Verkehrsministertreffen Österreich – Slowenien

Gestern hat es in Ljubljana ein Treffen der Verkehrsminister von Slowenien und Österreich gegeben. Diese Begegnung hatte auch eine Bedeutung für Kroatien.

Dazu folgender Bericht:

Verkehrsministerin Doris Bures hat gestern ihren slowenischen Amtskollegen Patrick Vlacic in Laibach getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die gemeinsamen Ziele von Österreich und Slowenien in der EU-Verkehrspolitik. Im Hinblick auf das geplante Weißbuch Verkehr wollen die beiden Länder eine besondere Berücksichtigung der sensiblen Alpenregionen, stärkere Kostenwahrheit im Verkehr und Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger als Ziel verankern. Volle Übereinstimmung gibt es auch bei der Ablehnung der Zulassung der Gigaliner. Außerdem wurden die Fortschritte beim Single European Sky besprochen. Die Unterzeichnung der Vereinbarung über den funktionalen Luftraumblock Mitteleuropa (FAB CE) wird für das kommende Frühjahr erwartet.

Verkehrsministerin Bures hat ihrem Amtskollegen auch über die Fortschritte beim zweigleisigen Ausbau der Eisenbahn zwischen Graz und Spielfeld berichtet. Bis 2012 wird ein beträchtlicher Teil der Strecke zweigleisig sein, zusammen mit der Modernisierung des Bahnhofs Leibnitz in der Südsteiermark wird das die Leistungsfähigkeit der Achse deutlich erhöhen. Diese Verbindung ist nicht zuletzt für den Güterverkehr wegen der Anbindung an den slowenischen Adriahafen Koper von Bedeutung. Ministerin Bures wies in dem Zusammenhang auch auf den beschleunigten Bau des Semmering-Basistunnels hin.

Mit dem formalen Abschluss über den mitteleuropäischen Luftraumblock (Functional Airspace Block Central Europe, FAB CE) ist man bereits auf der Zielgeraden. Österreich wird gemeinsam mit Slowenien, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Bosnien-Herzegowina einen gemeinsamen Luftraum bilden. Derzeit hat Slowenien den Vorsitz in dieser Gruppe, mit Jahreswechsel übernimmt dann Österreich. Das österreichische und das slowenische Verkehrsministerium haben in den vergangenen Monaten die Verhandlungen mit den Partnerländern forciert.

Das Abkommen zwischen den sieben Staaten ist nun in der Endabstimmung. Mit der Unterzeichnung ist im Frühjahr 2011 zu rechnen. Verkehrsministerin Bures hat Slowenien großer Dank für die nachhaltigen intensiven Bemühungen ausgesprochen. Den Zweck des gemeinsamen europäischen Luftraums erklärt Bures so: “Mit diesem Vorhaben sparen wir Zeit, Geld und Treibstoff. Die Passagiere profitieren von kürzeren Flugzeiten und kürzeren Wartezeiten, der CO2-Ausstoß wird deutlich verringert”.

Seit Jahren arbeiten die EU-Staaten an Single European Sky – also einem grenzenlosen Luftraum über Europa. Verkehrsministerin Bures verfolgt dieses Projekt mit sehr viel Nachdruck, nicht zuletzt weil die Luftfahrtkrise infolge des Vulkanausbruchs hier die Defizite in der EU-Luftfahrtpolitik allen klar vor Augen geführt hat.

Derzeit gibt es 35 einzelne Lufträume, was für die Piloten und Flugsicherungen einen hohen Koordinierungsbedarf bedeutet und für die Flugpassagiere unnötig lange Strecken, weil die Flieger eher im Zickzack über Europa verkehren. In Zukunft wird es nur mehr 9 Luftraumblöcke geben. Mit dem Effekt: Die Flugstrecken nähern sich der Luftlinie zwischen zwei Flughäfen an.

Das spart Zeit, Kerosin und CO2. Nach Berechnungen der EU werden allein durch die kürzeren Flugstrecken jährlich 5 Millionen Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen. Dazu kommt noch das verbesserte Netzwerkmanagement. (Kurz gesagt: Landen statt kreisen – also die An- und Abflüge werden EU-weit so koordiniert, dass viel weniger Wartezeiten in der Luft oder auf der Startbahn entstehen). Dadurch spart man weitere 11 Mio. Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr und erhöht die Sicherheit.

Für die Strecke Wien-Paris heißt das z.B. eine um 124 Kilometer kürzere Flugstrecke und 8 bis 10 Minuten weniger Flugzeit. Das summiert sich für eine Airline, die dreimal täglich Wien-Paris-Wien fliegt, im Jahr auf 271.560 Flugkilometer.

Quelle: OTS

Einen Kommentar schreiben: