Die Bura von Senj

Die Bura ist ein Sturm der aus nord/östlicher Richtung, vor allem im Winter, aber auch zu anderen Jahreszeiten, mit großer Heftigkeit an der kroatischen Adriaküste vorkommen kann. Es handelt sich um einen Fallwind, der immer dann entsteht, wenn Temperaturunterschiede zwischen dem Hochgebirge des Festlandes und dem Küstengebiet und dem Adriatischen Meer zu verzeichnen sind. Eine Tiefdruckfront über dem Festland führt, unweigerlich und sehr schnell zu einer Bura. In der Vergangenheit hat es schon gemessene Windgeschwindigkeiten von mehr als 220 km/h gegeben.

Besonders im Gebiet der alten und historischen Küstenstadt Senj kommt solch ein Sturm, nicht erst in der heutigen Zeit, sondern schon immer und gar nicht so selten vor. Die ständig in diesem Gebiet lebenden Einwohner -man sagt sie werden mit der Bura geboren und sterben mit der Bura-, haben sich auf dieses unabwendbare Naturereignis eingestellt und verhalten sich dementsprechend. Die Türen und Fenster werden bei solch einem Sturm verriegelt und wer nicht unbedingt muss, wagt sich besonders in der Winterzeit, nicht vor die Haustüre. Sie selbst sagen, dass die “Bura ihre Schwester ist und in Senj geboren wird und in der Gegend von Triest wieder stirbt”.

Auch für Touristen, welche diese Gegend bereisen, stellt dieser Sturm keine besondere Gefahr dar, wenn sie sich vor ihrer Reise darauf einstellen. Hat man eine Unterkunft in einem Hotel oder in einer Ferienwohnung, gibt es die wenigsten Probleme. Man muss zwar damit rechnen, die Küstenmagistrale für 1-2 Tage in Richtung Norden (Bakar) oder Süden (Karlobag) nicht befahren zu können, ansonsten kann man aber auch die frische und sauerstoffreiche Luft einatmen und genießen. Findet man dann auch noch eine Ecke die einigermaßen windgeschützt ist, kann man im Sommer trotzdem sehr schöne Sonnenbäder zu sich nehmen.

Anders ist es für Touristen, die mit einem Zelt, Wohnwagen, Wohnmobil, Motorrad oder Boot anreisen. Es muss nicht zwangsläufig zu Problemen kommen, wenn man sich vorher darauf einstellt und sich dementsprechend für solch einen Sturm ausrüstet. Erfahrene Camper wissen, welche Vorbereitungen sie treffen müssen. Auch die Anweisungen der Behörden sollte man in solch einen Fall unbedingt beachten.

In der Stadt Senj hat man jetzt erkannt, dass dieser Sturm eine besondere Touristenattraktion darstellen kann. Die Besucher haben die Möglichkeit, ihn einmal vor Ort erleben zu können um nach der Rückkehr in ihre Heimat darüber berichten können, was sie dabei erlebt haben. Dabei ist in einer neuen Broschüre hervorgehoben worden, dass es im Jahresdurchschnitt 2.240 Stunden mit Sonnenschein und nur einen Tag mit Nebel gibt.

Zusatz: Es soll sogar schon Touristen gegeben haben die darüber enttäuscht waren, eine Bura von Senj noch nicht miterlebt zu haben. Wer sich für die besondere Historie seines Urlaubslandes Kraotien interessiert, hat in der Stadt Senj besonders an den “Buratagen” die Möglichkeit, sehr viel dazu darüber erfahren zu können. Die Stadt mit ihrem Hafen war, trotz der Bura, der Ausgangspunkt für einer der ersten Wege und Strassen, die von Kroatiens Adriaküste  in das Landesinnere führten.

Quelle: Dnevnik hr

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