Urteile im Fall Ivan Pukanić

Am 23.10. 2008 ist in Zagreb der Chefredakteur und Mitgründer der Zeitung »Nacional« Ivan Pukanić, sowie einer seiner Mitarbeiter, durch ein Bombenattentat getötet worden.

In diesem Zusammenhang hatte die kroatische Sonderstaatsanwaltschaft (USKOK) gegen sechs Personen eine Anklage wegen Mord bzw. Mithilfe zum Mord erhoben.

Der Strafprozess ist am 3.2.2010 vor dem Bezirksgericht in Zagreb eröffnet worden und heute wurden die Urteile verkündet.

Robert Matanić erhielt eine Gefängnisstrafe von 33 Jahren, Luka Matanić von 16 Jahren, Amir Mafalani von 16 Jahren, Željko Milovanović von 40 Jahren, Bojan Gudurić von 30 Jahren und Slobodan Đurović von 15 Jahren.

Das Gericht ist zu der Auffassung gelangt, dass es sich um einen Auftragsmord gehandelt hat. Wer ihn genau erteilte wurde nicht festgestellt, weil die Täter dazu geschwiegen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es Sreten Jocić, genannt Joca Amsterdam war, der dafür 1,5 Mio. Euro gezahlt haben soll. Er steht im Moment wegen verschiedener Delikte in Belgrad vor Gericht und bestreitet der Auftraggeber gewesen zu sein.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Staatsanwaltschaft und Verteidigung können noch Widersprüche dagegen erheben.

Die Ermordung des Journalisten von Ivan Pukanić, vor etwas mehr als zwei Jahren, hat damals in Kroatien ein großes Aufsehen erregt. Staatspräsident Stjepan Mesić hatte sogar den nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Prozessbeobachter gehen davon aus, dass die Ermittlung der Täter und deren heutige Verurteilung auch auf eine gute Zusammenarbeit zwischen kroatischen und serbischen Behörden zurückzuführen ist.

Anmerkung: Eine lebenslängliche Haftstrafe ist nach den Gesetzen Kroatiens nicht vorgesehen. Die Höchststrafe beträgt 40 Jahre Gefängnis und das Gericht hat bei der Strafzumessung einen Ermessensspielraum.

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