Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Kroatien

In Opatija hat gestern im Grand Hotel Adriatic der 18. Kongress für Ökonomie begonnen. In ihrer Rede zeigte sich Kroatiens Ministerpräsidentin Jadranka Kosor optimistisch und sagte, dass ihre Regierung auf einem guten Weg sei, um die gegenwärtige Krise überwinden zu können. Man habe unter ihrer Führung Erfolge bei den Reformen und bei der Integration in die EU erzielen können. Man müsse jetzt einen nationalen Konsens in allen zentralen Fragen finden und weiterhin mit dem Internationalen Währungsfond (IMF) zusammenarbeiten, weil es sonst sehr schwer wird, den Haushaltsplan für das kommende Jahr aufstellen zu können.

Anmerkung: Es ist nicht klar, welche Reformen sie meint. Die schon lange angekündigte Reform bei den Gebietskörperschaften (Gespanschaften, Städten und Gemeinden) sowie bei den zahlreichen Regierungsagenturen außerhalb der Ministerien, sind bis jetzt nicht durchgeführt worden.

Der Gouverneur der kroatischen Nationalbank (HNB) Željko Rohatinski hat sich gestern ebenfalls in Opatija aufgehalten.

In einem Gespräch mit Journalisten meinte er, dass ihm Jean-Claude Trichet von der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der letzten gemeinsamen Sitzung gesagt habe, dass er bei weitem nicht so optimistisch ist, wie manche Politiker in Kroatien. Ein Anstieg der Lohnstückkosten und ein weiteres Haushaltsdefizit, kombiniert mit einem stabilen Wechselkurs würde das Land in eine wirtschaftspolitische Katastrophe führen. Er selbst meinte, dass das Wort Katastrophe vielleicht ein zu starkes Wort sei, der Trend aber in diese Richtung geht.

Er fügte hinzu, dass man möglicherweise ein Jahr wie dieses ertragen kann, die Warnungen der EZB aber sehr ernst nehmen müsse, weil sonst der Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit mit allen möglichen Konsequenzen droht.

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Ein Kommentar zu “Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Kroatien”

  1. istra

    Die Änderungen der Währungs- und Wirtschaftspolitik hätten schon vor Jahren kommen müssen. Sie sind überfällig. Das absolut erstarrte System hat sich festgefahren, gibt Neuen kaum Chancen und steht sich oftmals selbst im Weg. Das muß mit einer Großinitiative aufgebrochen werden, was Kroatien auch ganz ohne EU autark machen könnte. Einige Beispiele dazu von meiner Seite nur als Denkanstoß zu verstehen:

    - Abwertung der Kuna um 25% um den Tourismus und Export anzukurbeln,
    - Senkung der Lohnstückkosten durch Erhöhung der Arbeitszeit um 15%
    - Übernahme ALLER arbeitsfähigen Arbeitslosen in faire aber verpflichtende Beschäftigung für staatliche Infrastrukturprojekte mit privater Beteiligung, Auflage eines nationalen Programms in allen Kommunen!
    - Ausbau der Gehwege und Radwege unter gesetzlich klar geregelter Verpflichtung der Privateigentümer den Grund bereitzustellen und einen Aufschliessungsbeitrag zu bezahlen
    - Anhebung der Handelshemmnisse und Einfuhrumsatzsteuern/Zölle bei Gütern, die auch in Kroatien produziert werden um 100% bei gleichzeitiger Preisüberwachung/Preisstabilität einheimischer Produkte
    - selektive Exportförderung
    - Radikaler Abbau der Bürokratie sowie der Investitionshemmnisse auch für ausl. Investoren, insbesondere aus der EU, sowie deren Freizügigkeit
    - Gründerinitiative z.B. durch Streichung der Befähigungsschwellen u.a.m.
    - Radikale Verwendung der “Kurtaxe” zugunsten der Kommunen
    - Befreiung der privaten Zimmervermietung von allen Auflagen und Vereinfachung der Steuerpflicht
    - Auflösung der “Touristbüros” und Verpflichtung aller örtlicher Händler zur Werbemittelführung und Information, keine Meldepflicht
    -Umstellung der Baugenehmigungsverfahren auf das Deutsche System
    -Umstellung der Firmengenehmigungsverfahren auf das Österreichische System
    - Änderung aller Verfahren des Staates mit den Bürgern von “Obrigkeitsstaatlich” auf “Dienstleister”, wie in Österreich
    - Umstellung auf Nachhaltige Energieversorgung
    - Ausbau der Familien-, Bildungs- und Kinderförderung zur nachhaltigen Sicherung Kroatiens
    - Senkung der unproduktiven Staatsausgaben wie Militär (wozu Luftwaffe?)
    - Abbau der Touristenverärgerung durch Polizei, Wasserschutzpolizei, excessiver Parkraumbewirtschaftung und v.a.m. mit dem Ziel das menschliche Kroatien zu zeigen, wie es dem Land eigentlich entspricht.

    Ich weiß, diese Ideen rufen Angst hervor. Aber sie sind in vielen Staaten des Westens so eingeführt und werden ohne weiteres befolgt. Die Bürger verdienen das Vertrauen des Staates und verhalten sich entsprechend positiv. Das Misstrauensklima in Kroatien seitens des Staates muss aufhören, sonst kann es keinen Fortschritt geben! Aber, die Leistungsbereitschaft vieler Kroaten, die abseits gestellt wurden, muss zurückgewonnen werden und die Schwarzwirtschaft zurückgedrängt werden. Das kann man durch Überzeugung machen, durch nichts anderes!
    Aber dazu muss die Regierung es ernst meinen mit mehr Freiheit und absoluter Verantwortungsdelegation an ihre Bürger.
    FREIHEIT IN VERANTWORTUNG!

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