, gesprochen. Moderiert wird die Veranstaltung von Generalstaatsanwalt a. D. Walter Selter.

An dieser Konferenz werden neben kroatischen und deutschen Experten Vertreter aus Albanien, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Georgien, Kasachstan, Kosovo, Mazedonien, Moldau, Montenegro, Rumänien, Russland, Serbien, Slowenien, Türkei, Ukraine und Ungarn teilnehmen. In 16 Plenarvorträgen und 2 Arbeitsgruppen sollen wesentliche Aspekte des Konferenzthemas, die von aktueller und praktischer Bedeutung sind, behandelt werden. Die Referenten kommen aus Deutschland und aus einigen der genannten Länder.

Quelle: Deutsche Botschaft, Zagreb

3 Kommentare zu “Bekämpfung der organisierten Kriminalität und Korruption”

  1. istra

    In Deutschland oder Österreich gibt es in etwa gleich viel Korruption wie in Kroatien. Man denke an die CDU-Parteispendenaffaire (Kohl!) oder SIEMENS. Dort ist man diskreter, das war´s dann schon. An der Verführung durch das Geld und am Hunger nach Macht (Parteien!) wird sich nichts aber auch gar nichts ändern und daher wird die Korruption bestenfalls smarter aber nie geringer. Natürlich kann ein starker Staat Mittel ergreifen, um das Problem klein zu halten (der schwache Staat war stets nur eine Rede derer, denen das nützt).
    Aber wird eine Konferenz in Dubrovnik (!) mehr sein als ein touristischer Ausflug um die EU zu besänftigen, die sich Sorge um die Korruption in Kroatien macht? Ich meine nein, das kann man vergessen.

  2. ciovolo

    Hallo,

    Deutschland und Österreich auf eine Korruptionsstufe mit Kroatien zu
    stellen halte ich schon für ziemlich vermessen.
    Laut internationalem Index liegen Deutschland und Österreich auf Platz 15
    und Kroatien auf Platz 62 des Korruptionsindex.
    Überall wo es um Geld und macht geht gibt es Korruption auch in D und Ö aber hier gibt es auch Möglichkeiten sich dagegen zu wehren wo hingegen
    in Kroatien Korruption Bestandteil des Systems ist!
    Da mag man viel über die Fortschritte lesen die Kroatien in den letzen Jahren angeblich gemacht hat. Diese Berichte kommen aber immer wieder von Menschen die gar nicht in Kroatien leben ( Politiker der europäischen Union) und diese Informationen erhalten Sie auch noch von Politikern aus Kroatien, die gerne Mitglied in der Eu werden wollen und die ja Bestandteil dieses Systems sind, Unabhängigkeit?
    Wer aber vor Ort lebt und sich tagtäglich mit den Institutionen auseinandersetzen muß und um sein Recht kämpfen muß weiß das es mit den angeblichen Fortschritten innerhalb des Justizsystems nicht weit her ist!

  3. istra

    @ ciovolo
    die Sache mit dem schlecht funktionierenden Justizsystem sehe ich auch so (dazu hatte ich aber oben vorher nichts ausgesagt).
    Das gilt aber eher für das Zivilrecht, wo nichts weitergeht und angeblich 10.000e Verfahren in der Warteschlange stehen sollen.

    Beim Strafrecht sieht es besser aus, wenn man dazu überhaupt so etwas sagen kann.

    Ich habe aber keinen Anlass bis heute zu sehen, dass die Kroatische Justiz korrupt wäre. Ich selbst habe sogar das Gegenteil, also Positives, erleben können.

    Zur Korruption in der Wirtschaft und im Öffentlichen Sektor ist es so, dass in Österreich und Deutschland kaum etwas an die Öffentlichkeit dringt. Aus Erfahrung sage ich, dass in D oder Ö kaum ein öffentlicher ausgeschriebener Auftrag und kaum eine Postenvergabe ohne Korruption läuft, oder dass es Scheinausschreibungen sind, oder dass nicht nach Vertragsvergabe geschwindelt wird, und betrügerische Preisnachforderungen in bis zu doppelter Höhe gemacht werden. Diese Länder sind Meister des Vorzeigens der Weißen Westen, hinter der sich die Korruption in vielfältiger Form bewegt. In unseren Mediokratien in D und Ö wird alles vornehm und ehrenhaft in den Medien besprochen, so dass man den Eindruck gewinnen kann, es ist alles sauber. Da wird Gehirnwäsche betrieben. NICHTS ist sauber. Die Bankenschweinereien von Ö über D und Schweiz, Irland, Island, USA beweisen, dass hier Verbrechen in Höhe hunderter Mia. Euro begangen wurden. Geldwäsche und Steuerhinterziehung (geht auch nur mit Korruption) ist in der Schweiz, in den Kanalinseln, auf den Bahamas, und in einigen anderen Staaten ein Geschäftsmodell der Banken und der Börsen, z.B. der Londoner Börse. Nun kommst Du und sagst, wir sind nicht so schlimm wie die Kroaten? Das wundert mich aber sehr.

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