Wie weit darf die Presse gehen?

Der ehemalige Ministerpräsident Kroatiens Ivo Sanader befindet sich in Österreich in Auslieferungshaft und wie bei anderen Beschuldigten, gilt bei ihm so lange die Unschuldsvermutung, bis er nicht rechtskräftig von einem Gericht verurteilt wurde.

Seine Ehefrau Mirjana und seine Tochter Bruna Sanader leben in einer Villa in Zagreb.

Sobald sie in diesen Tagen das Haus allein oder gemeinsam verlassen, werden sie von einer Pressemeute verfolgt und jede Bewegung, sowie jedes Wort von ihnen, wird in Form von Videos und Fotos veröffentlicht.

Meinung: Abgesehen davon, dass in Kroatien keine Sippenhaft vorgesehen ist, darf man die Privatsphäre von Familienangehörigen eines Beschuldigten nicht verletzten. Auch in Kroatien gibt es einen Presserat und er muss sich fragen lassen, wann er in diesem Fall eingreift.

Zusatz: Das ORF meldet zum Fall Sanader folgendes:  “Das Landesgericht Salzburg ist derzeit mit einem großen Medienansturm aus Kroatien konfrontiert. Weil Sanader nach wie vor in der Justizanstalt in Haft sitzt, tummeln sich Dutzende Journalisten rund um das Gebäude.”

Meinung: Diese unzähligen Damen und und Herren sollten besser dafür sorgen, dass hilfebedürftige Landsleute genug Holz vor der Tür liegen haben, damit sie den z.Zt.  kalten Winter überstehen können. Zu sehen und zu hören bekommen sie, ausser bei offiziellen Presseterminen,  im Moment nämlich gar nichts.

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