Antrag auf Aberkennung von Orden an Josip Broz Tito

Am 6.12.2010 wurde berichtet:

Dem jugoslawischen Staatspräsidenten Josip Broz Tito ist  am 24.6.1974 von dem damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann, die Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden. Eine Ehre, die nur wenigen ausländischen Staatsbürgern zuteil wurde.

Bei Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist in der vergangenen Woche der Antrag gestellt worden, dass ihm dieser Orden nachträglich wieder aberkannt wird.

Mehr dazu hier.

Wie die Zeitung Novi List heute schreibt, ist der Antrag von G.B. gestellt worden, der in Karlsruhe Besitzer eines Restaurants war und auf den am 27.7.1972 und 28.12.1973 zwei Attentatsversuche von jugoslawischen Geheimdienst-angehörigen unternommen wurden, die er nur mit Glück überlebt hat.

Quelle: Novi List

Anmerkung:

Zwei Tage nach der Ordensverleihung fand am 26.6.1974 in Bonn ein deutsch-jugoslawisches Regierungsgespräch statt. Dazu hatte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt am 23.6.1974 in einem Interview für das Fernsehen aus Zagreb gesagt: “Ich bin natürlich ein bisschen durch Zufall, durch innenpolitischen Zufall in die Rolle des Gastgebers für Präsident Tito geraten, aber ich bin sehr gerne Gastgeber für Tito, da er doch eine herausragende Figur der europäischen Geschichte der letzten 40 Jahre ist und unter den heute lebenden und im Amt befindlichen Regierungs- und Staatschefs wohl der erfolgreichste in Europa.”

Quelle: Bundesarchiv

Edit:

Wie damals, zumindest mit Wissen von Tito vorgegangen wurde, kann man hier ausführlich nachlesen.

Edit:

Heute wurde bekannt, dass auch die Landsmannschaft der Donauschwaben den Bundespräsidenten aufgefordert hat, dem ehemaligen jugoslawischen Staatspräsidenten Josip Broz Tito den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland abzuerkennen.

“Er sei als Führer der kommunistischen Partisanen für zahlreiche Massaker an der deutschen Minderheit am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit verantwortlich. Schon im November 1944 habe der sog. “Antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens“ mit Tito als Vorsitzenden beschlossen, den Deutschen die Bürgerrechte zu entziehen. 200.000 Donauschwaben wurden von Partisanen in Lager getrieben. „Allein in jenen von Herbst 1944 bis März 1948 betriebenen Lagern mussten über 50.000 donauschwäbische Zivilisten ihr Leben lassen – vornehmlich Kinder, Frauen und Greise“, heißt es in der Mitteilung der Landsmannschaft und der donauschwäbischen Kulturstiftung.

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