Wien ist die fünftgrößte “jugoslawische” Stadt

“Wien war immer schon ein Ort der Vielfalt, eine Begegnungsstätte für verschiedene Kulturen. Darin liegt das kulturelle Potenzial der Stadt. Entscheidend dabei ist, dass wir allen die gleichen Chancen geben und vorhandene Talente nützen. Deshalb ist es unser erklärtes Ziel, MigrantInnen künftig verstärkt in den Kulturbetrieb, auch in leitende Funktionen von Kultureinrichtungen, zu holen”, erklärte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny gestern, am Freitag, bei der Eröffnung von “Literatur im Herbst” im Odeon.

“Wien ist die fünftgrößte jugoslawische Stadt. Rund 200.000 Menschen aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien leben bei uns in drei Generationen friedlich zusammen. Wir wollen versuchen, dieses Vorbild für ein gutes Zusammenleben auch auf andere Gruppen von Zuwanderern in unserer Stadt zu übertragen, anstatt Zwietracht, Nationalismus und religiöse Spaltung zuzulassen”, so Mailath weiter.

Mit 45 Prozent stellen Menschen aus Serbien, Kroatien, Montenegro und Bosnien die mit Abstand größte Zuwanderergruppe dar. 43.260 Personen, die in einem dieser Länder geboren sind, wurden seit 2001 eingebürgert. “Die im Wiener Volksmund liebevoll als ‘Ex-Jugos’ bezeichnete Gruppe ist in Wien nicht ‘integriert’, sondern wir sind um sie reicher geworden – um ihre Traditionen, ihre Kultur und ihren Lebensgewohnheiten”, schloss der Kulturstadtrat.

“Literatur im Herbst”, veranstaltet von der “Alten Schmiede”, widmet sich Jahr für Jahr einem anderen Themen- oder Länderschwerpunkt. Heuer öffnet das Festival ein Fenster für SchriftstellerInnen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien. Unter dem Titel “Jugoslavija revisited” ermöglicht der Kunstverein über mehrere Tage Einblicke und Teilhabe an der Literatur dieser Region in einer einmalig konzentrierten Form.

Quelle: OTS

Anmerkung dazu: Andersherum hat sich in der Zwischenzeit eine erhebliche Zahl von Wienern im heutigen Kroatien niedergelassen. Sie haben Haus- oder Wohnungsbesitz erworben und leben teilweise das ganze Jahr über, abseits von der Hektik einer Großstadt wie Wien.

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