Wirbel um Bergüzar Korel und Halit Ergenç

Am 3.12.2010 wurde berichtet:

Die bekannte türkische Schauspielerin Bergüzar Korel und ihr Kollege Halit Ergenç haben sich in Kroatien aufgehalten um für den Konzern Agrokor d.d. mehrere Werbespots aufzunehmen. Dafür sollen sie ein Honorar von um die 300.000 Euro erhalten haben.

Dieses Engagement ist in Teilen Kroatiens auf Kritik gestoßen und selbst im Parlament ist darüber diskutiert worden.

Heute hat Jelena Bikić von der Polizei in Zagreb gegenüber Medienvertretern bestätigt, dass die Schauspieler für die Zeit ihres Aufenthaltes und Tätigkeit, ordnungsgemäß polizeilich gemeldet waren.

Nach dem Gesetz über Ausländer sei aber auch eine Arbeitserlaubnis notwendig gewesen, die nicht beantragt wurde und aus diesem Grund nicht erteilt worden ist. Das Gesetz sehe zwar für Schauspieler vor, dass sie bis zu 60 Tage im Jahr in Kroatien ohne Arbeitserlaubnis arbeiten dürfen; ihre Tätigkeit müsse aber bei den Behörden gemeldet werden. Diese Anmeldung sei weder durch sie selbst oder durch ihren Auftraggeber erfolgt.

In diesem Zusammenhang wird in Medien die Frage gestellt, wie es mit der Versteuerung des Honorars war, denn das Gesetz sieht in solchen Fällen eine Steuer von 10 % vor. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob die Schauspieler die nach dem Gesetz erforderliche OIB Nummer für Ausländer, beantragt und zugeteilt bekommen haben.

Quelle: Danas hr

Edit:

Auftraggeber der beiden Schauspieler war nicht der Konzern Agrokor d.d. sondern die zu ihm gehörende Werbeagentur “UNEX GRUPA“ d.o.o., Zagreb.

Wie heute bekannt wurde, hat das staatliche Inspektorat eine vorübergehende Schließung dieses Unternehmens für die Dauer von 30 Tagen angeordnet und zusätzlich muss es ein Busgeld von 65.000 Kuna zahlen.

Quelle: Index hr

4 Kommentare zu “Wirbel um Bergüzar Korel und Halit Ergenç”

  1. ivo

    Um Himmelswillen. Gibt es in Kroatien keine anderen Probleme?

  2. istra

    Neid gegen Ausländer führt zum Sturm im Wasserglas:
    Zur Sache:
    Wenn es in Kroatien um Ausländer geht, wird sogar nach einer OIB gefragt, die bei einem Aufenthalt unter 30 Tagen pro Halbjahr an Ausländer gar nicht vergeben werden kann.
    Die Meldepflicht des kurzzeitigen Arbeitsverhältnisses ist beim kroatischen Arbeitgeber.
    Auch die Steuer von 10% zu bezahlen obliegt dem kroatischen Arbeitgeber.
    Daraus folgt:
    Den türkischen Gastschauspielern ist nichts vorzuwerfen. Was Kroatien daraus lernen kann ist, dass man nicht neidig und missgünstig erscheinen soll, wenn man nicht zur Fremdvergabe der Arbeit auch noch den Spott ernten will. Das kommt im Ausland gaaanz schlecht an.

  3. Anette

    Wahrscheinlich wollten die Medien zur Abwechslung mal über was anderes berichten als nur über die eigene, offenbar korrupte Regierung! Ich muss “Ivo” echt Recht geben: es gibt in Kroatien ganz andere Probleme als Meldepflichten von Ausländern und fehlende Steuerzahlungen in Höhe von EUR 30.000,00!!!!

  4. Soline

    @Anette

    Zitat: “Es gibt in Kroatien ganz andere Probleme als Meldepflichten von Ausländern und fehlende Steuerzahlungen in Höhe von EUR 30.000,00.”

    Dieser Aussage stimme ich voll und ganz zu, gebe aber folgendes zu bedenken:

    Gerade in der jetzigen Zeit scheinen die Behörden ein besonderes Interesse daran zu haben der Öffentlichkeit zeigen zu wollen, dass man auch einem Todoric, dem Hauptaktionär der Agrokor-Gruppe, nicht mehr alles durchgehen lässt. Die Geldstrafe von 65.000 Kuna “zahlt der aus der Portokasse.”

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